Zweiflingen-Friedrichsruhe: Kleiner Teilort steckt voller Superlative

LIEBLINGSPLATZ Nicht nur Wald und Schlosshotel machen Zweiflingen-Friedrichsruhe so besonders

Die Friedrichsruher Anlage des Golf-Clubs Heilbronn-Hohenlohe gibt es bereits seit 1964. Man geht mit der Zeit und beteiligt sich an einem Projekt, das Naturschutz und Golfsport vereint. Fotos: Ute Böttinger

Nicht immer schweben Weltstars wie Mick Jagger von den Rolling Stones mit dem Helikopter auf dem Friedrichsruher Bolzplatz ein. Berühmte Gäste beherbergt das Schlosshotel dennoch regelmäßig. Zu den exquisiten „Feinen Privathotels“ der Welt zählend, ist das Fünf-Sterne-Superior-Haus mit Spa für Ruhesuchende eine Top-Adresse. Eingebettet in eine großzügige Parkanlage residiert man hier mitten im 330 Einwohner-Dorf geradezu fürstlich. Schließlich besteht ein Teil des Friedrichsruher Luxusdomizils aus dem 1712 erbauten Jagdschloss, das einst zum Besitz des Fürstenhauses zu Hohenlohe zählte

Sterneküche Dass die Gäste in Friedrichsruhe auch kulinarisch verwöhnt werden, versteht sich da fast von selbst. Dabei legte Lothar Eiermann vor gut 40 Jahren bereits den Grundstein. Der ehemalige Hotelier- und Küchenchef des Schlosshotels, der auch heute noch im Ruhestand in Friedrichsruhe lebt, zählt zu den Pionieren der Haute Cuisine in Deutschland und machte das Schlosshotel zu einem Mekka für Feinschmecker aus ganz Deutschland. Heute verwöhnt Boris Rommel die Gaumen der Gäste und darf sich neben den zwei Sternen im Guide Michelin mit weiteren hochdotierten kulinarischen Auszeichnungen schmücken. Fünf verschiedene Restaurants finden sich unter dem Dach des Schlosshotels und vor allem die urige „Waldschänke“ mit der Flammerie lockt auch viele Einheimische aus der Region an. Damit nicht genug: Gut und bürgerlich essen kann man bei Roland und Claudia Mezger im Bürgerstüble „Zum Flad“. Die traditionelle Friedrichsruher Wirtschaft mit dem rustikalen Stammtisch ist seit vielen Jahrzehnten eine beliebte Adresse.

Golf und Natur Speisen mit Weitblick kann man in Friedrichsruhe auf der Terrasse des Golf-Clubs Heilbronn-Hohenlohe e.V. Der umwerfende Blick auf die Hohenloher Ebene beim Schlagen des Balles ist auch das Pfund des 1964 in Friedrichsruhe gegründeten Golf-Clubs, der damit zu einem der ältesten in Süddeutschland zählt. Die Friedrichsruher Golfer demonstrieren mit ihrer großzügigen Anlage zudem den Schulterschluss mit dem Naturschutz. Mit einem Pilotprojekt, gefördert vom Umweltministerium des Landes, wurde der Golfplatz auch zum vielfältigen Lebensraum für Flora und Fauna.

Dampflokomotiven Ganz andere Sportsfreunde haben seit 1970 einen festen Platz im Zweiflinger Teilort: Unweit des Bolzplatzes betreiben die Dampfbahnfreunde Friedrichsruhe wohl eine der schönsten Gartenanlagen Deutschlands. In den Sommermonaten heißt es dort einmal im Monat am Wochenende „Zug ab“ und Elektroloks wie Dampfloks setzen sich mit ihren Waggons in Bewegung. Das bringt nicht nur Kinderaugen zum Staunen. Viele der Miniaturausgaben, die auf rund 6500 Quadratmetern Gelände und den 1200 Metern Schienen fahren, sind Raritäten.

Eine letzte Ruhestätte beherbergt der Friedrichsruher Wald. Südlich des Dorfes ist unter der Verwaltung des Fürstenhauses zu Hohenlohe-Öhringen vor geraumen Jahren ein Waldfriedhof entstanden. Der einzige in der Hohenloher Ebene. Und so kann man sich nach dem irdischen Leben unter Buchen, Eschen, Eichen, Linden und Kirschbäumen im Dorf der Superlative zur Ruhe betten lassen.