Geld sparen und dem Klima helfen

Zukunft Altbau empfiehlt, den Heizungs-Check und die Wartung zu kombinieren

Bis zu zehn Prozent der Betriebskosten lassen sich durch eine grundlegende Inspektion der Heizung möglicherweise einsparen, rechnen Experten des Informationsprogramms Zukunft Altbau vor. Foto: Kzenon/stock.adobe.com

4.02.2021

Alte und verdreckte Komponenten sowie eine nicht optimal eingestellte Regelung können die Betriebskosten einer Heizung in die Höhe treiben. Wer seine Anlage einem Heizungs-Check unterzieht und etwaige Schwachstellen ausbessert, entlastet damit möglicherweise nicht nur seinen Geldbeutel, sondern tut auch dem Klima etwas Gutes. Darauf weist das vom Umweltministerium Baden-Württemberg geförderte Informationsprogramm Zukunft Altbau hin.

Eine grundlegende Inspektion empfiehlt sich demnach etwa alle zehn Jahre, wenn es bauliche Veränderungen gibt oder sich die Nutzung der Wohnräume ändert. Frank Hettler von Zukunft Altbau rät grundsätzlich jedem Hauseigentümer zu einem regelmäßigen Check. „Schwachstellen und versteckte Mängel können sich bei allen Heizungen einschleichen. Besonders ratsam ist der Heizungs-Check jedoch bei älteren Modellen“, sagt Hettler. Denn diese seien anfälliger für Probleme.
   

Scheu GmbH

Befugnis
Sie sollten daher sogar in vielen Fällen schon vor ihrem zwanzigsten Betriebsjahr ausgetauscht werden. Ob ein Heizungstausch ratsam sei, erkenne der Fachmann bei der Inspektion. Erster Ansprechpartner ist laut Zukunft Altbau meist der Heizungsbauer, der in der Regel auch die Wartung übernimmt. Aber auch Schornsteinfeger und Energieberater seien befugt, den Check durchzuführen. Hauseigentümer sollten den Heizungs-Check am besten dann durchführen lassen, wenn die jährliche Heizungswartung ansteht, rät das Informationsprogramm. Denn viele der auszuführenden Tätigkeiten überschneiden sich. Doppelarbeit und Mehrkosten könnten auf diese Weise verhindert werden.

Der Heizungs-Check geht über die reine Untersuchung der Heizungsanlage im Heizungskeller hinaus. Bei dem Check wird das gesamte Heizungssystem innerhalb eines Hauses untersucht, die individuellen Gegebenheiten einzelner Räume berücksichtigt und beispielweise geprüft, ob die Hydraulik des Systems passt, so Zukunft Altbau weiter. Ergebe der Heizungs-Check die Notwendigkeit eines hydraulischen Abgleichs, müsse dieser im Anschluss gesondert beauftragt werden. Dadurch könnten CO2-Austoß, Energieverbrauch und Betriebskosten ebenfalls um bis zu zehn Prozent gesenkt werden.

Die Kosten für den bei kleineren Gebäuden etwa eine Stunde dauernden Heizungs-Check sind Zukunft Altbau zufolge überaus überschaubar. Für die Optimierung der bestehenden Anlage könnten staatliche Fördergelder im Umfang von rund 30 Prozent beantragt werden. Steht ein Heizungstausch an, empfiehlt sich nach Meinung der Experten eine ganzheitliche Betrachtung des Gebäudes etwa durch die Erstellung eines Sanierungsfahrplans. Auch dieser wird vom Bund gefördert, sogar mit 80 Prozent, wie das Informationsprogramm weiter erklärt. red
  


Steuervorteil gilt nicht nur für Objekt

Eine energetische Sanierungsmaßnahme zahlt sich für Eigentümer aus

Fest steht: Eine energetische Sanierungsmaßnahme zahlt sich für Eigentümer auch steuerlich aus. Allerdings nur, wenn die Sanierungsmaßnahme an einem Objekt durchgeführt wird, das älter als zehn Jahre ist und eigenen Wohnzwecken dient, erklärt der Bundesverband der Lohnsteuerhilfevereine (BVL). Anders als bisher angenommen, handelt es sich bei der Regelung nicht um eine rein objektbezogene Förderung. Das hat Vorteile.

Grundsätzlich beträgt die Steuermäßigung 20 Prozent der Aufwendungen von bis zu 200 000 Euro, die sich auf drei Jahre wie folgt verteilt: 7 Prozent im Jahr des Abschlusses der Baumaßnahme, 7 Prozent im zweiten und 6 Prozent im dritten Jahr. Es kann sich folglich eine Steuerermäßigung von bis zu 40 000 Euro ergeben.

Übertragung
Diesen Höchstbetrag hat das Bundesfinanzministerium jetzt Steuerzahler-freundlich ausgelegt. Danach gilt er sowohl pro begünstigtes Objekt als auch für jeden Steuerpflichtigen. „Das ist relevant, wenn ein Objekt übertragen wird“, so BVL-Geschäftsführer Erich Nöll.

Der personenbezogene Höchstbetrag bedeutet, dass bei einem Verkauf oder einer Schenkung oder Erbschaft des Objektes für dieses Objekt der Höchstbetrag der Steuerermäßigung von 40 000 Euro neu gilt. Die Objektbezogenheit des Höchstbetrages bedeutet, dass dieser Maximalbetrag aufgeteilt werden muss, wenn die Immobilie zur gleichen Zeit im Eigentum mehrerer Personen steht. „Die Aufteilung erfolgt dann im Verhältnis der Miteigentumsanteile“, erläutert Nöll.

Auf wie viele einzelne energetische Sanierungsmaßnahmen sich die Aufwendungen von 200 000 Euro verteilen, spielt keine Rolle. Weitere Voraussetzung ist, dass die Maßnahme von einem Fachunternehmen ausgeführt wird und die Zahlung auf das Konto, also nicht in bar, erfolgt.

Aufwendungen
Die Steuerermäßigung für energetische Maßnahmen begünstigt im Gegensatz zur Förderung von Handwerkerleistungen nicht nur die Arbeitsleistung, Fahrtkostenpauschalen und in Rechnung gestellte Maschinenstundensätze, sondern alle Aufwendungen des Steuerpflichtigen, also insbesondere auch die Materialkosten, die im Zusammenhang mit den energetischen Maßnahmen stehen.

Als energetische Sanierungsmaßnahmen zählen: Wärmedämmung von Wänden, Dachflächen und von Geschossdecken, Erneuerung der Fenster oder Außentüren und der Heizungsanlage, Erneuerung oder Einbau einer Lüftungsanlage, Einbau von digitalen Systemen zur energetischen Betriebs- und Verbrauchsoptimierung und die Optimierung bestehender Heizungsanlagen, sofern diese älter als zwei Jahre sind. dpa