VHS Heilbronn: Orientierung in unendlichen Weiten

INTERNET - Soziale Netzwerke, Videochat und Online-Shopping: Wo Einsteiger Hilfe finden

Mit den Enkeln nicht nur telefonieren, sondern sich dabei auch sehen: Der Videochat per Internet ermöglicht Nähe über viele Kilometer hinweg. Foto: Robert Kneschke/stock.adobe.com

16.09.2020

Ein Klick, schon öffnet sich stimme.de, die Internetseite der Tageszeitung. Ein Tipper, schon wählt das Handy die Nummer vom Neffen. Eigentlich doch ganz einfach, oder? Geht es aber etwas in die Tiefe, wird es schnell kompliziert – sei es bei Cookies und Datenschutzerklärungen oder bei den Feinheiten von Whatsapp und den Kniffen beim Online-Shopping. Und wer erst spät im Leben mit moderner Elektronik in Kontakt gekommen ist, hat es hierbei schwerer als andere. Doch auch Menschen, die mit dem Smartphone in der Hand groß geworden sind, wissen längst nicht alles.

Ansprechpartner
Wer Hilfe beim Einstieg sucht oder sicherer werden möchte, findet allerlei Hilfsangebote – digital und in der echten Welt. In vielen Städten sind die Volkshochschulen (VHS) kompetente Ansprechpartner. „Internet-Kurse als eigenständiges Angebot sind seit einigen Jahren nicht mehr nachgefragt“, sagt Sylvia Fohrer, bei der Hamburger VHS zuständig für den IT-Bereich. Stattdessen gehe es heute mehr ins Detail mit Kursen für erste Schritte am PC oder Smartphone. Darin werden häufige Fallstricke behandelt rund um Nutzerkonten, Datenschutz, Passwörter, Cookies und den Schutz vor gefährlicher Software.

Auch das Medienunternehmen Heilbronner Stimme bietet Schulungen für Einsteiger an. Diese richten sich an Teilnehmer mit keinen oder geringen Kenntnissen im Umgang mit dem Tablet oder Smartphone. Zusätzlich gibt es Google-Sicherheitskurse. Auch für Fortgeschrittene, die ein solides Grundwissen mitbringen, gibt es ein Angebot.

Statt des Einzelkurses über „dieses Internet“ sind heute Medienplattformen wie Youtube oder einzelne Dienste gefragt. Etwa soziale Netzwerke wie Facebook oder Twitter. Für ältere Menschen spielt das Kontakthalten zu Kindern oder Enkelkindern eine große Rolle. Hier hat Whatsapp mittlerweile Facebook den Rang abgelaufen, aber auch die Verwendung von Telefondiensten wie Skype werde häufig angefragt, sagt Sylvia Fohrer.

Chat
In der Corona-Krise hat mancher Senior mit der Video-Telefonie auch über Zoom, Microsoft Teams oder Discord Bekantschaft gemacht und so trotz Kontakteinschränkungen regelmäßig von Angesicht zu Angesicht mit den Enkeln gechattet. dpa/ate

Neue Kurse

Die VHS Heilbronn und die Volkshochschulen in den Landkreisen Heilbronn und Hohenlohe starten aktuell ins neue Semester. Im Programm sind auch wieder viele Kurse aus dem Bereich Computer, Smartphone und Internet enthalten, vom Basiswissen bis zur Spezialanwendung, etwa der Gestaltung eines Fotobuchs. Über das Schulungsangebot der Heilbronner Stimme können sich Interessierte von Montag bis Samstag ab 9 Uhr unter der Telefonnummer 07131615615 informieren und anmelden. ate

Zocken macht auch im Alter Spaß

Am Computer zocken ist nur was für Jüngere? Ganz und gar nicht: Ältere Menschen sind aktiv an Konsole, Tablet oder PC, unter den täglichen Spielern ist der Anteil der Älteren sogar höher. Rund jeder oder jede Vierte (23 Prozent) der 50- bis 69-Jährigen gab in einer Forsa-Umfrage im Auftrag der Kaufmännischen Krankenkasse KKH an, fast jeden Tag Computerspiele zu spielen. Unter den 16- bis 29-Jährigen war es etwa jeder Siebte (15 Prozent).

Einen Grund für die Spiellust der Generation 50plus sieht die KKH in einer wieder entdeckten Leidenschaft – schließlich haben viele schon in den 80er Jahren Spieleklassiker auf Commodore, Atari und Co. gezockt. Auch der Branchenverband Game sieht einen Grund für den Zuwachs in diesem Altersbereich darin, dass die Gaming-Pioniere mit dem Medium älter geworden seien. Viele Ältere würden aber auch dadurch abgeholt, dass es Spieleklassiker wie Skat oder Sudoku als App gibt und man sie so etwa auf einem Tablet spielen kann.

Der Zugang zu Computerspielen sei leichter geworden, so der Branchenverband. Nach dessen Schätzungen spielen rund neun Millionen Über-50-Jährige in Deutschland Computerspiele.

Bei bestimmten Spielen könne man in Kontakt mit anderen Menschen bleiben und trotz Abstand gemeinsam etwas erleben, so die KKH. Wer allerdings jeden Tag und dann noch mehrere Stunden am Stück spiele, riskiere eine Sucht und damit seine Gesundheit. dpa