Erholung in der Hohenloher Ebene: Weites Land mit vielen Möglichkeiten

ERHOLUNG UND FREIZEIT Die Hochebene von Kupferzell bis Reiz ist Zweiflingen und Bretzfeld ist reich an reizvollen Aus- und Anblicken

Blick vom Dachsteiger Richtung Pfedelbach und Öhringen. Fotos: Ute Böttinger

Ob Blick über die Region von Waldenburg aus. Oder vom Aussichtspunkt Dachsteiger in Heuholz. Ob Kupfertalwanderung bei Neufels oder Radtour auf dem Brettachtalweg in Bretzfeld. Oder aber eine Stadtbesichtigung in Öhringen: Der Reiz der Hohenloher Ebene ist zweifellos ein schieres Bündel an Möglichkeiten für Erholungssuchende, Wanderer oder Radfahrer wie auch Kultur- und Geschichtsbegeisterte. Es gibt (fast) nichts, was es nicht gibt in der reizvollen Hohenloher Ebene.

Für Touristen wie auch für Einheimische erschließt sich damit ein hoher Wert an Lebens- und Freizeitqualität. Welche Besonderheiten es in der Region gibt, zeigt eine kleine Rundreise durch die Städte und Gemeinden.

Öhringen Besucher aus nah und fern zieht die ehemalige Residenzstadt nicht nur wie jüngst zum Wochenende des Hohenloher Weindorfs an. Die Stadtkulisse mit dem prächtigen Schloss, der imposanten spätgotischen Stiftskirche St. Peter und Paul und den vielen schmucken Häusern ist zweifellos eine Besonderheit und gleichwohl der Mittelpunkt der Hohenloher Ebene. 

Herausgeputzt hat sich die Große Kreisstadt Öhringen 2016 zur Landesgartenschau. Der Hofgarten, samt Cappelaue und Cappelrain bis hin zum Hofgut Cappel verwandelte sich in ein grünes Paradies, das auch heute noch, Jahre nach dem Event, einen hohen Freizeitwert hat. Hier finden kleine Besucher mit Tiergehege und Streichelzoo eine Attraktion.

Der Kletterturm an der Cappelaue oder das Freibad H2Ö sind ein Erlebnis für Sportbegeisterte. Und wer nicht nur im Hofgarten lustwandeln möchte, dem bietet sich im Juli mit dem Sommerfestival ein buntes Programm.

Apropos Programm: Die Veranstaltungen im Jahresreigen können sich sehen lassen. Vom Pferdemarkt über das Genießerdorf bis zur Langen Nacht der Kultur oder dem Weihnachtsmarkt und nicht zuletzt zahlreichen Aktionen des Stadtmarketing Öhringen ist alles geboten.

Bretzfeld Das Tor zum Hohenloher Land: So begrüßt die Gemeinde Bretzfeld ihre Besucher auf der Homepage. Und ja, Bretzfeld bildet von Heilbronn kommend quasi die Eingangstür zu Hohenlohe. Mit seinen zwölf Ortsteilen ist Bretzfeld eine Kommune mit vielen lebenswerten wie auch touristischen Reizen. Mit dem so klangvollen Namen Himmelreich besticht die Weinberglage in Siebeneich mit einem grandiosen Blick weit in die Landschaft bis ins Brettacher Tal. Und hier wachsen schließlich auch Topweine. „Es erfrieren die Trauben nicht so oft, es hagelt weniger und es kühlt nachts nicht so stark ab“, dokumentiert die Ortschronik die Südhanglage, die im nördlichen Bereich durch den Wald geschützt wird. Malerische Wege durch die Weinberge gibt es auch von Adolzfurt bis nach Geddelsbach, dazu Streuobstwiesen, weite Felder und Wälder ebenso wie kleine Bachläufe. Ideal also für Wanderer und Erholungsuchende. Und wer gerne in die Pedale tritt, findet mit dem Brettachtalweg ein schönes Ziel. Dieser über 20 Kilometer lange, beliebte und reizvolle Radweg birgt nicht zuletzt Überraschungen am Wegrand: Mit den zahlreichen Objekten, Skulpturen oder Naturmaterialien, die der Bretzfelder Kunstverein vor Jahren dort installiert hat, bekommt man neben landschaftlichen Reizen auch künstlerische Eindrücke geboten.

Pfedelbach Wälder, Wiesen, Wasser und Wein, dazu ein imposantes Renaissanceschloss mitten im Herzen der Kommune: Die Gemeinde in der südlichen Ecke der Hohenloher Ebene kann (fast) alles bieten: Rebflächen mit einem Weinlehrpfad am Dachsteiger bei Heuholz, Naherholungsgebiete rund um den Buchhorner und Gleicherner See, Streuobstwiesen um Windischenbach oder der Wachturm am Limes, der zum Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald zählt. Über 50 Prozent der Fläche wird landwirtschaftlich genutzt und Pfedelbach kann vor allem mit den vielen Direktvermarktern punkten. Dazu kommt eine ausgewogene Mischung aus Gewerbe, Handwerk und Dienstleistungen. Dem steht ein starker Handels- und Gewerbeverein vor, der sich auch mit Veranstaltungen wie einem jährlichen Frühlingsmarkt oder bei den Festivitäten wie dem Bierdorf oder dem Schlossfest vielfältig mit einbringt.

Neuenstein Mit einer der stärksten und ältesten Stieleichen in ganz Süddeutschland kann sich die Gemeinde Neuenstein schmücken. Der mächtige Baum, dessen Alter auf einer angebrachten Tafel mit 750 Jahren angegeben ist, steht als Naturdenkmal am Weiler Emmertshof, nördlich der Autobahn-Ausfahrt. Nicht weniger imposant ist das Renaissanceschloss mitten in Neuenstein. Der mächtige Vierflügelbau mit sechs Geschossen und Rundtürmen, aufwendig verziertem Giebel, großem Innenhof und einem See ist gleichwohl Wohnsitz des Fürsten zu Hohenlohe-Öhringen und seiner Familie wie auch Sitz des Hohenlohe-Zentralarchivs, welches als Außenstelle des Staatsarchivs Ludwigsburg geführt wird. Die Kommune punktet beim Spaziergang durchs „Städle“, wie die Neuensteiner liebevoll zu sagen pflegen, weiter mit der schönen Stadtkirche, dem Torhaus, dem Schleifsee, dem Rathaus, dem Bürgerturm und weiteren historischen Gebäuden. Geschichte und Kultur bringt der Kulturbahnhof Neuenstein zusammen. Im ehemaligen Bahnhofsgebäude, das in einer Bauzeit von sieben Jahren aufwendig saniert wurde, wird heute kulturelles Leben geboten. Viel Leben bringt auch jedes Jahr die Aktion „Frühling im Städtle“, die vom Handels- und Gewerbeverein organisiert wird.

Waldenburg Auf über 500 Metern über dem Meeresspiegel steht man in Waldenburg auf dem Balkon Hohenlohes. Steigt man dazu noch die 100 mittelalterlichen Stufen des Lachnerturms in der Ortsmitte hinauf, erschließt sich ein nahezu grenzenloser Blick über die Hohenloher Ebene. Und damit ist man in Waldenburg dem Himmel ein Stück näher als in den anderen Kommunen. Dass sich deshalb die Kommune auch das Prädikat einziger Luftkurort im gesamten Kreis anheften kann, versteht sich von selbst. Schmücken kann sich die Gemeinde zudem mit der Zugehörigkeit zur Burgenstraße, einer der ältesten Ferienstraßen Deutschlands. Das Städtchen mit dem imposanten Schloss wurde im Zweiten Weltkrieg fast nahezu zerstört, schließlich wieder aufgebaut und zieht heute viele Touristen an.

Kupferzell Nordöstlich der Hohenloher Ebene liegt die Gemeinde Kupferzell. Direkt an der B19 und in unmittelbarer Nähe der A6 gelegen, ist die Kommune so etwas wie ein Drehkreuz zwischen Öhringen, Schwäbisch Hall und Künzelsau. Damit sei die „Lebensqualität hier sehr hoch“, betont etwa Karl-Heinz-Karle aus Kupferzell-Rüblingen. Den kulturinteressierten Rentner begeistert vor allem die Nähe zum Carmen-Würth-Forum in Künzelsau-Gaisbach. Aber auch Gewerbetreibende schätzen den Standort Kupferzell, so dass die Ansiedlung – vor allem auch im gemeinsam mit Waldenburg und Künzelsau betriebenen Gewerbepark Hohenlohe – kontinuierlich wächst. Bekannt ist Kupferzell auch für seinen „Bauernpastor“. Schließlich brachte Johann Friedrich Mayer nicht nur die Kartoffel nach Hohenlohe. Von 1745 bis 1798 war Mayer als evangelischer Pfarrer in Kupferzell tätig, engagierte sich nebenbei stark für die Landwirtschaft und verfasste dazu eine Vielzahl an Schriften. Zum 300. Geburtstag gab es 2019 eine große Feier in der Gemeinde, zudem wurde ein über 20 Kilometer langer Pfarrer-Mayer-Radweg eingeweiht.

Zweiflingen Ländliche Idylle, das zeichnet die Gemeinde Zweiflingen aus. Mit Streuobstwiesen, Feldern und idyllischen Waldabschnitten ist die Landschaft rund um Zweiflingen vielfältig. Prägend ist vor allem der Obstanbau. Zweiflingen zählt mit Öhringen, Pfedelbach und Bretzfeld zum Zusammenschluss „Hohenloher Perlen“. Diese vier Kommunen eint, dass sie am Unesco-Welterbe Obergermanisch-Raetischer Limes liegen. Wall und Graben des Limes sind auf dem Limes-Wanderweg am „Pfahldöbel“, im Wald zwischen Pfahlbach und Westernbach noch heute gut zu sehen. Fantastische Ausblicke in die Hohenloher Ebene gibt es gleich daneben: Eine der drei Limesplattformen liegt direkt an der Straße nach Pfahlbach.