Hören üben

Das Gehirn braucht Zeit, um sich bei einem neuen Hörsystem wieder an bestimmte Geräusche zu gewöhnen

Das Hirn muss das „neue Hören“, das durchs Hörgerät möglich wird, erst wieder lernen. Foto: Alexander Heinl/dpa-tmn

16.06.2021
Hettinger Reisen

Blätterrauschen oder das Tropfen des Wasserhahns: Wer über einen längeren Zeitraum schwerhörig ist, gewöhnt sich daran, nicht alles zu hören. Bestimmte Geräusche sind aus der sogenannten Hörerinnerung gelöscht, wie die Bundesinnung der Hörakustiker (biha) erklärt. Ein neues Hörsystem stellt das Gehirn deshalb vor eine Herausforderung: Es muss lernen, die neuen Geräusche, die es plötzlich vom Gehör empfängt, einzuordnen.

Ab erstem Tag
Hörübungen helfen dem Hirn dabei. Deren Ziel ist es, dass die Höreindrücke aus der Umwelt besser wahrgenommen und Mitmenschen besser verstanden werden. Wer erstmals ein Hörsystem bekommt und bei wem eine Hörentwöhnung vorliegt, sollte solche Übungen vom ersten Tag an machen, rät biha-Präsidentin Marianne Frickel. Bei der Gewöhnung ans neue Hörvermögen sind Geduld und Ausdauer gefragt. Damit das klappt, helfen die Hörakustikerinnen und Hörakustiker vor Ort.

Ein gutes Beispiel für eine Übung ist das sogenannte Hör-Memory: In verschlossenen kleinen Dosen befinden sich unterschiedliche Dinge, erklärt Frickel. Etwa Reis, Nägel, Steine oder Geldstücke. Wie beim klassischen Memory mit verdeckten Karten ist auch hier jeweils in zwei Dosen der gleiche Inhalt. Das Ziel ist, jeweils die passenden Klangpaare zu finden und damit die Geräuscherkennung zu trainieren.

Eine weitere Beispielübung sei der dichotische Hörtest. Hierbei werden gleichzeitig mehrere mehrsilbige Hauptwörter vorgespielt oder vorgesprochen. Die müssen anschließend wiedergegeben werden. Zunächst startet man mit zwei Wörtern, etwa Gartenzaun und Sonnenschirm. Nach und nach kommen weitere Wörter hinzu. Frickel: „Diese Übung dient dazu, sich in komplexen Hörsituationen zurechtzufinden und seine Gesprächspartner besser zu verstehen.“

Akustisches
Gedächtnis Letztlich geht es bei den Hörübungen darum, das Verstehen von Wörtern, das akustische Gedächtnis, das Hören von Unterschieden und das Herausfiltern von Geräuschen zu trainieren, wie die biha erklärt. Sich an das wiedergewonnene Hörvermögen zu gewöhnen, brauche Zeit. dpa


Beratung zum Thema Pflege

In der Pandemie muss auch die Hilfe für pflegebedürftige Menschen ständig den aktuellen Entwicklungen angepasst werden. Dabei den Überblick zu behalten, ist für Betroffene und deren Angehörige nicht immer einfach. Überhaupt gibt es rund um das Thema Pflege viele Dinge zu klären. Professionelle Beratung kann hierbei helfen. „Doch viele Menschen wissen nach wie vor nicht, dass es zum Beispiel ein Recht auf kostenlose Pflegeberatung gibt, oder wo diese in Anspruch genommen werden kann“, wie das Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) mitteilt.

Datenbank
Auf einer frei zugänglichen und eigenen Angaben zufolge werbefreien Datenbank listet das ZQP darum über 4500 nicht kommerzielle Beratungsangebote rund um die Pflege auf. Dort kann man demnach nicht nur gezielt nach Angeboten in der Nähe suchen, sondern die Ergebnisse auch filtern – je nachdem, ob die Beratung speziell zur Pflege, zum Wohnen, zum Betreuungsrecht, zur Selbsthilfe oder zur Demenz erfolgen soll. Auch Beschwerdestellen sind in der Datenbank aufgelistet. Über eine Karte lässt sich erkennen, wo sich die Beratungsstelle befindet. Daneben finden Ratsuchende weitere Informationen rund um das Thema Beratung zur Pflege. Kostenlos zugänglich ist die Datenbank unter: www.zqp.de/beratungsdatenbank. red