Wein per Mausklick nach Hause

Weil Lokale zu waren und Feste flach fielen, erschlossen viele Winzer neue Absatzkanäle


14.11.2021
Rolf Willy

Die Pandemie hatte und hat auf fast alle Bereiche des öffentlichen und privaten Lebens einen großen Einfluss, natürlich auch auf die Weinbranche. Genossenschaften, Kellereien, Weingüter und vor allem Wengerter mit Besenwirtschaft waren in Zeiten des insgesamt neun Monate währenden Lockdowns stark durch die Schließung von Gaststätten und den Wegfall von Veranstaltungen betroffen.

„Umso mehr hat es uns gefreut, dass mit kreativen Ideen wie etwa virtuellen Weinproben neue Absatzkanäle erschlossen wurden“, so der Präsident des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbandes (BWGV), Roman Glaser. „Mit den Öffnungen im Gaststättenbereich und ersten erfolgreich durchgeführten Weinfesten hoffen wir auf einen Schritt in eine weitgehende Normalität,“ sagte er noch vor vier Wochen bei der Herbst-Pressekonfenerz des Verbandes. Inzwischen ist wegen steigender Infektionszahlen wieder alles etwas angespannter.

Gleichzeitig rechnet Glaser damit, dass die Pandemie auch zu einer gewissen Renaissance von Genossenschaften führen wird. „Die Menschen merken, wie wichtig und wertvoll regional tätige Unternehmen sowie vor Ort erzeugte Produkte sind. Zudem sei eine Bündelung der Kräfte in wirtschaftlich herausfordernden Situationen wichtig.

Innovationsfreude legten vor allem Jungwinzer an den Tag: bei WGs, Kellereien im eigenen Familienweingut oder etwa in sympathischen Zusammenschlüssen wie Wein.Im.Plus, Vinharmonie in Neckarsulm oder der jungene Wengerter-Generation in Erlenbach. Überall hat die Krise die Digitalisierung vorangetrieben, Bestellungen per Mausklick legten deutlich zu. Viele Betriebe haben ihre Homepages aufgefrischt und die Präsenz in sozialen Netzwerken ausgebaut. Anfangs ernteten Online-Weinproben noch trockene Witzchen, zwischenzeitlich erlebten sie einen Boom. Auf der Homepage www.deutscheweine.de sind über 100 Online-Winzer aufgelistet, aber bei weitem nicht alle. kra
  

Traumelf

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Aus den besten Tropfen der Landesprämierung plus separat eingereichten Weinen werden jedes Jahr elf „Beste Württemberger“ gekürt. Mit 292 (2020: 183) Weinen war der Wettbewerb 2021 gefragter denn je. 2019 waren es 225, davor 222. Die elf Besten, auch Traumelf genannt, sind: 2019 Adolzfurter Lindelberg Riesling Auslese trocken der Württembergischen Weingärtner-Zentralgenossenschaft WZG in Möglingen; 2020 Herzog C Grauburgunder trocken der Weingärtner Cleebronn-Güglingen; 2020 Sauvignon Blanc trocken vom Staatsweingut Weinsberg; 2020 Gewürztraminer der Genossenschaftskellerei Heilbronn; 2019 Trollinger trocken der Heuchelberg-Weingärtner; 2019 Nordheimer Heuchelberg Lemberger trocken aus der Nordheimer Privatkellerei Rolf Willy; 2019 Zweigelt trocken vom Weingut Herzog von Württemberg; 2018 Merlot trocken, ebenfalls Herzog von Württemberg; 2020 Samtrot Spätlese der Gebrüder Weibler aus Bretzfeld-Siebeneich, bei den Barriques das 2018 Divinus Abt Rotweincuvée trocken vom Weinkonvent Dürrenzimmern sowie der 2018 Abstatter Burg Wildeck Chardonnay Sekt brut vom Staatsweingut Weinsberg.