Spaß mit Löwenbrause und Streichelbürstenduschkopf

Technische Innovationen halten in der Wellnessoase Einzug – Dreiklang von Komfort, Wohlgefühl und Nachhaltigkeit

Man hat wieder Holz: Der Werkstoff ist absolut badsalonfein. Bei den Möbeln, am Boden und sogar an der WC-Spülung. Natürlich in Eiche, echt. Foto: VDS/Tece

22.06.2021

Mit etwas Abstand zur digitalen Badmesse ISH und nach langem Wälzen von Webseiten der Hersteller kommt man zu dem Schluss, dass die Bedeutung von Komfort, Nachhaltigkeit und Wohlgefühl im Badezimmer nicht abflaut. Und wäre der Faktor Spaß ein Aktienkurs, dann ließe die neue Badsaison seinen Wert gerade ganz steil nach oben steigen. Das meldet die Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS).

Für alle Sinne
Kurz unter die Dusche springen, das war gestern. Stattdessen locken ultra- oder fliesen flache Ausführungen mit perfekt integrierten Abfluss-Lösungen zu längerem Verweilen und sprechen mit Licht und Musik alle Sinne an. Zudem strömen Strahlarten mit klangvollen Namen wie Champagne oder Rain aus Decke und Wand, verwöhnen den Körper mit konstanter Temperatur und streicheln die Seele sanft. Wie gut, dass eine smarte Brause in der Hand den Energieverbrauch misst und auf diese Weise mahnt, wie wertvoll die irdischen Ressourcen sind.

Überhaupt ist „smart“ das Gebot der Stunde, wird damit doch umweltschonendes Verhalten im eigenen Zuhause und Bad gleichgesetzt. Ein bisschen Spaß muss allerdings sein. Deshalb bleibt die Sehnsucht nach dem Paradies auf Erden in Gestalt einer freistehenden Badewanne für zwei bestimmt auf ewig bestehen. Bestenfalls in Bi-Color und zentral im Raum platziert, lässt es sich dort königlich Hof halten.
  

Fliesen Fink

Leider bestimmt das dafür erforderliche Badezimmer im King-Size-Format nicht den deutschen Alltag. Im Gegenteil. Vielmehr heißt es in Pandemiezeiten noch enger zusammenzurücken, als es die Einbuße an Platz in den Großstädten ohnehin erzwingt. Praktischer Komfort spielt daher zunehmend eine wichtige Rolle. Somit rücken Alleskönner in den Mittelpunkt der modernen Badausstattung.

Dusche besetzt? Macht gar nichts, wenn am Waschbecken eine Armatur mit ausziehbarem Kopf für die Haarwäsche wartet. Noch dazu kann man damit dem Kleinkind die Füße abspülen oder nach dem Spaziergang Gummistiefel säubern. Bei Bedarf und Knopfdruck wechselt der Strahl von sanft auf füllig, so wie es der Einsatz gerade erfordert.

Neben der Funktionalität überzeugen die neuesten Wasserspender mit edlen, schlanken Konturen, verschiedenen Höhen und Modellen für die Auf- beziehungsweise Unterputzmontage. Die Oberflächen sind weiterhin vielfältig. Den Ton jedoch gibt eindeutig Schwarz an.

Schwarz im Kommen
Die eigentliche Nichtfarbe vereinnahmt dabei alles. Selbst Accessoires wie Toilettenbürste und Papierrollenhalter folgen dem Trend. Betrachtet man die WC-beziehungsweise Dusch-WC-Ausstattung aus technologischer Sicht, dann konnten sich die spülrandlosen Typen in relativ kurzer Zeit durchsetzen.

Auch oder gerade, weil sie eine besonders schnelle und gründliche Reinigung ermöglichen. Dabei sollte das Spülwasser spritz frei bis direkt unter den Beckenrand geführt werden und idealerweise nur wenige Liter ausmachen.

Schon gibt es Modelle, die dank neuer Wirbelkraft nur drei für das kleine und viereinhalb Liter für das große Geschäft benötigen. Zudem stehen Glasuren zur Wahl, die antibakteriell wirken. Optional sind integrierte Fächer für WC-Duftsteine, die außerhalb des Beckens, aber direkt am Wasserzulauf liegen.

Am Dusch-WC sorgt hingegen eine Geruchsabsaugung für gute Luft. Wie die WC-Sitz-Heizung und das Orientierungslicht startet auch sie automatisch. Die zweigeteilte Spültaste ist nahezu Standard und lässt mit Blick auf das Design (fast) keine Wünsche offen.

Apropos: Statt sich ihr Bad einfach für die schnelle Wäsche einzurichten, investieren die Menschen nun viel Geld und Elan in ein stilvolles Ambiente. Dabei achten sie laut Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) besonders auf Materialien und Haptik – angefangen beim Armaturenhebel bis hin zur WC-Betätigung. Sogar in Sichtbeton, Marmor oder Eiche ist sie jetzt zu haben.

Dass speziell Holz im Bad die ersehnte Kommodität ausstrahlt, beweisen nicht zuletzt schicke Stauraum-Entwürfe. Darüber hinaus steht das Material wie alle natürlich gewachsenen Werkstoffe für nachhaltiges Wohnen, an dem in der Zukunft notwendigerweise kein Weg vorbeiführt.

Grüne Energie
Das Hoch auf die Natur spiegelt sich auch in der grünen Energie wider, die das Bad erobert hat. Ob Dschungel-Styling mit üppigen Monsterablättern, skulpturalen Kakteen oder Palmentapete: Pflanzen sind stets gern gesehen. Ziemlich gute Laune verbreiten zudem runde Formen, ob bei Spiegeln, Keramik, Leuchten oder Accessoires. Expressive Farb-Statements dürfen ebenfalls sein, um dem Raum Charakter zu verleihen. Sei es mit einer Einrichtung in frischem Salbei, Pink am Unterschrank sowie Waschschalen in Violett oder Blau. Auch eine kreative Wandgestaltung mit Strukturtapete, Bambus oder Fliesen setzt das Bad bunt in Szene.

Wer sich stattdessen nach Ruhe sehnt, der genießt am besten das derzeitige Nonplusultra, sprich: ein digitales Duschsystem mit „Natur. Das vorkonfigurierte Programm sorgt nämlich für die Atempause schlechthin – sowohl mit äußerst behaglichen Wassertemperaturen als auch mit für den Schwarzwald typischen Geräuschen, Gerüchen und Bildern.

Und in der Badewanne nebenan geht der Nachwuchs quietschvergnügt mit Löwenbrause auf Safari. Sogar dem wasserscheuen Vierpfötler wird ein angenehmes Wau-Erlebnis zuteil – dem funkelnagelneuen Streichelbürstenduschkopf sei Dank. Wie gesagt: Die neue Badsaison bringt großen Spaß für alle Beteiligten. red