Von wilder Mischung bis Pastell

Farben spielen für das Gesamtbild eine entscheidende Rolle

Lila bis Purpur: Wer sich bei der Bepflanzung innerhalb einer Farbfamilie bewegt, sorgt für ein ruhiges Gesamtbild des Beetes. Foto: dpa

23.04.2021

Es ist einfach so: Wer sich einen Garten genau ansieht, der weiß, wie dessen Besitzer tickt. Das hat zum einen mit der Art der Bepflanzung zu tun, zum anderen aber mit seinen Farben. Denn ob das Beet kunterbunt bepflanzt ist, ob es sich in Pastelltönen präsentiert, ausschließlich in kühlem Blau erstrahlt oder in neutralem Weiß, das lässt Rückschlüsse auf persönliche Vorlieben zu.

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Hilfestellung
Doch Farben sind nicht nur eine Sache des persönlichen Geschmacks, sie spielen bei der Gestaltung eine große Rolle. Mit ihnen lässt sich Harmonie erzeugen, Wärme oder Kälte vermitteln. Sie können den Garten strukturieren oder wirksame Akzente setzen. So gilt generell, dass helle Töne kleine Flächen größer erscheinen lassen, dunkle Nuancen verkleinern eine Fläche. Zudem bringen helle Blüten dunkle Bereiche zum Leuchten, während an vollsonnigen Standorten knallige Töne ihre Wirkung entfalten. Deshalb gestalten Profis Gärten immer auf der Grundlage des Farbkreises. In dessen Mittelpunkt stehen die drei Komplementärfarben Gelb, Rot und Blau. Mischt man diese, entstehen die Sekundärfarben Orange, Violett und Grün. Der Farbkreis bietet beim Anlegen der Beete eine gute Hilfestellung. Vor allem die sich dort gegenüberliegende Töne passen immer zusammen und erzeugen ein harmonisches Bild. Besonders charmant wirken Kombinationen von Gelb und Blau, Blau und Rot oder Ton-in-Ton-Variationen. Auch die Berücksichtigung von Blütezeit und Blühdauer tragen zu einem harmonischen Ganzen bei.

Am Anfang der Planung steht die Frage, welche Farben das Bild des Gartens bestimmen sollen. Landschaftsgärtner raten dazu, die persönliche Lieblingsfarbe zum Ausgangspunkt zu machen und dann die dazu passenden Beetpartner auszuwählen. Für Spannung sorgen immer die Komplementärfarben. So passen lila blühende Pflanzen optimal zu gelben. Ein schönes Gesamtbild ergibt sich, wenn man sich auf zwei Farben beschränkt und diese in Gruppen wiederholt. Knallige Töne sind sehr dominant und spielen sich oft in den Vordergrund. Wem das zu viel ist, der kann diese Wirkung durch zurückhaltendes Weiß abschwächen.

Farbfamilien
Soll der Garten Ruhe ausstrahlen, empfehlen Experten, sich innerhalb einer Farbfamilie zu bewegen. Etwa in der warm wirkenden Kombination von Rot bis Orange oder in der kühlen Anmutung von Lila bis kräftigem Purpur. Puristen bevorzugen die Mixtur aus Weiß und Grün. Bleibt man innerhalb einer Farbfamilie, lassen sich die einzelnen Töne wild miteinander mischen. Auch mit den Wuchshöhen kann man spielen. Will man es kunterbunt treiben, ist der Farbverlauf zu beachten.

Ulrike Kübelwirth