Strumpfband, Spiele, Brautstrauß

Von modern bis geht gar nicht: Bräuche müssen zum Brautpaar passen

Pflichtprogramm? Das blaue Strumpfband ist zwar ein Hochzeits-Klassiker – dennoch dürfen Brautpaare darauf verzichten, wenn sie dem Brauch nichts abgewinnen können. Foto: Christin Klose/dpa-tmn
Pflichtprogramm? Das blaue Strumpfband ist zwar ein Hochzeits-Klassiker – dennoch dürfen Brautpaare darauf verzichten, wenn sie dem Brauch nichts abgewinnen können. Foto: Christin Klose/dpa-tmn
„Das gehört bei einer Hochzeit einfach dazu!“ Sätze wie diese hören künftige Brautpaare öfter. Doch was bei der eigenen Feier dazugehört, kann jedes Paar selbst entscheiden. Wer seine Wünsche und Vorstellungen rechtzeitig kommuniziert, lässt bei Familie und Freunden erst gar keine falschen Erwartungen aufkommen.

Auch wenn man sich nur an einen Bruchteil der gängigen Hochzeitsbräuche hält, gibt es für die Brautleute bei der Feier einiges zu tun: Baumstämme zersägen, Eröffnungstänze tanzen, Kuchen anschneiden, Strumpfbänder ausziehen, Spiele überstehen und schließlich noch einen Strauß werfen. Und irgendwo dazwischen soll der Bräutigam womöglich auch noch seine entführte Frau suchen. Muss das sein? Schließlich hat nicht jedes Brautpaar Lust dazu – andererseits gibt es hier und da Verwandte und Freunde, die diesen oder jenen Brauch erwarten.

„Jedem Brautpaar ist es natürlich selbst überlassen, in wie weit es Kompromisse machen möchte“, sagt Hochzeitsplanerin Svenja Schirk. „Ich rate generell: ,Tut nur, was ihr auch wirklich möchtet!’“

Alternativen
Das gilt für ungeliebte genau wie für gewollte Bräuche. Beispiel Einzug in die Kirche: Manche legen Wert darauf, dass der Vater der Braut seine Tochter an den künftigen Ehemann übergibt. Andere finden das altbacken. Für sie gibt es Alternativen: „Viele Brautpaare sehen sich zum Beispiel mittlerweile vor der Kirche erst einmal ohne ihre Gäste und schreiten dann gemeinsam den Gang entlang“, sagt Schirk.

Gleiches gilt für Spiele während der Feier. „Sie haben eins gemeinsam: Sie sollen etwas symbolisieren“, sagt Schirk. Beim Zersägen von Baumstämmen geht es etwa um Teamarbeit – das lässt sich auch mit anderen Aktivitäten symbolisieren. Wer derartige Bräuche und Spiele gar nicht haben will, kann das ebenfalls durchsetzen. „Wichtig ist nur, dies bereits im Vorfeld klar und deutlich zu kommunizieren“, sagt Schirk. Dann fühle sich niemand vor den Kopf gestoßen. dpa