Unter Strom

Dauerhaft überlastete Leitungen sind gefährlich

Arbeiten an der Hauselektrik sind ein Fall für den Fachmann. Er kann überalterte Leitungen und Sicherungen austauschen und modernisieren. Foto: martinfredy/stock.adobe.com

11.11.2020

Es ist ein Ärgernis, das viele Haus- und Wohnungsbewohner kennen: Die Sicherung fliegt raus, wenn zwei große Elektrogeräte gleichzeitig laufen. Besonders häufig passiert das in Altbauten, wenn sich zwei Geräte einen Stromanschluss teilen. Hier sind die Elektroanlagen nämlich häufig veraltet. Und das kann unter Umständen sogar gefährlich werden: Es droht ein Kabelbrand.

In der Regel springt die Sicherung raus, wenn die Leitungen überlastet sind. Sind Leitungen dauerhaft leicht überlastet, also beispielsweise wenn immer wieder Herd und Spülmaschine in der Küche gleichzeitig angeschaltet sind, dann altern sie auch schneller, erklärt Klaus Jung, Geschäftsführer des Fachverbands Elektroinstallationssysteme im Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI). Altert die Leitung schneller, wird ihre Isolierung porös – die Kabelbrandgefahr steigt.

Separater Stromkreis
Jungs Tipp: „Bei allen Geräten größer oder gleich zwei Kilowatt Anschlussleistung muss die Elektroleitung fest mit dem Gerät verbunden sein, also nicht über eine Steckverbindung.“ Diese Geräte müssen außerdem über einen separaten Stromkreis betrieben werden.

Elektroanlagen in Wohngebäuden sind im Schnitt 35 bis 50 Jahre alt. „Damals gab es manche dieser Geräte noch gar nicht, beziehungsweise nicht in der heutigen Vielzahl“, erklärt Jung. „Das heißt, die Elektroanlagen sind für die Zeit der Erstehung konzipiert und heute überfordert. Das heißt, sie werden über der Belastungsgrenze betrieben.“

Dadurch würde in vielen Gebäuden die Brandgefahr ansteigen, meint Jung. Und sagt: „Im übertragenen Sinne ist das Phänomen mit dem erhöhten Blutdruck und die Wirkung auf unsere Adern zu vergleichen, ein schleichender Prozess mit sehr oft dramatischem Ausgang.“