„Möglichst gewinnen, darum geht es“, so Malte Plappert über den Neustart des Heilbronner Triathlons

INTERVIEW - Der aus Leingarten stammende Malte Plappert über seine Chancen in Heilbronn

Malte Plappert läuft dem Ziel entgegen. „Ich war gerade erst beim Ironman 70.3 in Nizza, da habe ich in einem starken Feld den achten Platz belegt.“ Foto: hep

16.09.2021

Die Rolle des Lokalmatadors im Mitfavoriten-Rang gehörte ein Jahrzehnt lang Sebastian Kienle. Der Ironman-Weltmeister von 2014 vom Tri-Team Heuchelberg war immer wieder am Start, wenn in Heilbronn der City-Triathlon oder später die Challenge stattfanden. Jetzt zum Neustart des Wettkampfs gibt es einen anderen Mitfavoriten aus der Region, den aus Leingarten stammenden Malte Plappert.

Welcher Athletentyp sind Sie, eher der Draufgänger, der den Fuß kaum vom inneren Gaspedal nehmen möchte, oder ein versierter Taktiker?
Malte Plappert: (lacht) Puuh, teilweise bin ich schon ein bisschen der Draufgänger. Aber ich denke, je länger die Distanzen werden, desto wichtiger ist die Taktik. Man muss abwägen. Gerade auf der Mitteldistanz, wie jetzt in Heilbronn, muss man seine Ressourcen gut einteilen. Das ist die Distanz, auf die ich mich inzwischen fokussiert habe. Wenn man allerdings nichts riskiert, kann man auch nichts gewinnen. Und man will ja auch absolut alles in einen Wettkampf reingepackt haben, um das beste Ergebnis rauszuholen. Ein bisschen Draufgänger muss man im Triathlon auf jeden Fall sein.
   

AUDI

Was ist Ihre Zielsetzung fürs Rennen am Sonntag in Heilbronn?
Plappert: Es ist ja eine deutsche Meisterschaft, da lockt natürlich der Titel. Wenn ich auf die Startliste schaue, dann ist mein Ziel schon, in diesem Jahr noch einen zweiten deutschen Meistertitel zu holen, neben meinem Erfolg im Crosstriathlon, den ich schon errungen habe. Also: möglichst gewinnen, darum geht es in Heilbronn.

Das hört sich tatsächlich eher draufgängerisch an.
Plappert: Ich würde schon sagen, dass ich einer der Hauptfavoriten bin. Ja, doch.

Daraus kann man schließen: Die Form ist gut. Oder?
Plappert: Ja, so ist es. Ich war gerade erst in Frankreich, auch bei einer Mitteldistanz, beim Ironman 70.3 in Nizza, da habe ich in einem starken internationalen Feld den achten Platz belegt. Das hat bewiesen, dass die Formkurve in die richtige Richtung zeigt. Ich bin topfit für den Wettkampf in Heilbronn.

Wenn Sie auf Nizza verweisen, wie ist das in Zeiten der Coronavirus-Pandemie? Sind Starts im Ausland kein Problem?
Plappert: So wie aktuell die Regeln sind, ist es eigentlich kein Problem. Gerade als Sportler sollte man schon vorsichtig sein und abwägen, was Sinn macht. Aber ich bin vollständig geimpft, da ist das Reisen dann eigentlich keine Schwierigkeit mehr. Es gibt ja auch immer mehr Rennen, die wieder stattfinden. Nach 2020 mit der extremen Coronaflaute geht es wieder richtig los.


„Ich bin topfit für den Wettkampf.“


War es von der Motivation her sehr schwer, durchs Ausfalljahr 2020 durchzukommen?
Plappert: Auf der einen Seite: ja. Aber es hat auch etwas gebracht, ein Jahr lang ohne Wettkämpfe und kurzfristige Ziele zu trainieren.

Es kam nicht irgendwann der große Durchhänger?
Plappert: Nee, ich hab es eigentlich ganz gut durchgezogen. Ich habe die Gelegenheit genutzt, auch mal längere Radtouren ohne den ganz festen Trainingsplan zu machen und so die Region kennenzulernen. Manchmal hing die Motivation schon durch, aber dann muss man sich halt zusammenreißen. Wer sich nicht mehrfach in einem Wettkampf zusammenreißen kann, wird als Triathlet keinen Erfolg haben.

Wie tritt Malte Plappert sich in den Hintern, wenn es nicht läuft?
Plappert: Man darf halt echt nie aufgeben. Aber Durchhänger sind keine Katastrophe, die gehören dazu. Wenn es in einer Disziplin nicht recht passt, kann man in die nächste mehr reinlegen. Und man muss sich in einem Krisenmoment einfach auf den nächsten Schritt, den nächsten Tritt in die Pedale konzentrieren.

Welcher der drei Triathlon-Teilbereiche ist Ihre Lieblingsdisziplin, Schwimmen, Radfahren, Laufen?
Plappert: Radfahren, auf jeden Fall. Das liegt auch an der Geschwindigkeit, die man da hat. Im Schwimmen und Laufen bin ich ein bisschen schwächer, aber ich bin eigentlich ein recht ausgeglichener Triathlet.

Sie waren bei der Challenge Heilbronn auch schon am Start, 2019 bei der letzten Austragung Sechster auf der Mitteldistanz...
Plappert: ... ja, genau, da war es auch eine deutsche Meisterschaft. Jetzt beim Neustart des Heilbronner Triathlons sind es andere Strecken, wie bewerten Sie den Reiz? Plappert: Für mich persönlich ist der Reiz in Heilbronn ganz grundsätzlich enorm, es ist als Leingartener mein Heimrennen, mein Sponsor hep kommt von hier und ist Namenssponsor des Wettkampfs. Die Radstrecke ist für mich keine bekannte heimische Route, aber ich hab sie mir angeschaut. Ich denke, das sollte richtig Spaß machen.

An familiärer Unterstützung wird es wohl nicht fehlen?
Plappert: Davon gehe ich aus. Meine Schwester wohnt in Heilbronn, die wird auf jeden Fall kommen. Meine Eltern haben es aus Leingarten auch nicht weit. Es werden bestimmt auch Freunde und Teamkameraden meines Heimatvereins Tri-Team Heuchelberg an der Strecke sein, das macht das Ganze dann schon besonders.

Wollen Sie mal Profi werden?
Plappert: Mal schauen. Vom Sport leben zu können, ist noch einmal eine andere Hausnummer. Andreas Öhlschläger
   

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Zur Person

Malte Plappert ist am 11. Dezember 1995 in Heilbronn geboren worden. Er stammt aus Leingarten, wohnt als Lehramts-Student für Wirtschaft und Physik aber in Heidelberg. „Vielleicht zwei Drittel des Studiums habe ich fertig.“ Sein Heimatverein ist das Tri-Team Heuchelberg. öha