Der frühe Vogel heiratet entspannt

Damit die Organisation der Hochzeit nicht in Stress ausartet, sollte die Planung eineinhalb Jahre vorher beginnen

Viele Paare träumen von der perfekten Hochzeit. Damit die Organisation nicht zu stressig wird und am Ende entspannt gefeiert werden kann, sollten alle Details frühzeitig organisiert werden. Foto: kichigin19/stock.adobe.com
Viele Paare träumen von der perfekten Hochzeit. Damit die Organisation nicht zu stressig wird und am Ende entspannt gefeiert werden kann, sollten alle Details frühzeitig organisiert werden. Foto: kichigin19/stock.adobe.com
Von Anja Meyer, dpa

Mit perfekter Location, bewegender Zeremonie und großartigem Essen soll sie das schönste Fest im Leben werden: die eigene Hochzeit. Kaum ein Event ist mit so vielen Erwartungen belegt wie eine Hochzeitsparty. Und sie steigen immer mehr an. Svenja Schirk vom Bund deutscher Hochzeitsplaner in Berlin beobachtet, dass Paare immer mehr Geld in die Hand nehmen, um ihre Traumhochzeit wahr werden zu lassen. Damit das gelingt, hilft nur frühe Planung. Und die sieht so aus:

- 15 bis 18 Monate vorher:
Zuerst muss sich das Paar einig werden, wie viele Gäste kommen, wie viel Geld es ausgeben möchte und in welchem Ambiente geheiratet werden soll. „Paare sollten sich für ihre Hochzeit nicht verschulden“, rät Schirk. „Es ist sehr belastend, mit Schulden in die Ehe zu starten.“ In der Regel beginnt die Planung mit der Suche nach einer geeigneten Location – damit steht dann meist auch das Datum. Sofort Save-the-Date- Karten an die Gäste schicken. Termin beim Standesamt sichern.

- Zwölf bis 15 Monate vorher:
Dienstleister wie Trauredner, Caterer, Fotograf oder Band kontaktieren. Traurednerin Sabine John-Tancredi aus Stuttgart empfiehlt, sich für die Suche nach einem Trauredner Zeit zu nehmen. „Die Rede erlaubt einen tiefen, sehr persönlichen Blick auf die Beziehung – das braucht Vertrauen.“ John-Tancredi trifft ihre Paare dreimal: Beim Kennenlernen stellt man fest, ob man sich sympathisch ist, die Stimme und das Konzept mag. „Es kann auch sein, dass es nicht passt – dann muss genug Zeit sein, jemand anderen zu finden.“ Wenn das Konzept der Zeremonie steht, bucht man am besten gleich den DJ oder die Live-Band dazu. Auch wer kirchlich heiraten möchte, sollte sich möglichst frühzeitig um einen Termin kümmern und Kontakt mit dem Pfarrer aufnehmen.

- Zehn bis zwölf Monate vorher:
Wird das Essen nicht von der Location gestellt, sollte man sich jetzt auf einen Caterer festlegen, rät Holger Stuth vom Restaurant Hannes Ossenkopp im mecklenburgischen Dümmer. Besondere Buffet-Komponenten müssten frühzeitig bestellt werden. „Wenn es Knall auf Fall geht, kriegen wir ein Catering auch zwei Wochen vorher hin – dann aber nur mit Tiefkühl-Ware“, sagt Stuth. Sein Tipp: Auf die Hochzeitssuppe verzichten und nur die Hälfte an Desserts bestellen. „An beidem haben die Gäste meist wenig Interesse.“
     
- Sechs bis zehn Monate vorher:
Das Brautoutfit wählen. Maßgeschneiderte Kleider haben oft vier Monate Lieferzeit. Außerdem: Hochzeitsreise buchen.

- Sechs Monate vorher:
Einladungen verschicken. Für das Catering abfragen, ob Gäste Vegetarier sind oder Allergien haben.

- Fünf Monate vorher:
Ringe aussuchen, Blumen bestellen, gegebenenfalls Transporte oder Shuttle- Services zu den einzelnen Locations buchen.

- Vier Monate vorher:
Tisch-, Menü- und Platzkarten in Auftrag geben.

- Drei Monate vorher:
Probestyling für die Braut organisieren, die letzten Weine aussuchen. Eventuell noch einen Tanzkurs belegen.

- Zwei Monate vorher:
Gästebuch organisieren, Gastgeschenke fertigstellen, zum Polterabend einladen und die letzten Abläufe mit allen Dienstleistern besprechen.

- Zwei Wochen vorher:
Entspannen. Wellness machen und sich Beautybehandlungen gönnen.

- Am Hochzeitstag:
Ausschlafen und ab zum Styling. Dafür sollte man etwa zwei Stunden einplanen. Dann: Hochzeit genießen und nicht stressen. Schirk: „Man sollte gemeinsam darüber lachen, wenn Dinge schiefgehen.“ Die Geschichte vom Hund, der auf das Brautkleid pinkelt, erzähle man sich schließlich noch Jahre später.
   

Sicherheit geht vor Opulenz

Blumenschmuck am Hochzeitsauto

Blumen, Girlanden, Fahnen: Für die Fahrten am Hochzeitstag soll der Brautwagen festlich aussehen. Erlaubt ist, was einem gefällt – nur sicher muss es sein. „Die Rundumsicht darf nicht eingeschränkt sein“, sagt Vincenzo Lucà vom Tüv Süd.

Blumengestecke auf der Motorhaube zum Beispiel sollten nicht so hoch sein, dass der Fahrer den rechten Straßenrand nicht mehr einsehen kann. Schleifen und Girlanden sind ebenfalls beliebte Hingucker. Allerdings dürfen sie nicht so lang sein, dass sie sich irgendwo am Auto verheddern, etwa in den Scheibenwischern. An den Blumengestecken sollten keine spitzen oder scharfkantigen Teile sein – sie können bei einem Unfall Fußgänger oder Radfahrer schwer verletzen, so Lucà.

Blumendeko wird oft mit Saugnäpfen oder Magneten am Auto befestigt. Meist übernehmen das professionelle Floristen. Wer sie in Eigenregie anbringt, sollte bei Saugnäpfen den Autolack vorher mit Glasreiniger säubern, rät der Tüv Rheinland in einem Blogeintrag. So halte dieser besser. Bei Magneten ist es wichtig, deren Unterseite und die Stelle am Lack von Schmutz zu befreien. „Geraten Partikel zwischen Magnet und Lack, kann es beim Abziehen zu Kratzern kommen“, sagt Lucà.

Bevor die Fahrt im dekorierten Hochzeitsauto losgeht, dreht man lieber eine kurze Proberunde auf einem Parkplatz. Passt alles, geht es auf die Straße. Allzu sehr aufs Tempo sollte man aber nicht drücken – und vor der Autobahn den Blumenschmuck besser entfernen. dpa