Badespaß am Schleifsee in Neuenstein: Schwimmbad im Park

LIEBLINGSPLATZ Der Schleifsee in Neuenstein sorgte früher bei Besuchern für Badespaß

Die Stadt Neuenstein erwarb den Schleifsee 2012 und ließ ihn in den 2014 bis 2015 neu gestalten. Foto: Archiv/Richter

Schultheiß Scholder, Pfarrer Schuler und Arzt Frohmaier waren 1905 die treibenden Kräfte der Schwimmbad-Gesellschaft Neuenstein. Mit weiteren badefreudigen Neuensteinern wurde noch im gleichen Jahr per Vertrag das Planschen im Schleifsee genauestens festgelegt. In früheren Jahren diente der kleine See in der Walkanlage den Schleifmüllern als Nutzgewässer.

Damals war die Hohenloher Ebene reich an Achatsteinen. Und auch heute noch finden sich hier und da unauffällige Steinknollen, die jedoch im Inneren eine überraschende Farbenpracht und vielfältige Musterungen verbergen. Um 1669 wurde am Schleifsee eine Achatschleifmühle gebaut. 1709 schließlich ging die Mühle in den Besitz von Müller Johann Andres Hartmann über, der diese zu einer Mahlmühle mit zwei Mahl- und einem Gerbgang umbaute. 1890 übernahm der letzte Schleifmüller das Gebäude samt See, der auch als Viehtränke und zur Eisgewinnung genutzt wurde.

Bis das Kleinod die Bürgerschaft auf den Plan rief, eine Bewegung rund um Stadtschultheiß, Stadtpfarrer und Stadtarzt die Neuensteiner Schwimmbad-Gesellschaft gründete und eine Badeordnung erließ. Mit strengen Regeln: Männer und Knaben durften das Freibad täglich von 6 bis 14 Uhr und von 18.30 bis 21 Uhr benutzen. Für Frauen und Mädchen schränkte sich der Badebetrieb zwischen 14.30 und 18 Uhr täglich ein. Mit 20 Pfennig für ein Einzelbad und zwei Mark für eine Familienjahreskarte konnte je der den Badespaß im Schleifsee genießen. ubö