Keine Frage des Alters

Die eigenen vier Wände leisten sich manche erst mit 50 statt mit 30 – Was hat das für Folgen für die Finanzierung?

Das Alter ist in der Regel kein Hinderungsgrund bei der Immobilienfinanzierung. Die Laufzeit eines Kredits muss aber gut geplant werden. Wie das geht, verraten Experten. Foto: Christin Klose

8.04.2021

50 ist das neue 30 – das gilt auch bei der Baufinanzierung. Ü-50-Kunden sind heute meist so beliebt bei den Banken wie früher die jüngeren Kunden. Vorbei die Zeiten, da ältere Menschen allein wegen der Anzahl ihrer Lebensjahre fürchten mussten, keinen Kredit mehr zu bekommen. Heute haben die Geldinstitute die Vorzüge dieser Klientel erkannt. Und es gibt klare Vorschriften, wie mit älteren Kunden umzugehen ist.

Das Alter allein ist kein Hinderungsgrund für die Kreditvergabe, fand die Stiftung Warentest 2020 bei einer Umfrage unter 73 Baufinanzierern heraus. Da aber das Alter ein wichtiges Merkmal bei der Ermittlung der Bonität eines Kunden ist, fließt es indirekt eben doch in die Bewertung der Kreditwürdigkeit ein. „Man kann ja nicht drumherumreden, dass die verbleibende Lebenserwartung von über 50-Jährigen im Durchschnitt deutlich geringer ist als bei 20- oder 30-Jährigen“, sagt Dirk Stein vom Bundesverband deutscher Banken. „Die Banken müssen dem Kunden eine Baufinanzierung anbieten, die für ihn auch zu tilgen ist. Da fallen die Laufzeiten für Ältere in der Regel kürzer aus als bei jüngeren Kunden.“

Tilgung
Es gibt kein offizielles Höchstalter für die Vergabe von Immobilienkrediten. „Den EU-Wohnimmobilienkreditrichtlinien zufolge müssen Banken jedoch darauf achten, dass der Darlehensnehmer seine Kreditschulden innerhalb seiner statistischen Lebenserwartung vollständig zurückzahlen kann. Häufig nehmen Banken den 75. Geburtstag des Kreditnehmers als Datum, bis zu dem der Kredit für Rentner getilgt sein muss“, erklärt Kai Weber von der Dr.-Klein-Baufinanzierung, einem bundesweit tätigen Finanzdienstleister.

Allerdings hat die EU-Immobilienkreditlinie auch Nachteile für ältere Kunden. „Im Gegensatz zu der Zeit davor werden die Lage der geplanten Immobilie, der Wert bereits vorhandenen Wohneigentums oder die Lebenslage des potenziellen Kreditnehmers nicht mehr berücksichtigt. Das Hauptaugenmerk liegt auf der Kreditwürdigkeit und dem Alter“, betont Kai Weber. „Nach wie vor werden aber bei jeder Immobilienfinanzierung – also auch bei älteren Kunden – das zu finanzierende Gebäude oder die Wohnung als Sicherheit genutzt“, so Dirk Stein.

Eigentümer, die im höheren Alter eine Baufinanzierung in Angriff nehmen, sollten sich bewusst sein, dass sich mit ihrem Renteneintritt die finanziellen Verhältnisse ändern. In vielen Fällen ist das monatliche Budget dann deutlich kleiner als vorher. „Ziel sollte sein, im Alter von 65 oder 67 Jahren die Baufinanzierung möglichst vollständig abgeschlossen zu haben“, rät Kai Weber. Das sieht auch Anke Behn von der Verbraucherzentrale Bremen so. „Manchen Kreditnehmern ist nicht bewusst, wie viel geringer die Rente im Vergleich zum bisherigen Einkommen sein wird. Dadurch könnten einige dann in finanzielle Schwierigkeiten geraten“, so die Beraterin für Finanzdienstleistungen.

Flexibilität
Wer darauf angewiesen ist, den Kredit über das Renteneintrittsalter hinaus abzuzahlen, sollte eine flexible Finanzierung vereinbaren. Es gibt die Möglichkeit, nach dem Rentenbeginn deutlich geringere Raten zu zahlen als vorher. Der Kunde kann für die ersten Jahre der Kreditlaufzeit, wenn er noch im Arbeitsleben steht, höhere Raten vereinbaren. Geht er in Rente, sinkt die Ratenhöhe. Auch ein Tilgungssatzwechsel oder Sondertilgungen sind möglich, etwa, wenn eine Lebensversicherung fällig wird. „Allerdings muss der Kunde diese Flexibilität der Finanzierung vor Vertragsabschluss mit der Bank vereinbaren. Später lässt sich das nicht mehr nachholen“, sagt Stein. dpa

Eigenkapital

Gut dran sind Bankkunden, die viel Eigenkapital einbringen können. „Das sind in der Ü-50-Gruppe sehr viele“, so Dirk Stein vom Bundesverband deutscher Banken. In der Regel verdienen sie mehr Geld als jüngere Berufsanfänger. Und sie haben oft Rücklagen in Form von Lebensversicherungen oder Wertpapieren. „Im Schnitt haben 50- bis 59-Jährige ein doppelt so hohes Vermögen wie 30- bis 39-Jährige. Das macht sie für Banken zu einer solventen Zielgruppe“, so Kai Weber von der Dr.-Klein-Baufinanzierung. dpa

So wird die Terrasse fit für den Frühling

Die Sonnenstunden nehmen zu und die Temperaturen werden wärmer. Keine Frage: Der Frühling ist da. Wer Vogelgezwitscher und Blumenpracht von der Terrasse aus genießen möchte, sollte diese jetzt auf Vordermann bringen. „Dazu gehört natürlich auch die Reinigung der Markise und der Rollläden. Das trägt zum Wohlfühlambiente bei und nur ein gepflegter Sonnenschutz funktioniert dauerhaft“, wie der Bundesverband Rollladen und Sonnenschutz e.V. (BVRS) mitteilt.

Tipps
Der Sonnenschutz lässt sich demnach ganz einfach selbst von Schmutz, Blättern und Blütenstaub befreien, dabei ist aber Vorsicht angesagt. Anstatt eines Hochdruckreinigers sollte ein Handfeger mit weichen Borsten verwendet werden. Für eingetrocknete Flecken auf dem Markisentuch eignen sich ein weicher Schwamm, milde Seifenlauge und Wasser, so der BVRS. Das Tuch sollte dabei nicht zu stark beansprucht werden, zudem sollten vorher die spezifischen Hinweise zur Reinigung in den Herstellerunterlagen beachtet werden. Nach dem Reinigen des Markisentuchs muss dieses vor dem Einfahren komplett trocknen, um Verfärbungen und Stockflecken zu vermeiden.

Reparaturen sollten hingegen nur von einem entsprechenden Fachbetrieb durchgeführt werden. Denn wer versuche, kleine Probleme selber zu beheben, verursache möglicherweise größeren Schaden, warnt der BVRS, der überdies einmal jährlich die Wartung durch einen Fachbetrieb empfiehlt. red