Wie wir im Urlaub abschalten können

Warum das Vergessen der Arbeit eine große Rolle für die Entspannung in der schönsten Zeit des Jahres spielt

Einfach mal wieder weg: Abstand gewinnt man am besten, wenn man nicht zu Hause ist. Foto: dpa

18.07.2021

Der Lockdown-Winter liegt zurück, der Sommer ist endlich da. Und damit auch das Bedürfnis danach rauszukommen, wegzufahren und Urlaub zu machen. Allerdings dauert die Pandemie an.Wie wir es schaffen, im Urlaub trotz der Risiken abzuschalten, weiß Michael Stark. Er ist Professor für Sozialpsychiatrie in Hamburg und Experte für die Behandlung von Stress und Erschöpfung. Zunächst einmal muss man feststellen: Die corona-bedingten Einschränkungen und nervigen Reisevorschriften sind der Entspannung erst einmal nicht zuträglich – all dies begrenze die Vorfreude, sagt Stark.

75 Jahre Heilbronner Stimme

Informieren
Daran könne man auch nicht viel ändern. Was aber hilft, sind Informationen. Diese bieten zum Beispiel das Robert Koch-Institut (RKI) und das Auswärtige Amt. Aber auch Mitarbeiter im Reisebüro können Licht ins Dunkel der Regulierungen bringen. Der große Vorteil des Sommers liegt darin, dass viele länger Urlaub haben als zu anderen Zeiten im Jahr. Klingt banal, ist aber wichtig: So kann man länger als ein oder zwei Wochen wegfahren. „Das ist natürlich relevant, weil wir brauchen doch mindestens einmal im Jahr eine längere Auszeit“, erklärt Stark. Der Körper brauche mindestens zwei Wochen, um sich wieder in seinen eigenen Biorhythmus herein zu regulieren.

Handy weg
Die Arbeitsstelle sollte man gedanklich zu Hause lassen. „Arbeit in den Urlaub mitzunehmen, ist ganz verkehrt, weil wir mit unserem halben Gehirn natürlich immer wieder bei der Arbeit sind und nicht richtig abschalten“, betont Stark. Das beinhalte auch die Handynutzung: „Ich rate im Urlaub, selbst wenn man erreichbar sein muss, diese Zeiten zu begrenzen. Das ist nützlich, weil sonst sind wir immer mit einem Ohr beim Handy und können nicht richtig abspannen.“ dpa