Online-Proben sind überall im Kommen

Weine aus digitalen Schläuchen – Vor allem Jungwinzer lassen sich einiges einfallen


29.03.2021

REGION Durch Corona wurde nicht alles schlechter. Unter anderem hat die Krise die Digitalisierung vorangetrieben. Vor einem Jahr ernteten Online-Weinproben noch trockene Witzchen, inzwischen erleben sie einen regelrechten Boom. Auf der Homepage www.deutscheweine.de sind über 100 Online-Winzer aufgelistet, aber bei weitem nicht alle.

Youtube 
Wer’s erfunden hat? Die Jungwinzergruppe Wein.Im.Puls hatte die Nase jedenfalls ganz vorn. Stephanie Schwarz, Christian Seybold, Daniel Bauer, Lucas Schwab, Philipp Weinreuter und Anja Gemmrich gingen bereits im April 2010 den digitalen Weg. Zu den Pionieren zählt auch das Heilbronner Weingut Albrecht-Kiessling, wo sich das „Live-Tasting mit Viola“ zur festen Größe entwickelt hat, so zum Beispiel am 16. April ab 19 Uhr auf Youtube. Wie geschmiert läuft es via Internet regelmäßig bei den Erlenbacher Jungwinzern. Ganz schön präsent sind online auch die Geschwister Ursula und Ludwig Berthold aus Neckarsulm: aktuell mit genussvollen Oster-Paketen und mit einem gemeinsamen Auftritt mit der Band Coco.

Auf dem Weg zum Klassiker ist das „Live Tasting mit Caro“ der Genossenschaftskellerei Heilbronn: zum Beispiel am 17. April um 19 Uhr aus der Pre Zero Arena der TSG Hoffenheim. Stadionsprecher Mike Diehl verspricht einen sportlich-genussvollen Abend mit dem spielfreudigen Heilbronner WG-Team. Teilnehmer zahlen für die Weine 56 Euro.

DWI-Tour 
Nach der Premiere der „Virtuellen Weintour“ 2020 – satte 8500 Teilnehmer hatten sich eingeklinkt – lädt das Deutsche Weininstitut (DWI) vom 16. bis 25. April erneut zu Online-Proben. In 22 interaktiven Verkostungen führen Experten durch eines der 13 deutschen Weinbaugebiete und stellen Weine von 88 Erzeugern vor. Mit jedem Verkostungspaket (Kostenpunkt 39,90 Euro) von jeweils vier Flaschen mit 0,75 Liter bekommt man ein 50 ml-Probierfläschchen gratis. Mit von der Partie sind unter anderem die Heuchelberg-Weingärtner (Schwaigern), die Weinkellerei Storz (Cleebronn) sowie die Weingüter Birkert aus Bretzfeld und Lutz aus Oberderdingen.

Das Saatsweingut Weinsberg verlegt am 23. April, 19 Uhr, gleich die komplette Kundenpräsentation ins Internet. Fünf Jungwinzer der Gruppe Vinharmonie präsentieren am 17. April den passenden Wein zum Neckarsulmer Stadtjubiläum.

Benefiz 
Die digitale Schiene taugt auch für Benefizaktionen. Kürzlich moderierte Journalistin Andrea Dörfel eine Charity-Weinprobe in Obersulm. Gastgeber waren Familie Baumann von Schloss Affaltrach und der Freundeskreis Bareka mit Sitz in Untergruppenbach. Ein Sekt, fünf Weine für 60 Euro, davon gingen 10 Euro€ dir ekt an Bareka. Mit Spenden und diesem Obolus kamen an dem Abend mehr als 1000€Eur o zusammen. Das Wein-Paket gibt es weiterhin, das Video der Youtube-Weinprobe steht weiterhin über die beiden Homepages www.schlossaffaltrach.de und www.bareka.de. Der Förderkreis Bareka setzt sich seit über 30 Jahren in Burkina Faso/Westafrika für verschiedene Hilfsprojekte ein und unterstützt vor allem die Landwirtschaft.

Kiwanis 
Wie berichtet betritt auch der Kiwanis-Club Weinsberger Tal Neuland. Weil coronabedingt Veranstaltungen wegbrechen, bei denen der Serviceclub normalerweise Geld für soziale Projekte erlöst, geht er mit den Winzern vom Weinsberger Tal und der Genossenschaftskellerei Heilbronn, dem Rappenhof sowie Sängerin Sandra Hartmann und Oliver Prechtel am Klavier den digitalen Weg. „Frühlingsgefühle mit Kiwanis“ ist die Online-Weinverkostung am 26. März um 19.30 Uhr überschrieben. Der Vorverkauf hierfür ist offiziell allerdings schon abgeschlossen.

QR-Code 
Jederzeit abrufbar sind die fünf neuen Tropfen der Gruppe Junges Schwaben: Hans Hengerer (Heilbronn), Rainer Wachtstetter (Pfaffenhofen), Jürgen Zipf (Löwenstein), Sven Ellwanger (Weinstadt) und Jochen Beurer (Kernen). Evangelos Pattas vom Restaurant Delice in Stuttgart stellt fünf Junges-Schwaben-Weine per Videos vor, in die man sich per QR-Code auf Youtube jederzeit einklinken kann. Weitere Infos direkt bei den Betrieben.

Kilian Krauth