Farbenspiele im Bad

Schwarz, Blau oder Terrakotta: Wie sich der Raumcharakter verändert

Auch ein komplett dunkel gehaltenes Badezimmer macht was her: Es wirkt edel. Dafür sollte der Raum aber eine großzügige Grundfläche haben. Foto: Keuco/Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS)/dpa-tmn

11.11.2020

Die Farbe prägt den Charakter eines Bades ganz wesentlich. Kühles Weiß vermittelt den Eindruck von Hygiene und Sauberkeit. Terrakottafarbene Wände und Holzböden stehen eher für ein luftiges, mediterranes Lebensgefühl. Dunkelblaue oder schwarze Fliesen beruhigen und können eine edle Atmosphäre schaffen.

Aber die Farbe hat nicht nur Einfluss auf die Stimmung. Sie kann Bäder auch größer oder kleiner wirken lassen, als sie sind. „Wer alle Wände in einem kleinen Raum dunkelblau streicht, wird sich wie in einer Höhle fühlen“, sagt die Innenarchitektin Ines Wrusch aus Hamburg.

Hell oder dunkel
Mit hellen oder dunklen Farbtönen lässt sich die Raumwirkung gezielt beeinflussen. „Ist eine Wand etwas dunkler als die Umgebung, rückt sie optisch in den Raum hinein“, erläutert Wrusch. „Das kann man sich bei schlauchartigen Badezimmern zunutze machen.“

Auch werden sehr hohe Räume optisch niedriger, „wenn die Decke in einer schon leicht dunkleren Farbe gestrichen ist als die Wände“. Umgekehrt wirkt der Raum optisch höher, wenn die Decke heller ist als die Wand. Orientieren kann man sich hieran: Je dunkler und kräftiger eine Farbe, desto stärker beeinflusst sie die Raumwirkung, sagt Wrusch.

Experten raten auch dazu, die Stimmungen, die Farben zugeschrieben werden, bei der Auswahl zu bedenken: „Blau- und Grüntöne wirken beruhigend und entspannend, während das Spektrum der Gelb- und Rottöne belebend und anregend ist“, erläutert Jens Fellhauer vom Bundesverband Keramische Fliesen.

Farbe kommt ins Bad zumeist über einen Wandanstrich oder Fliesen, auch wenn die Badausstatter farbige Keramiken – also Waschbecken, Wannen und Toiletten – ins Programm heben. „Bei der Auswahl des Anstriches ist es wichtig, wasserabweisende beziehungsweise Feuchtraum-geeignete Farbe zu verwenden, die aber die Wände nicht vollständig versiegelt. Sonst könnte sich Schimmel bilden“, warnt Jens Wischmann von der Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft.

Die Wandfarbe lässt sich auch flächendeckend verwenden: „Zu empfehlen sind Kalkputze. Sie absorbieren die Feuchtigkeit und verhindern die Schimmelbildung“, erklärt der Experte. In Bereichen wie der Dusche, die Spritzwasser ausgesetzt sind, empfehlen sich aber Fliesen, Granit- und Aluverbundplatten oder Glas.

Von Katja Fischer, dpa