Wer hilft bei Ärger im Heim?

Tipp: Kommt es zu Konflikten zwischen Pflegekräften und Bewohnern, raten Experten dazu, das Gespräch zu suchen

Aus Angst vor negativen Folgen schweigen Heimbewohner oft lieber, wenn es Probleme im Pflegeheim gibt. Foto: Markus Scholz/dpa-tmn
Aus Angst vor negativen Folgen schweigen Heimbewohner oft lieber, wenn es Probleme im Pflegeheim gibt. Foto: Markus Scholz/dpa-tmn
Im Pflegeheim kommt es zwischen Pflegekräften und Pflegebedürftigen immer mal wieder zu Konflikten. Aus Angst vor negativen Folgen schweigen Heimbewohner aber oft lieber. Dabei sollte man Probleme oder Mängel zunächst mit der Pflegekraft oder Pflegedienstleitung vor Ort besprechen. Dazu rät die Stiftung Warentest in der Zeitschrift „Finanztest“ (Ausgabe 9/2019). Die Heimleitung sollte erst dann einbezogen werden, wenn sich keinerlei Einigung mit den Pflegekräften ergibt.

Gespräch suchen

Darüber hinaus können Betroffene auch das Gespräch mit ihrem Heimbeirat oder Heimfürsprecher suchen. Sie vertreten die Interessen der Bewohner gegenüber der Heimleitung.

Neben Pflegebedürftigen können auch Angehörige oder andere externe Personen in den Beirat gewählt werden. Laut Experten haben Außenstehende oft mehr Mut, sich kritisch zu äußern. Gibt es keinen Beirat, übernimmt ein von der Aufsichtsbehörde ernannter Heimfürsprecher dessen Aufgaben.
Mängel beheben

Bei Mängeln haben Heimbewohner das Recht auf eine Minderung ihrer Entgelte. Dafür sollten sie aber die Probleme gut dokumentieren und dem Pflegeheim am besten schriftlich darlegen. Darin sollte man den Heimbetreiber dazu auffordern, Mängel zu beheben, und gleichzeitig ankündigen, andernfalls den eigenen Anteil am Heimentgelt zu reduzieren.

Ordentlich kündigen

Wenn sich keine Verbesserungen zeigen, sollte man eine Beschwerde bei der Pflegekasse oder der zuständigen Heimaufsicht erwägen. Scheitern am Ende alle Bemühungen, können Pflegebedürftige bis zum dritten Werktag jeden Monats zum Ende desselben Monats ordentlich kündigen. Bei wichtigen Gründen wie Vertrauensbrüchen durch das Personal oder mangelhafter Pflege entfällt diese Kündigungsfrist. dpa  

Wann Kinder für die Pflege zahlen müssen

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Tipp: Wenn Vater oder Mutter für die Pflegekosten nicht aufkommen können, werden vielfach die Kinder zur Kasse gebeten. Das kann mitunter schnell zu einer finanziellen Belastung für Familien werden. Zwar soll künftig nur noch zahlen, wer mehr als 100 000 Euro brutto im Jahr verdient.

Dem Angehörigen-Entlastungsgesetz von Sozialminister Hubertus Heil (SPD) hat das Kabinett auch schon zugestimmt, Bundesrat und Bundestag müssen aber noch grünes Licht dafür geben. So lange gelten noch die bisherigen Regelungen. Im Ratgeber „Elternunterhalt“ (176 Seiten, 14,90 Euro) der Verbraucherzentrale werden sie erläutert. Interessierte erfahren darin unter anderem, wann Eltern finanzielle Hilfe von den Angehörigen anfordern können.

Hierzu gibt das Buch den aktuellen Gesetzesstand wieder, beantwortet wichtige Fragen, behandelt verschiedene Problemstellungen und bietet zudem Rechenbeispiele.

Erhältlich ist der Ratgeber unter anderem online über www.ratgeber-verbraucherzentrale.de oder per Telefon unter 0211 38 09 555. red