Die Blase stärken

GESUNDHEIT: So lässt sich das Risiko für Infektionen und Co. senken

Infektionen, Inkontinenz und Harnsteinen lässt sich vorbeugen. Die Deutsche Seniorenliga gibt eine Reihe von Ratschlägen für eine gesunde Blase. Foto: 9nong/stock.adobe.com
Infektionen, Inkontinenz und Harnsteinen lässt sich vorbeugen. Die Deutsche Seniorenliga gibt eine Reihe von Ratschlägen für eine gesunde Blase. Foto: 9nong/stock.adobe.com
Sie ist ein Organ, über das die meisten wohl nicht gerne sprechen. Dabei lohnt es sich, der Harnblase mehr Aufmerksamkeit zu schenken – auch, um das Risiko für Infektionen, Inkontinenz und Harnsteine zu senken. Folgende sieben Tipps hat die Deutsche Seniorenliga dazu zusammengestellt:

- Trinken: Die Blase muss täglich ordentlich durchgespült werden. So werden Keime ausgeschieden, bevor sie sich ansiedeln und eine Entzündung auslösen können. Außerdem ist der Urin dann nicht so stark konzentriert und reizt die Blase weniger. Auch das Risiko für Harnsteine sinkt bei ausreichender Flüssigkeitszufuhr. In der Regel wird eine Trinkmenge von 1,5 bis zwei Liter am Tag empfohlen.

- Toilettengänge: Wer häufig den Harndrang ignoriert und lange einhält, läuft Gefahr, dass sich Keime in der Blase vermehren. Eine gesunde Blase erfordert durchschnittlich vier bis sechs Toilettengänge am Tag. Bei Blasenschwäche können es deutlich mehr sein. Dann ist es sinnvoll, schrittweise die Abstände zwischen den Toilettengängen zu verlängern und so die Blase zu trainieren. Um den Überblick zu behalten, ist es sinnvoll, für eine Weile die täglichen Toilettenbesuche in einem Protokoll zu notieren.

- Ernährung: Eine vitamin reiche, ausgewogene Ernährung stärkt das Immunsystem und hilft, Infektionen vorzubeugen. Zudem wirkt sie überflüssigen Pfunden entgegen. Das entlastet den Beckenboden und beugt einer Belastungsinkontinenz vor. Scharfe Gewürze, Alkohol, Kaffee und Zitrusfrüchte können die Blase einer empfindlichen Person reizen. Wer zu Harnsteinen neigt, sollte purinreiche Lebensmittel wie Innereien, Meeresfrüchte und Hülsenfrüchte beziehungsweise oxalatreiche Nahrungsmittel wie Spinat, Kohl und Schokolade nur in Maßen verzehren.

- Warmhalten: Omas Ratschlag, sich durch das Sitzen auf kalten Steinen „nicht die Blase zu erkälten“, ist medizinisch vielleicht nicht ganz korrekt formuliert. Beherzigen sollte man den Tipp aber trotzdem, denn ein unterkühlter Unterleib kann ebenso wie dauerhaft kalte Füße das Immunsystem schwächen und Infektionen begünstigen. Also: Raus aus den nassen Badesachen und nicht auf kalte Steine setzen.

- Intimhygiene: Damit nach dem Toilettenbesuch keine Darmbakterien in die Harnröhre gelangen, sollte man sich immer von vorn nach hinten abwischen. Nach dem Intimverkehr sollten Frauen innerhalb von zehn Minuten die Blase entleeren, um Bakterien aus der Harnröhre zu spülen. Zum Waschen eignen sich mil de, pH-hautneutrale Waschlotionen. Intimsprays sind überflüssig oder sogar schädlich, da sie den Säureschutzmantel der Haut angreifen können. Unterwäsche sollte aus Baumwolle und bei mindestens 60 Grad waschbar sein. Wer zu Blaseninfektionen neigt, sollte von String-Tangas Abstand nehmen, denn sie können das Eindringen von Darmbakterien in den Harntrakt fördern.

- Entspannung: Stressbedingte Ursachen der Blasenschwäche lassen sich oftmals mit Entspannungstechniken wie Yoga, Tai Chi oder progressiver Muskelentspannung in den Griff bekommen.

- Beckenboden: Der Beckenbodenmuskel ist der Verschlussapparat der Blase. Ist er geschwächt, hält auch die Blase nicht immer dicht. Ein gezieltes Beckenbodentraining ist daher besonders für Frauen nach Geburten oder hormonellen Veränderungen in den Wechseljahren wichtig. Auch Männer profitieren davon, insbesondere nach einem Eingriff an der Prostata. red
   

INFO: Broschüre

Weitere Infos gibt es in der Broschüre „Eine gesunde Blase“ und auf der Website www.dsl-blasen-schwaeche.de. Die Broschüre kann dort kostenlos heruntergeladen oder bei der Deutschen Seniorenliga angefordert werden:

DSL e.V.
Heilsbachstraße 32, 53123 Bonn