Gute Kombination: Edle Stangen und Feines vom Rost

Es müssen nicht immer Würstchen sein – Schnelle, pfiffige Ideen für kulinarischen Genuss

Ein ungewöhnliches Geschmackserlebnis verspricht der Spargelsalat mit Blutorange, Zitronenabrieb sowie Bröseln aus Weißbrot, Oliven, Thymian. Fotos: dpa

14.04.2021

Freunde kulinarischer Köstlichkeiten haben gleich doppelten Grund zur Freude: Zum einen startet endlich wieder die Spargelsaison. Zum anderen beginnt mit dem Frühjahr die Zeit des Grillens. Wobei sich Spargel und der Rost wunderbar miteinander kombinieren lassen.

Kaum ein anderes Gemüse wird im Frühjahr so sehnsüchtig erwartet. Pro Kopf werden in Deutschland im Jahr durchschnittlich rund 1,7 Kilogramm Spargel verbraucht. Bis zum 24. Juni dauert die Saison. Knackfrisch schmecken die Sprossen am besten. Beim Kauf sollten die Stangen prall und fest sein. Reibt man sie vorsichtig aneinander, quietschen sie. Und: Egal ob Grün oder Weiß – die Schnittstelle darf nicht ausgetrocknet sein. Genießen lässt sich das königliche Gemüse auf vielfältige Weise.

Mit Blutorangen
Die Münchner Autorin und Bloggerin Claudia Zaltenbach beispielsweise kreiert außergewöhnliche Rezepte wie Spargelsalat mit Blutorange, Rauke und Oliven-Bröseln oder mit Sesam-Miso-Dressing und Schnittlauchblüten. Bei der Variante mit Blutorange sorgen Brösel aus Weißbrot, Oliven, Thymian und Zitronenabrieb für eine fruchtig-würzige Variante.

Spargel mag Brösel. „Zu grünem und weißem Spargel passt auch prima Eierbröselschmelze“, schwärmt Foodbloggerin Eva Hoffleit aus Fellbach, die in ihrem Garten grünen Spargel anbaut. Dazu hackt sie hartgekochte Eier und Kräuter wie Dill, Petersilie, Estragon und Schnittlauch. Das Ganze mischt sie unter die in Butter angebräunten Semmelbrösel und würzt anschließend alles mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft.

In ihrem Buch „Ye Olde Kitchen“ stellt Hoffleit eine leichte Pasta mit grünem Spargel vor. Dafür kocht sie Nudeln wie Linguine al dente, brät den in Scheiben geschnittenen Spargel in Olivenöl und löscht mit etwas Nudelwasser ab. Die tropfnasse Pasta gibt sie mit gehacktem Kerbel zum Spargel und schmeckt mit Olivenöl, Salz und Pfeffer ab. Wer will, reibt Parmesan darüber.

Gebratenoderroh
Wer seinen Spargel nicht kochen will, sollte ihn einfach mal braten. Simon Schumacher drittelt geschälte Spargelstangen und brät sie kräftig in der Pfanne an. Er löscht mit Weißwein ab, legt einen Thymianzweig dazu und lässt alles bei geschlossenem Deckel etwa 20 Minuten durchziehen. Die Stangen sollten noch Biss haben. Vor dem Servieren hobelt er Parmesan darüber. Oder man gart die geschälten Stangen in der Fettpfanne im vorgeheizten Backofen bei 180 Grad je nach Dicke bis zu 40 Minuten in einem Gemüsefond. Auf den Spargel kommen noch Butterflöckchen. Das Ganze wird mit einem Blech oder Alufolie abgedeckt. Das klappt auch mit grünem Spargel, braucht aber nur etwa 30 Minuten. Statt üblicher Hollandaise empfiehlt Ira König zum Ofengemüse Paprika-Orangen-Soße.

Rohgehobelter Spargel eignet sich etwa mariniert gut oder zu Gegrilltem. Dafür hobelt Simon Schumacher sorgfältig geschälte rohe Stangen bis auf die Spitzen in schräge, dünne Streifen, beträufelt sie mit Rapsöl und würzt mit Salz, Pfeffer und Kardamom. „Bei Grünspargel gebe ich Knoblauch und einen Thymian- oder Rosmarinzweig dazu“, erklärt er. Beim Servieren verfeinert er mit Olivenöl, Meeressalz und einer Zitronenspalte. Das peppt jeden Grilltag auf.

Apropos Grillen: Den zuvor blanchierten Spargel auf eine Alufolie geben, großzügig mit Pesto beträufeln und das Ganze Päckchen verschlossen für etwa eine Viertelstunde auf den Rost gelegt, ergibt eine köstlice Beilage zu gegrilltem Fleisch und Fisch. Ebenfalls schnell gemacht und lecker zu Gegrilltem: Ira König richtet roh marinierten Spargel mit Tomatenwürfeln, Basilikum, Mozzarella an.

Dass es nicht immer Wurst und Steak sein muss, das hat sich mittlerweile auch bei ambitionierten Grillmeistern herumgesprochen. So kommt auch immer öfter Fisch auf den Tisch. Etwa Zitronenlachs. Dafür werden am Vortag ein Bund Basilikum mit Olivenöl püriert und Zitronen in Scheiben geschnitten. Marinade über Nacht kalt stellen. Das ungesalzene Lachsfilet mit dem Basilikumöl bepinseln, von beiden Seiten mit Zitronenscheiben belegen und mit Küchengarn binden. Lachs in einer Aluschale auf dem Grill mit Abstand zur Glut platzieren und vier bis fünf Minuten garen lassen.

Ebenfalls mariniert werden auch Scampis zum Leckerbissen. Dafür aus geriebenem Ingwer, gepresstem Knoblauch, Olivenöl, Salz, Pfeffer, zwei Esslöffeln mildem Curry und einem Esslöffel Honig eine Marinade herstellten und die Scampis etwa zwei Stunden lang darin ziehen lassen. Anschließend auf den Grill legen und garen.

Gefüllte Champignons
Gegrillt oder roh: Gefüllte Champignons sind tolle Begleiter zu Fleisch, Gemüse und Fisch. Dafür werden sechs große Pilze ausgehöhlt. Füllung eins lässt sich aus 50 Gramm geriebenem Käse, 100 Gramm Creme Fraiche, frischen Kräutern, Salz Pfeffer und Chili herstellen. Bei Variante zwei kommen 100 Gramm Feta, 150 Gramm Frischkäse natur, 50 Gramm Spinat. Salz, Pfeffer und Muskat zum Einsatz. Ebenfalls lecker: eine Füllung aus einer gehackten Zwiebel, 200 Gramm Gouda, Olivenöl, Salz, Pfeffer und Petersilie. Last but not least lassen sich die Champignons auch mit 200 Milliliter Tomatensoße, vier Esslöffeln Mais, 50 Gramm geriebenem Käse, Basilikum Oregano, Salz und Pfeffer verfeinern.

Kartoffelfächer
Dafür werden die Kartoffeln geschält und fein eingeschnitten (nicht durchschneiden). In die so entstandenen Fächer kommen Olivenöl, Salz, schwarzer Pfeffer. Die rohen Kartoffeln für etwa 40 Minuten auf den Grill legen. Dann die Zwischenräume mit Käse und Schinkenstreifen füllen und noch einmal 20 Minuten lang auf den Rost. Je nach Größe brauchen die rohen Kartoffeln gut eine Stunde bis sie gar sind. Wem das zu lange dauert, der kann sie auch vorkochen.

Ananas-Schinken-Ringe
Ein prima Begleiter zu Salat sind Ananas-Schinken-Ringe Dafür eine frische Ananas schälen, entstrunken und in acht circa ein bis eineinhalb Zentimeter dicke Scheiben schneiden. Diese werden mit 16 Scheiben Bacon umwickelt, auf den Rost gelegt und unter Wenden für etwa fünf Minuten lang gegrillt.


Ulrike Kübelwirth und Heidemarie Pütz, dpa