Wengerter geben Tipps für Oster-Tropfen

Vom preisgekrönten Landesvatter-Sekt bis zur Neuinterpretation des schwäbischen Schiller


29.03.2021

Triebwerk, Steckenpferd, Wildwuchs: Die Etiketten von Genossenschaften, Gütern und Kellereien machen richtig neugierig – und sie räumen nebenbei mit dem Vorurteil auf, Schwabenweine seien langweilig. Gerne hätten die Wengerter dies Mitte März auf der Düsseldorfer Prowein und auf anderen Messen demonstriert. Doch wegen der Pandemie fallen derzeit fast alle Veranstaltungen flach. Längst sind etliche Winzer dazu übergegangen, ihre Produkte über digitale Schläuche in Online-Proben zu vermarkten. Auch auf sozialen Netzwerken zeigen sie immer öfter Flagge, ganz zu schweigen von den aufgepeppten Homepages. Auch über die Zeitung kann man Kunden gewinnen, zum Beispiel über die Weinstimme. So gaben wir den Anzeigenkunden der Heilbronner Stimme / Hohenloher Zeitung / Kraichgau Stimme die Gelegenheit, ihre Vorzeigetropfen einzureichen. Leider halten sich viele zurück, überall wird gespart, auch am falschen Fleck.
   

Einen richtigen Knaller hat das Brackenheimer Weingut Anita Landesvatter zu bieten: Der über klassische Flaschengärung gewonnene 2018er Weißburgunder-Sekt errang bei der Landesprämierung eine Goldene Preismünze und landete gar bei der Gault-Millau-Sektverkostung 2021 auf Platz eins in der Kategorie deutsche Sekte trocken und halbtrocken: Ein außergewöhnlich fruchtiger Weißburgunder mit angenehm ausbalancierter Restsüße, sehr milder Säure und zartem Schmelz. Gratulation!  

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Der Triebwerk Schillerwein ist das neueste Werk der Jungwinzer der Genossenschaftskellerei Heilbronn. Er wurde aus den internationalen Sorten Sauvignon Blanc, Merlot und Cabernet Sauvignon kreiert und interpretiert den Württemberger Klassiker auf moderne Weise neu. Im Glas zeigt er eine kräftige Lachsfarbe, Aromen von Himbeeren, Limone und Zitronengras, gepaart mit würzigen Noten. Im Mund ist zuerst die Frucht der Süßkirsche und der Erdbeere schmeckbar. Anschließend erfüllt ein wunderbares Süße-Säure-Spiel den Gaumen und hallt bis zum nächsten Schluck nach. Eine ideale Wahl für leichte Speisen aus der Pfanne und vom Grill oder in einer geselligen Runde.

Die Cleebronner Privatkellerei Storz versucht in ihrer Steckenpferd-Kollektion ihre Vorstellungen von außergewöhnlichen Weinen zu verwirklichen. Für einen guten Wein geht Junior Jan Andre „auch gerne unkonventionelle Wege und scheut keine Mühe“. Dunkel und schwer liegt der angenehm fruchtige Rotwein aus Cabernet Dorsa, Merlot, Zweigelt und Cabernet Mitos im Glas. Er eignet sich zu Rind, Lamm, und Wild: nicht nur an Ostern.

Die Weinhandlung Winery Heilbronn empfiehlt den feinherben 2019er Riesling Wildwuchs des Weinguts Link-Wolf aus Brackenheim-Hausen, das absolute Steckenpferd von Junior Alexander, der seine Reben wild vor sich hinwachsen lässt. Daraus resultieren kleine, sehr aromatische Beeren. Alex Link begnügt sich nicht damit, Unkraut von Schafen abgrasen zu lassen, er pflanzt Kräuter zwischen die Reben wie Weinraute, Natternkopf, Salbei oder Schwertlilie. Die Pflanzen geben nicht nur Schmetterlingen und Hummeln einen Lebensraum, sondern geben dem feinen Wein auch einen aromatisch-würzigen Geschmack. kra