Erst Pusteln, dann Krusten

Borken- oder Grindflechte betrifft vor allem Kinder – Behandlungszahlen im Stadt- und Landkreis Heilbronn rückläufig

Die Borken- oder Grindflechte betrifft vor allem Kinder und kann sich sehr schnell in einer Kita-Gruppe oder Schulklasse verteilen. Gute Hygiene hemmt die Verbreitung. Foto: privat

2.09.2020
verosana team Rehabilitationstechnik Vertriebs- und Fertigungs-GmbH

Wenn die Haut juckt, sich kleine Eiterbläschen und Schorf bilden, dann ist häufig eine bakterielle Hauterkrankung daran schuld. Impetigo contagiosa, auch Borken- oder Grindflechte genannt, betrifft vor allem Kinder. Die Erkrankung ist hoch infektiös, und wenn sie bei einem Kind im Kindergarten oder der Schule auftritt, ist schnell die ganze Gruppe betroffen.

„Die Ansteckung erfolgt direkt durch Kontakt mit infizierten Personen oder indirekt durch Benutzung gleicher Gegenstände durch eine Schmierinfektion“, sagt AOK-Ärztin Dr. Gudula Kirtschig. Meist dringen die Erreger in aufgekratzte oder verletzte Haut ein. Kinder mit Neurodermitis, Windpocken, Krätze oder einer geschwächten Immunabwehr sind daher besonders ansteckungsgefährdet – der Erreger kann bei ihnen leichter in den Körper eindringen.

ÜBERTRAGUNG
Die Zeit zwischen der Infektion mit Impetigo contagiosa und dem Auftreten der ersten Symptome beträgt zwei bis zehn Tage. Infizierte können so lange weitere Personen anstecken, wie die offenen und eitrigen Hautstellen noch nicht vollkommen abgeheilt sind. Die Bakterien werden durch direkten Kontakt übertragen, vor allem über verunreinigte Hände. Sie halten sich aber auch lange auf verunreinigten Handtüchern, Geschirr oder anderen Alltagsgegenständen.

In der Regel beginnt eine Borkenflechte mit einer lokalen, juckenden Hautrötung im Mund-Nasen-Bereich. Daraufhin bilden sich auf der Haut kleine Bläschen und Pusteln. Diese sind mit Flüssigkeit oder Eiter gefüllt und platzen leicht auf. Dadurch bildet sich der typische honiggelbe Schorf auf der Haut.

Er tritt typischerweise in Form asymmetrischer, scharf begrenzter und rot gesäumter Krusten auf. Diese schuppen sich im weiteren Verlauf und fallen schließlich von alleine ab.

Wie bei anderen Krankheiten gilt auch bei Impetigo contagiosa: Therapie und Prognose sind umso besser, je früher die Erkrankung entdeckt und mit der Behandlung begonnen wird. „Zur Therapie der Impetigo contagiosa kommen zwei verschiedene Möglichkeiten in Betracht: In leichten Fällen kann ein örtlich anwendbares Antiseptikum die Bakterien abtöten und für einen schnellen Heilungsverlauf sorgen. In schweren Fällen reicht eine örtliche Antiseptikum-Behandlung nicht aus. Stattdessen wird ein Antibiotikum (meist Amoxicillin) verschrieben, das oral eingenommen wird,“ so Kirtschig.

Um während der Therapie die Ansteckung weiterer Personen zu vermeiden, sei eine ausgeprägte Hygiene sehr wichtig: Nach jedem Kontakt mit Erkrankten die Hände gründlich mit Seife waschen: So werden die Bakterien abgetötet. Gemeinschaftseinrichtungen, wie Schulen oder Kindergärten dürfen von Betroffenen erst nach vollständiger Abheilung wieder besucht werden. red  

FALLZAHLEN

Impetigo contagiosa ist eine hochansteckende bakterielle Erkrankung. Im Landkreis Heilbronn waren im Jahr 2018 insgesamt 350 AOK-Versicherte betroffen, im Stadtkreis Heilbronn waren es 215 und landesweit 13 796. Während in Baden-Württemberg die Behandlungszahlen von 2014 bis 2018 jährlich um durchschnittlich 4,1 Prozent gefallen sind, verringerten sie sich im Stadtkreis Heilbronn um 9,6 Prozent und im Landkreis um 4,2 Prozent. red

TERMINE

Tibetische Medizin
Mi, 7. Okt., 19 Uhr, VHS Bad Rappenau, Kulturhaus, Heinsheimer Straße 16, Vortrag mit Thurid Koester, Heilpraktikerin. 18 Euro

Rückenschmerzen! Welche Therapie hilft und warum?
Mo, 12. Okt., 19 Uhr, VHS Weinsberg, VHS-Haus, Zehntgasse 10, Vortrag mit Dr. Stephan Höckel, Facharzt für Orthopädie. 3 Euro

Diabetes mellitus
Mi, 21. Okt., 19.30 Uhr, VHS Bad Rappenau, Wasserschloss, Hinter dem Schloss 1, Referent: Bassam Al Khouri, Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Diabetologie DDG, Notfallmedizin, Bad Wimpfen; Moderation: Dr. Martin Uellner, Facharzt für Innere Medizin, Vorsitzender der Ärzteschaft Heilbronn. 3 Euro

Knieschmerzen behandeln: Arthrose, Bänderzerrungen, Meniskusbeschwerden
Sa, 24. Okt., 11 Uhr, VHS Heilbronn, Deutschhof, Kirchbrunnenstraße 12, Referent: Dr. Carlo Bussi, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie. Anmeldung unter 07131/99650. 5 Euro

Rückenschmerz
Mi, 4. Nov., 18 Uhr, VHS Brakkenheim, Treffpunkt Bildung und Familie, Bürgerturmstraße 6, „Sie fragen, ein Orthopäde antwortet!“ mit Dr. Stephan Höckel, Facharzt für Orthopädie. 8 Euro

Depressionen
Do, 12. Nov., 19 Uhr, VHS Möckmühl, Mediathek, Seckachtorgasse 1, Referentin: Birgit Hülsewede, Fachärztin für Psychiatrie, Leiterin des MVZ am Klinikum am Weissenhof, Weinsberg; Moderation: Dr. Martin Uellner, Vorsitzender der Ärzteschaft Heilbronn. 3 Euro

Demenz: Entstehung, Behandlung, Prävention
Mi, 18. Nov., 19 Uhr, VHS Brakkenheim, Bürgerzentrum, Austraße 21, Referentin: Birgit Hülsewede, Fachärztin für Psychiatrie; Moderation: Dr. Martin Uellner, Ärzteschaft Heilbronn. 3 Euro

Organspende schenkt Leben
Do, 26. Nov., 19 Uhr, VHS Erlenbach, Alte Kelter, Friedenstraße 46, Referentin: Dr. Petra Matulla, Ärztin für Allgemeinmedizin. Anmeldung unter 07131/99650. 3 Euro

Darmgesundheit
Do, 3. Dez., 19 Uhr, VHS Bad Rappenau, Kulturhaus, Vortrag mit Susanne Sille, Heilpraktikerin. 11 Euro

Impfungen – Was passiert in unserem Körper?
Mi, 9. Dez., 19.30 Uhr, VHS Heilbronn, Deutschhof, Referent: Dr. Ulrich Zimmermann, Facharzt für Innere Medizin. Anmeldung unter 07131/99650. 3 Euro