Zähne machen schön, so der Heilbronner Zahnarzt Alexander Vöckler

Das Gebiss hat entscheidende Bedeutung dafür, wie Menschen wahrgenommen werden

„Wir zeigen, wie es hinterher aussieht“: Zahnarzt Alexander Vöckler verhilft Patienten zu einem schönen Gebiss. Foto: Mario Berger

16.06.2021

Kosmetik für die Zähne? Ein Gebiss wie ein Hollywood-Star? Alexander Vöckler aus Heilbronn winkt ab. Nur selten muss der Zahnarzt mit dem Tätigkeitsschwerpunkt ästhetische Zahnheilkunde solch‘ überzogene Erwartungen dämpfen. „Wir können keine Promis replizieren“, sagt Vöckler. Was aber meistens geht: Harmonie herstellen zwischen Gesicht und Gebiss, Form und Funktion (wieder-) herstellen und den Patienten ihr Lächeln zurückgeben.

LEIDENSDRUCK
Ob eine Behandlung angestrebt wird, ist sehr individuell. Nur ungern gebraucht Vöckler das „Unwort“ vom Leidensdruck: „Es ist dramatisch, wenn Sie vom Betrachter als irgendwie komisch empfunden werden.“ Vieles, was den Eindruck vom Gegenüber prägt, werde nur unbewusst wahrgenommen – und das Gebiss habe erheblichen Einfluss darauf. „Die Rolle der Zähne für die Schönheit ist absolut entscheidend“, betont Vöckler.

Doch nicht alles, was möglich ist, sieht im eigenen Gesicht gut aus. „Wichtig ist, den Patienten über den ganzen Prozess mit im Boot zu haben. Wir finden gemeinsam heraus, was geht“, sagt Vöckler. „Und wir zeigen auch, wie es hinterher aussieht.“ Plastische Verfahren wie Mock-up oder Wax-up können helfen, die künftige Mundsituation zu simulieren.

Im Vordergrund stehe das Bemühen, so viel natürliche Zahnsubstanz wie möglich zu erhalten. Undenkbar ist die Form ohne die Funktion: „Wenn man an den Prinzipien festhält, die die Natur vorgegeben hat, erreicht man eine harmonische Außenwirkung“, erklärt der Zahnarzt.

Ein Beispiel dafür ist die Harmonie zwischen Rot und Weiß. Stehen sichtbares Zahnfleisch und Zähne in keinem ausgewogenen Verhältnis, spricht der Volksmund abfällig von einem „Pferdegebiss“. Was tun? „Man kann nie die Medizin außen vorlassen“, betont der Experte. Immer muss die Frage nach den Ursachen beantwortet werden: Warum sieht das überhaupt so aus? Ist die Ursache beseitigt, ist es zum Beispiel auch möglich, Zahnfleisch oder Kiefersubstanz chirurgisch wieder aufzubauen. Falls nötig, wird ein Kieferorthopäde oder Kieferchirurg in die Behandlung mit eingebunden.

Sind größere Fehlstellungen zu korrigieren, liebäugeln Erwachsene gern mit sogenannten unsichtbaren Zahnspangen. Wirklich unsichtbar sind die Plastikschienen aber nicht, und „es ist nicht möglich, damit Zahnbewegungen zu erzwingen“, betont Vöckler. Doch heutzutage besteht die Möglichkeit, feste Zahnspangen innen statt außen an den Zähnen aufzubringen – niemand muss mehr einen sichtbaren „Gartenzaun“ im Mund haben.

SPEKTRUM DER MÖGLICHKEITEN
Darüber hinaus verfügt die ästhetische Zahnheilkunde über viele weitere Möglichkeiten, Form, Funktion und damit auch die Ästhetik ganzheitlich zu erreichen. Fast immer muss aber der Patient selbst für die Kosten aufkommen. Das Spektrum reicht von der der professionellen Zahnreinigung über zahnfarbene Kunststofffüllungen bis zu sogenannten Veneers. Diese Keramikschalen können leichte Fehlstellungen, Verfärbungen oder auch Verluste an Zahnsubstanz kaschieren. Bleaching, warnt Vöckler, sei für den Laien „ein ganz heißes Eisen“. Wer seine Zähne aufhellen möchte, sollte vorher mit seinem Zahnarzt darüber sprechen.

RENATE DILCHERT