Winterquartiere für Igel und Co.

Jetzt den eigenen Garten für den Winterschlaf tierischer Freunde vorbereiten

Foto: kwasny221/stock.adobe.com  
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Die kalte Jahreszeit rückt immer näher: Für die meisten einheimischen Tiere ist das kein Problem – sie haben Überlebensstrategien. Ein wenig menschliche Hilfe kann dennoch nicht schaden.

Wenn es draußen kalt und ungemütlich wird, wollen nicht nur wir Menschen uns am liebsten unter der Bettdecke verkriechen. Auch für viele Tiere heißt es jetzt: Ab ins Winterquartier! Gartenbewohner wie Igel, Haselmaus und Siebenschläfer legen sich in der kalten Jahreszeit zur Ruhe und halten Winterschlaf. Gartenbesitzer, die die angehenden Langschläfer fit für die frostige Saison machen wollen, können unter anderem Winterquartiere schaffen. So hilft dem Igel beispielsweise ein Haufen aus totem Holz, Reisig und Laub in einer ruhigen Gartenecke. Dort macht er es sich dann für die nächsten vier bis fünf Monate gemütlich. Zudem freuen sich hungrige Igel im Herbst über Katzendosenfutter mit Haferflocken oder Weizenkleie gemischt.

Was viele nicht wissen: Auch Fledermäuse halten Winterschlaf. Allerdings ruhen nicht alle Arten den ganzen Winter über – einige Jäger der Nacht wechseln während der kalten Jahreszeit sogar ihr Quartier oder verputzen gelegentlich Insekten. Geeigneten Unterschlupf finden die Tiere beispielsweise in kleinsten Lücken in Dächern und Dachböden, aber auch in alten, dicken Bäumen mit natürlichen Baumhöhlen Die Experten vom Naturschutzbund (Nabu) raten Garten- und Hausbesitzern: „Wer einen Brennholzstapel vor dem Haus hat, sollte auf überwinternde Fledermäuse achten, sie könnten sich hier aufhalten.“

Unordnung schafft Quartiere

Vor allem aber können Gartenbesitzer Winterhilfe leisten, indem sie ein bisschen Unordnung zulassen. Das bedeutet: Tote Äste bleiben liegen, verblühte Stauden werden erst im Frühjahr zurückgeschnitten. Denn in den hohlen Pflanzenstängeln und dem alten Gehölz überwintern beispielsweise gefährdete Wildbienen. Unter Laub und Moos suchen sich Marienkäfer im Herbst ein geschütztes Plätzchen. Eng aneinander gekuschelt überwintern sie dort in Gruppen mit bis zu 100 Tieren. Übrigens: Das wichtigste Überlebensmittel tragen die angeblichen Glücksbringer im eigenen Leib. Sie reichern ihre Körperflüssigkeiten mit Glycerin als natürlichem Frostschutzmittel an. Das sorgt dafür, dass die kleinen Insekten bei Kälte nicht platzen. Was Gärtner sonst noch tun können: Ein mit etwas Holzwolle versehener Blumentopf, der umgedreht und fast vollständig eingegraben wird, kann einer Hummelkönigin als Überwinterungsplätzchen dienen. Ohrenkneifer freuen sich über einen mit Stroh ausgestopften Topf, der am Zaun aufgehängt wird. Für Nützlinge wie Florfliegen gibt es sogenannte Insektenhotels. Diese im Frühjahr und Sommer praktischen Nisthilfen sollten auch in der kalten Jahreszeit draußen bleiben, sie dienen dann als Winterquartier. Wichtig: Das Insektenhotel sollte nach Süden hin ausgerichtet sein, Regenwasser muss ablaufen können. Und was eigentlich klar sein sollte: Laubbläser oder -sauger haben im naturnahen, tierfreundlichen Garten nichts zu suchen. Sie gefährden Krabbler und Co., die im Blätterhaufen bereits Unterschlupf gefunden haben.

Futterstellen einrichten

Natürlich fallen nicht alle Tiere in den langen Wintermonaten in ein Dauertiefschläfchen. Einige Tierarten begeben sich nur vorübergehend zur Ruhe und müssen auch bei großer Kälte ausreichend Nahrung finden, um über die Runden zu kommen. Neben Vögeln haben es so vor allem Eichhörnchen, die Clowns im Garten, schwer, an kalten Wintertagen mit Bodenfrost erfolgreich auf Futtersuche zu gehen. Dabei haben die putzigen Eichhörnchen in der Regel eigentlich gut vorgesorgt und ihre „Vorratskammern“ (Erdmulden) bereits im Herbst fleißig gefüllt – bis zu 10000 Tannenzapfen, Bucheckern, Walnüsse und Haselnüsse lagern meist darin. Doch ist der Boden steinhart, nutzt das ganze herbstliche Sammelfieber nichts – der angelegte Proviant ist schlichtweg nicht mehr zu erreichen. Tierfreunde können helfen, indem sie Futterstellen für die Nager anbieten. Dafür eignen sich beispielsweise spezielle Futtersilos aus dem Fachhandel, die nicht täglich neu befüllt werden müssen. Das Kindermagazin Geolino hat dafür zudem eine sehr schöne Bauanleitung im Netz veröffentlicht, die handwerklich begabte (Nachwuchs-)Gärtner schnell umsetzen können. Für ihre Winterruhe sind die Tierchen aber auch auf einen warmen Bau angewiesen. Dazu bauen sie sich einen sogenannten Kobel, ein aus Zweigen und Blättern gebildetes Nest. Künstliche Nisthilfen aus Holz werden von den putzigen Nagern ebenfalls angenommen. Hier gilt: Geräumig und mit einem großen Eingangsloch versehen muss es sein.

Julia-Marie Meisenburg

Bauanleitung für einen Eichhörnchen-Futterkasten: www.geo.de/geolino/basteln/15797-eichhoernchenfutterkasten-bauanleitung
                

Hausmaus gehört in den Garten

Manche Tiere treiben die ersten Kältewellen auch direkt in unsere warmen Wohnhäuser – Mäuse etwa. Doch das geht zu weit: „Dagegen sollte man auf jeden Fall etwas unternehmen“, rät Elke Wieczorek vom DHB Netzwerk Haushalt. Denn Mäuse übertragen nicht nur selbst Krankheiten, sondern bringen auch Flöhe, Milben oder andere Krankheitsverursacher in die Wohnung. „Bei einer einzelnen Maus kann man noch mit einer Falle arbeiten“, sagt Wieczorek. Tierfreunde können Lebendfallen nutzen. Sind es mehr Mäuse, sollte ein Fachmann zurate gezogen werden.