Vom Arme-Leute-Essen zur kulinarischen Gaumenfreude

Hokkaido und Butternut bereichern Speiseplan als Suppe, Püree, Kuchen und als süß-sauer eingelegte Köstlichkeit

Kürbisse gibt es in allerlei Farben, Formen und Größen. Von den rund 800 Sorten sind nur wenige zum Verzehr geeignet.

9.10.2020

Man mag es beklagen, dass der Sommer schon wieder vorüber ist. Hat er doch kulinarisch – man denke nur an Beeren, Salate und vielerlei Gemüsesorten – vieles zu bieten. Doch auch der Herbst steht der warmen Jahreszeit rein küchentechnisch betrachtet in nichts nach.

Da sind zum einen die bei vielen so beliebten Wildspezialitäten, die von leckerem Rehrücken über Hirschragout bis zur Wildschweinkeule reichen – und zum anderen Pilze in allerlei Variationen. Auf den Tisch kommen jetzt wieder frische Pfifferlinge und weitere heimische Sorten, die sich beim Waldspaziergang entdecken lassen. Nicht zu vergessen: der Kürbis, der nach Jahren des Schattendaseins, in denen er bestenfalls als stimmungsvolle Herbstdeko diente, nach und nach wieder auf den Tellern landet. Und zwar jenseits seines alten Images als Arme-Leute-Essen.

Variantenreich
Bei immer mehr Gourmets gilt er als die beliebteste herbstliche Delikatesse. Kein Wunder, schließlich lassen sich aus ihm die unterschiedlichsten Gerichte zaubern: Süß-sauer eingelegt ist er willkommene Dreingabe zum Vesper. Als Suppe das Entree zum leckeren Menü. Als Püree ersetzt er Nudeln, Reis und Kartoffeln. Und als Kuchen kann er je nach Zubereitung geschmackvolle Vor- oder süße Nachspeise sein.

Vielfarbig, in allerlei Formen bietet die Natur rund 800 Sorten – wovon viele allerdings ungenießbar sind und wirklich nur zur Zierde dienen. Gängigste Speisekürbisse sind die Riesen-, Gemüse- oder Gartenkürbisse, zu denen unter anderem der hellgelbe, birnenförmiger Butternusskürbis (Butternut) zählt. Der beliebteste ist allerdings der orangefarbene, sehr schmackhafte Hokkaido – wohl auch deshalb, weil bei ihm die Schale nicht entfernt, sondern mit gegart und gegessen werden kann, was die Zubereitung wesentlich erleichtert. Etwas seltener, aber in der gehobenen Küche gerne verwendet wird der Spaghettikürbis, dessen Bezeichnung daher rührt, dass – kocht man ihn im Ganzen – dessen Fruchtfleisch zu spaghettiähnlichen Fäden zerfällt.

Ursprünglich aus Mittel- und Südamerika stammend (die ältesten Funde datieren auf die Zeitspanne zwischen 8000 und 10 000 vor Christus), ist der Kürbis zwischenzeitlich auch in heimischen Gärten anzutreffen. Die einjährige sonnenhungrige Pflanze liefert zumeist reichlich Früchte, die – je nach Sorte – in Farbe, Größe und Form stark variieren. Geerntet werden Kürbisse nach den ersten Nachtfrösten. Vollreif sind sie, wenn die Kälte ihre Blätter vernichtet hat.In den Geschäften hat er seine Hochsaison von September bis November.

Haltbar
Kleine Exemplare lassen sich komplett im Kühlschrank aufbewahren. Große Vertreter gehören in den Keller. Bei sachgemäßer Lagerung halten sie sich über mehrere Tage. Lässt man beim Ernten einen Teil seines Stieles stehen, verlängert sich die Haltbarkeit.

Von unserer Redakteurin
Ulrike Kübelwirth
 


Einfach und lecker: Kürbissuppe mit Sahne und Ingwer

Im Handumdrehen zubereitet ist die Kürbissuppe mit Sahne und Ingwer. Dazu gibt es exotische Hähnchen-Ananas-Spieße. Die Rezepte gelten jeweils für vier Personen.

Kürbiscremesuppe mit Ingwer-Zutaten:
1 mittelgroßer Hokkaido
2 große Zwiebeln
1 Stück Ingwer
800 ml Brühe
200 ml Sahne
20 ml Cognac
Currypulver
Cayennepfeffer
Salz, Öl

Zubereitung: Kürbis würfeln, Zwiebeln schälen und würfeln. Ingwer kleinhacken. Zwiebel und Ingwer in Öl anschwitzen. Kürbis kurz dazugeben, mit Currypulver und Cayennefeffer würzen. Mit Brühe ablöschen und Kürbis weich kochen. Das Ganze pürieren. Sahne zugeben und salzen. Zum Schluss Cognac in die nicht mehr kochende Suppe geben und eventuell noch einmal abschmecken. Dazu passen Hähnchen-Ananas-Spieße.

Hähnchen-Ananas-Spieße Zutaten:
1 Hähnchenbrust
frische Ananas
Pfeffer
Salz
1 Eigelb
etwas Mehl
Kokosflocken
Holzspießchen

Zubereitung: Hähnchenbrust und Ananas in mundgerechte Stücke schneiden und auf die Spieße stecken. Salzen, pfeffern, danach erst in Mehl, dann im Eigelb, zum Schluss in Kokosflocken wenden. Die Spießchen in Öl goldgelb herausbacken und zur Kürbissuppe servieren.