Ideale Pflanzzeit für Stauden, Gehölze und Zwiebeln

Nach dem Sommer bietet der Boden beste Voraussetzungen für ein gutes Einwurzeln

Gärtnereien und Baumschulen bieten für die Herbstpflanzung Stauden und Gehölze in reichlicher Auswahl. Wurzelnackte Exemplare wachsen gerade jetzt besonders gut an. Fotos: dpa

8.10.2020

Versierte Hobbygärtner wissen es längst: Nicht das Frühjahr, der Herbst ist die beste Pflanzzeit – vorausgesetzt, es herrscht kein Frost. Wer einen Strauch umsetzen, eine Gartenecke neu gestalten oder für eine prächtige Blütenpracht im zeitigen Frühjahr sorgen möchte, sollte Stauden, Gehölze und Blumenzwiebeln genau jetzt ins Erdreich bringen. Aus gutem Grund: Genau jetzt beginnt die Ruhezeit für Pflanzen. Die meisten werfen ihr Laub ab und stellen ihr oberirdisches Wachstum ein. Solange der Gartenboden noch warm genug ist, wachsen die Wurzeln jedoch weiter. Beste Voraussetzungen für einen kräftigen Austrieb im Frühjahr.

Riesige Auswahl
Da der Boden noch warm vom Sommer und somit auch frostfrei, die Erde aber weder zu nass noch zu trocken ist, können die jungen Pflanzen leichter wurzeln. Die kühleren Außentemperaturen verhindern eine kräftezehrende Blütenbildung. Und da es zu dieser Jahreszeit meist mehr regnet, ist auch die Wasserversorgung des Grünzeugs gesichert. Beste Voraussetzungen für ein erfolgreiches Anwachsen. Außerdem stechen gerade im Herbst unschöne, kahle Stellen ins Auge, die geradezu nach einer Aufhübschung schreien.  
   

Ein weiterer Punkt, der für die Herbstpflanzung spricht: Zu dieser Jahreszeit bietet der Fachhandel eine riesige Auswahl an Stauden und Gehölzen an – darunter auch wurzelnackte Pflanzen, deren Wurzeln – wie der Name schon sagt – nicht von Erde umhüllt sind – was diese Exemplare meist etwas günstiger macht als Containerpflanzen.

Die Herbstpflanzung hat vor allem für wurzelnackte Bäume und Sträucher Vorteile. In den meisten Baumschulen werden alle Rosen, sommergrünen Blütensträucher oder Heckenpflanzen sowie kleine Bäume, die für den Verkauf vorgesehen sind, schon im Herbst großflächig gerodet. Bis zum Verkaufstermin im Frühjahr werden die Pflanzen dann gelagert – in der Regel in Kühlhäusern oder Erdgräben. Wer „Wurzelnackte“ im Herbst kauft, hat in jedem Fall die Garantie, dass diese Pflanzen frisch sind und schon allein deshalb gut einwurzeln.
  

Mehrjährige
Typische Vertreter, die jetzt gesetzt werden müssen, gibt es nicht. Grundsätzlich gilt aber die Faustregel: Alles, was im zeitigen Frühjahr blühen soll, kommt im Herbst in den Garten. In den noch nicht gefrorenen Boden kann im Oktober (bei Laub abwerfenden Gehölzen ist sogar noch bis Dezember Zeit) eigentlich alles, was mehrjährig ist.

Neben Obstbäumen, Gehölzen und Zwiebelblumen für Frühlingsblüher wie Tulpen und Narzissen sind dies unter anderem Astern, Chrysanthemen, Hortensien, Phlox, Weigelie, Forsythie, Liguster, Fetthenne, Ziest, Bergenien, Rosen, Stockrose, Christrose, Liguster, immergrüne Koniferen und Rhododendren. Ob Frühling oder Herbst: Grundsätzlich gilt es, den Boden vor der Neubepflanzung gut vorzubereiten. Dafür wird die Erde aufgelockert und von Unkraut befreit. Denn ein verdichtetes Erdreich erschwert den Neulingen im Beet nicht nur das Einwurzeln, es kann auch zu Staunässe führen.
  

In das großzügig ausgehobene Pflanzloch etwas Kompost oder Hornspäne geben. Das versorgt das Grünzeug den Winter über mit ausreichend Nährstoffen. Vor dem Setzen nicht vergessen, die Gehölze und Stauden gut zu wässern. Vor strengem Frost lassen sich die Pflanzen am besten durch eine Schicht aus Mulch, Laub und Reisig schützen.

Staudenmarkieren
Bei im Herbst gesetzten Stauden empfiehlt es sich, diese mit einem Pflanzkärtchen zu markieren. Denn die meisten ziehen sich im Winter komplett in die Erde zurück. So werden sie im Frühjahr bei der Gartenarbeit nicht versehentlich vergessen.

Von unserer Redakteurin
Ulrike Kübelwirth