Wilde Ecken für stachelige Freunde

Igel: So fühlen sich nützliche Insektenfresser im Garten wohl

Wer Igel in seinem Garten willkommen heißen mag, kann einiges dafür tun, dass sich die stacheligen Tierchen dort auch wohlfühlen. Foto: dpa
Wer Igel in seinem Garten willkommen heißen mag, kann einiges dafür tun, dass sich die stacheligen Tierchen dort auch wohlfühlen. Foto: dpa
Sie stehen unter Naturschutz, sind äußerst putzig und überaus nützlich: Igel. Deshalb ist es eine wahre Freude, sie als Untermieter im Garten zu haben. Wer möchte, dass sie sich dort niederlassen, der kann ein bisschen nachhelfen.

Schädlingsbekämpfer
Igel sind reine Insektenfresser. Sie vertilgen Schnecken, Engerlinge, Würmer, Raupen und Käfer – und sind daher die wertvollsten natürlichen Schädlingsbekämpfer, die es gibt. Das heißt aber auch, dass die Tierchen keine pflanzliche Nahrung und schon gar keine Kuhmilch vertragen. Was sie aber gerne annehmen, ist ein hartgekochtes Ei als Delikatesse und ein Schälchen Wasser, an dem sie sich zwischendurch laben können.

Unerlässlich für die Ansiedlung von Igeln ist es, naturnah zu gärtnern – mit Blumenwiese statt englischem Rasen, heimischen Stauden und Gehölzen statt exotischen Schönheiten, „wilden Ecken“ und einem totalen Verzicht auf Gift. Unerlässlich ist es auch, den Igeln gemütliche Unterschlupfmöglichkeiten im Garten zu schaffen. Weil die Tiere – je nach Witterung – von Oktober bis April Winterschlaf halten, brauchen sie einen sicheren und geschützten Platz.

Natürliche Behausung
Gleiches gilt für die Zeit von Juni bis September, wenn der tierische Nachwuchs zur Welt kommt. Am wohlsten fühlen sich Igel in natürlichen Behausungen. Das kann etwa aufgeworfenes Reisig sein, dichtes Buschwerk, Holz oder Laub. Es gibt sogar fertige Igelhäuschen zu kaufen, die aber in jedem Fall einen Katzenschutz haben sollten.

Hindernisse entfernen
Was Igel mit ihren kurzen Beinchen gar nicht mögen. sind Hindernisse aller Art. So sollten beispielsweise Kellerschächte abgedeckt werden. Der Stufenabstand von freiliegenden Kellertreppen lässt sich mit Holzklötzen oder Ziegelsteinen so verringern, dass auch Igel die Distanz überwinden können. Und: Gartenhäuschen und Schuppen sollten vor dem Abschließen immer auf Igel kontrolliert werden. Wer seine Beerensträucher mit Vogelabwehrnetzen versehen hat, sollte darauf achten, dass diese nicht bis zum Boden reichen. Denn die Tiere können sich mit ihren Stacheln darin verfangen und dann qualvoll verenden.

Inspizieren
Und gerade zu Beginn der neuen Gartensaison heißt es vor dem ersten Mähen, hochstehende Grasränder unter Hecken und Büschen besonders gut unter die Lupe zu nehmen, damit kein Igel, der vielleicht noch seinen Winterschlaf hält, zu Schaden kommt. Ebenso wichtig ist es, Igeln Durchgänge zu anderen Gärten oder angrenzenden Grünflächen zu schaffen. Hecken und Holzzäune eignen sich dafür besonders gut.

Was kaum einer weiß: Igel sind nämlich stramme Läufer, die bei ihren Futtertouren oft lange Wege zurücklegen. So kann ihr Revier bis zu 100 Hektar umfassen – zum Vergleich: ein Fußballplatz umfasst rund ein Hektar Fläche.

Von unserer Redakteurin Ulrike Kübelwirth