Mit wenig Eigenkapital zum Eigenheim?

GELD - Vielen fällt es schwer, genug für den Immobilienkauf anzusparen – Was bei einer Finanzierung zu beachten ist

Wer nur wenig Eigenkapital für seine Immobilienfinanzierung hat, muss mit einem Zinsaufschlag rechnen. Foto: Christin Klose/dpa-tmn

17.11.2021

Für Immobilien müssen Käufer immer tiefer in die Tasche greifen. Die Preise für Eigentumswohnung und Häuser steigen seit Jahren. Häufige Folge: Vielen gelingt es nicht, die empfehlenswerten 20 Prozent des Kaufpreises und zusätzlich alle Nebenkosten anzusparen.

Einer Finanzierung muss das aber nicht im Wege stehen. Viele Geldinstitute bieten auch 100-Prozent-Finanzierungen an. Das kann jedoch ins Geld gehen, berichtet die Zeitschrift „Finanztest“ (12/ 2021) der Stiftung Warentest.

Je niedriger das Eigenkapital, desto höher ist auch der Zinssatz, den Banken für ihre Kredite verlangen. Wer also mehr als 90 Prozent des Kaufpreises finanziert, zahlt im Vergleich zu einer 80-Prozent-Finanzierung 0,5 Prozentpunkte bis ein Prozentpunkte mehr. Das kann die monatliche Rate um mehrere Hundert Euro anheben.

Rechenbeispiel
Dazu kommt: Auf den Kreditanteil, der 90 Prozent des Kaufpreises übersteigt, zahlen Kunden mitunter Zinsen wie bei einem Dispokredit. Beispiel: Die Immobilie kostet 400 000 Euro. Für einen Kredit von 360 000 Euro (90 Prozent des Kaufpreises) verlangt ein Anbieter 1,41 Prozent Zinsen bei einer Zinsbindung von 15 Jahren. Im ersten Jahr werden hier also 5076 Euro an Zinsen fällig.

Für einen Kredit über 380 000 Euro (95 Prozent des Kaufpreises) verlangt der gleiche Anbieter schon 1,85 Prozent Zinsen. Die Summe, die im ersten Jahr an Zinsen fällig wird, steigt damit auf 7030 Euro. Das heißt im Ergebnis: Für 20 000 Euro mehr verlangt die Bank 1954 Euro Zinsen im Jahr. Das entspricht laut „Finanztest“ einem Zinssatz von 9,77 Prozent.

Zinsbindung
Wichtig für Kreditnehmer: Bei einer hohen Kreditfinanzierung ist eine lange Zinsbindung ratsam. Wenn die Zinsbindung bereits nach zehn Jahren ausläuft, sind die Kreditschulden oft noch so hoch, dass die Monatsraten nach einer deutlichen Zinserhöhung unerschwinglich wären. Käufer sollten zudem mindestens drei Prozent des Kredits im Jahr tilgen. So wird das fehlende Eigenkapital durch die Tilgung zügig nachgespart. dpa


Keine Chance für Energie-Fresser

Verbraucherzentrale gibt Tipps

ENERGIE Viele Verbraucher gruselt es bei dem Gedanken an die nächste Strom- und Heizkostenabrechnung. Die Energieberatung der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg erklärt, wie sich der Energieverbrauch senken lässt:

■ Richtig heizen
Die Heizung sollte individuell auf den tatsächlichen Wärmebedarf des Haushalts eingestellt sein. „Überprüfen Sie die programmierten Ein- und Ausschaltzeiten Ihrer Heizung. Haben sich Ihre Aufsteh- oder Schlafenszeiten geändert? Dann sollten auch die Betriebsphasen Ihrer Heizung angepasst werden. Auch sollten Sie überprüfen, ob die Raumtemperatur nachts auf circa 17 Grad Celsius absinkt“, rät die Verbraucherzentrale. So lasse sich schon mit kleinen Handgriffen der Heizenergieverbrauch spürbar senken.

■ Stand-By vermeiden
Der Stand-By-Betrieb von Elektrogeräten von 20 bis 24 Stunden am Tag kann in einem durchschnittlichen Haushalt Kosten von über 70 Euro im Jahr verursachen. Die Stereoanlage hat mit 20 Euro den größten Anteil an diesem Verbrauch. Ein Computer mit angeschlossenem Drucker verursacht Kosten von 17 Euro im Stand-By-Betrieb, wissen die Experten, Sie empfehlen darum, abschaltbare Steckerleisten zu verwenden und bei der Neuanschaffung von Geräten darauf zu achten, dass sie einen „echten“ Aus-Schalter besitzen und niedrigen Stand-By-Stromverbrauch aufweisen.

■ LEDs benutzen
LEDs kommen laut Verbraucherzentrale mit deutlich weniger elektrischer Energie aus als die alten Glühbirnen oder Halogenlampen. Die neuen Modelle erzeugen darüber hinaus ein ebenso warmes und gemütliches Licht wie die alten Energieschleudern. Beim Kauf sollte darum auf die Kelvin-Angabe (K) geachtet werden: 2700 K versprechen ein warmes Licht und senken dennoch die Stromrechnung. Wer Tageslichtweiß bevorzugt, wählt 5000 K und mehr. red

INFO Kontakt

Mehr Informationen gibt es auf www.verbraucherzentrale-energieberatung.de oder kostenfrei Telefon 0800 809 802 400.