Ab ins Winterquartier

Im Garten lässt sich Igeln schnell ein gemütliches Schlummerhotel bereiten

Ohne großen Aufwand kann man Igeln beim Überwintern helfen. Dazu braucht er nur Laub, Reisig und ein bisschen Totholz. Foto: dpa

8.10.2020

Wer einen gepflegten Garten haben will, der kommt am Igel nicht vorbei. Weil das possierliche Stacheltier als eifriger Vertilger von Engerlingen, Schnecken und vielen anderen Insekten im Frühling und Sommer ein gern gesehener Gast im Garten ist, sollte ihm auch jetzt, wo die Tage kürzer und die Nächte kälter werden und er sich auf die Suche nach einem Winterquartier macht, Unterschlupf gewährt werden.

Wenig Aufwand
Das muss keineswegs ein Igelhaus von der Stange sein, wie es im Fachhandel als Selbstbausatz angeboten wird. Denn Igel kommen durchaus auch in der kalten Jahreszeit in freier Natur zurecht. Ein wenig Hilfestellung, die nicht viel Aufwand erfordert, ist ihnen dabei allerdings willkommen.

Igel lieben Laub. Und Reisig. Wer abgefallene Blätter in den Beeten belässt, hilft den stacheligen Freunden, sich für die Einrichtung ihres Winterquartiers davon zu nehmen kann, was sie brauchen.
  

Laub, Holz, Reisig
Auch Totholz und Reisig in einer naturnahen Gartenecke bieten Igeln Gelegenheit, sich ein gemütliches Schlummerhotel zu schaffen. Denn ein Laubhaufen allein genügt nicht. Weil schon eine einzelne Windböe reicht, um diesen zu zerstören, lässt sich damit kein stabiles Winterquartier schaffen. Eine Alternative dazu ist es, eine Erdmulde auszuheben. Diese wird mit Moos ausgepolstert und mit Reisig bedeckt.

Die Tiere benötigen im Winter einen ausgewogenen Speiseplan. Regenwürmer, Schnecken und Käfer sind zwar ihre bevorzugten Delikatessen. Gegen ein bisschen Katzen oder Hundetrockenfutter haben sie aber auch nichts einzuwenden, denn wegen ihres enormen Energiebedarfs unterbrechen sie ihren Winterschlaf mehrmals.
  


Ebenfalls darf in der Nähe des Winterquartiers ein Schälchen mit Wasser (bloß keine Milch, die führt bei Igeln zu Durchfall) nicht fehlen. Das hilft ihnen, gut über die kalte Jahreszeit hinweg zu kommen. Entgegen der landläufigen Meinung ist nicht der Winter, sondern der Mensch die eigentliche Bedrohung für die stacheligen Gartenbesucher dar. Sollen sie gut durch die kalte Jahreszeit kommen, heißt es, die Gefahren zu minimieren.

Gefahren minimieren
Das heißt Kellerschächte und tiefe Gräben mit Holzbrettern abzudecken, tiefe Teiche oder Brunnen zu sichern und Müll – insbesondere Plastikblumentöpfe – zu entfernen.

Von unserer Redakteurin
Ulrike Kübelwirth
  


Extraportion Pflege für den grünen Teppich

Der Rasen. Ein sattgrüner Teppich. So wünschen ihn sich die meisten. Doch nach dem heißen und trockenen Sommer ist von der einstigen Schönheit nicht mehr viel übriggeblieben. Deshalb braucht er gerade jetzt eine Extraportion Pflege. Und die beginnt wie immer – mit Mähen, Düngen und Vertikutieren.

Beim Mähen im Herbst muss allerdings beachtet werden, dass die Wuchsgeschwindigkeit der Pflanzen nachlässt. Deshalb ist eine Schnitthöhe von vier Zentimetern völlig ausreichend. Wer mäht, sollte den Schnitt zudem komplett entfernen, weil das Gras nicht mehr so gut verrottet wie im heißen Sommer. Dies gilt auch für herabgefallenes Laub und Fallobst, das unbedingt entfernt werden muss, weil es die Lichtaufnahme der Gräser behindert, dafür aber das Mooswachstum und somit die Anfälligkeit für Pilzkrankheiten fördert. Ein Muss ist es deshalb, den Rasen ein- bis zweimal die Woche abzuharken.

Ebenfalls eine Pflichtaufgabe ist es, tiefwurzelndes Unkraut zu entfernen. Nester von Löwenzahn werden mitsamt den Wurzeln ausgestochen. Bis Ende Oktober kann noch vertikutiert werden. Damit lassen sich Moos, Unkraut und verfilzte Rasenreste aus der Grasnarbe holen. Schließlich kann der Herbst-Rasendünger ausgebracht werden. Das stärkt die Graspflanze und schützt vor Moosbefall. Und: Kahle Stellen mit einem Durchmesser mit mehr als zehn Zentimetern werden jetzt nachgesät. So gestärkt, kann man den Rasen getrost in den Winter schicken. Damit es im nächsten Jahr wieder heißt: „Mein Gott, ist der Rasen schön grün.“