Die Kunst des Badens steht und fällt mit der Wanne

Planungsfehler vermeiden – Sanitärexperten geben Tipps für den Kauf

Wanne aus dem Wald: Holz im Bad ist ein außergewöhnlicher Blickfänger, braucht aber zumindest im unlackierten Zustand viel Pflege. Fotos: Top Impex/

4.03.2021

ie Kunst des Badens steht und fällt mit der Wanne. Natürlich soll sie als Hingucker die Blicke auf sich ziehen, sie soll aber auch bequem sein und vor allem in die Badarchitektur passen. Wer in eine schöne Badewanne investiert, tut viel für seine Lebensqualität. Neben dem eigenen Geschmack sind für den Wohlfühlfaktor aber auch ganz praktische Dinge wie Material, Putzaufwand oder Extras ausschlaggebend.

■ Was passt? Maß nehmen und die baulichen Möglichkeiten ausloten: Beides beeinflusst die Wahl der Form. Natürlich sind freistehende Wannen ein Traum, sie brauchen jedoch deutlich mehr Platz. Und auch die Rechteckbadewanne unter der Dachschräge will sorgfältig geplant sein, so dass sie beim Ein- und Ausstieg ausreichend Bewegungsfreiheit bietet. Ebenfalls wichtig: Üppige Maße bedeuten viel Wasser und viel Gewicht. Daher die Tragkraft prüfen und Zuwege ausmessen.
    

■ Prioritäten setzen Badet man allein oder tauchen auch noch andere Familienmitglieder ab? Will man in der Wanne auch duschen und mit Blick auf das Älterwerden einen komfortablen Einstieg haben? Lässt sie sich auch im Alter noch selbst putzen? Einbau- oder verkleidete Wannen sind schneller gereinigt als freistehende. Und: Es gibt spezielle Beschichtungen, die Schmutzwasser abperlen lassen.

■ Offen für alle Formen Ob groß, klein, rund, oval oder eckig, ob auf Löwentatzen, bodenbündig oder freistehend: Badewannen gibt es in vielen Varianten. Deshalb gut abwägen. Trapezformen geizen zwar am Fußende mit Zentimetern, an der breiten Kopfseite bieten sie jedoch genügend Platz. Einbauwannen kann man teilweise oder ganz in den Boden integrieren. Eckbadewannen sparen ebenfalls am Raum, aber nicht am Liegekomfort. Kombiwannen eignen sich zum Baden und Duschen, brauchen aber einen Spritzschutz. Barrierefreie Badewannen haben eine Tür zum Ein- und Aussteigen. Zudem lassen sich Fehler vermeiden, in dem man probeliegt.

■ Materialien prüfen Badewannen haben verschiedene Materialien. Sanitärexperten erklären die Unterschiede gerne. So gilt Sanitäracryl etwa als hautsympathisch und lässt sich besonders körpergerecht gestalten. Der Kunststoff speichert sehr gut Wärme, ist leichter und geräuschgedämmt, schlag- und stoßunempfindlich. Besonders kratzfest hingegen ist Acryl nicht.

Stahlemail scheint beinahe unverwüstlich und ist zu 100 Prozent recycelbar. Der Verbundstoff aus Stahlblech und Glas überzieht die Oberfläche der Wanne und schützt diese vor Säuren und Chemikalien. Zudem weist er Schmutz, Bakterien und Pilze ab. Nachteile: Das Angebot an Formen kann mit dem von Sanitäracryl nicht mithalten. Außerdem wird das Wasser schneller kalt.

Mineralwerkstoffe basieren oft auf einem Verbund aus zerkleinerten Mineralien und Harzen als Bindemittel. Sie überzeugen mit hoher Temperaturleitfähigkeit, filigranen Formen und feiner Haptik. Trotzdem sind sie extrem widerstandsfähig und lassen sich leicht pflegen. Die Kosten für die Anschaffung liegen wiederum über denen der anderen Materialien. Das gilt auch für Modelle aus Holz oder Stein.

■ Die Optik macht’s Eine Wanne muss nicht nur in die Badarchitektur passen, sie sollte auch gefallen. Wird nur der Wannenbereich saniert, wäre es schön, wenn sich die Neuanschaffung in die vorhandene Umgebung einfügt. Muss alles ausgetauscht werden, fällt die Wahl eventuell leichter, weil man auf unzählige Programme zugreifen kann, die vom Waschbecken über Möbel und Accessoires bis zum WC auch alles andere bieten, was zum Bad dazugehört. Trotzdem: Immer Alternativen ansehen und im Zweifel mit der Einrichtung kombinieren.

■ Armaturen und Extras Armaturen schmücken ungemein. Freistehende Badewannen lassen sich mit ebenfalls freistehenden, meist sehr edlen Linien in allen möglichen Stilrichtungen kombinieren. Sie benötigen aber viel Bodenfreiheit. Gute und schicke Alternative: Wannenrandarmaturen. Extravagant ist etwa das Modell mit breitem, flachem Auslauf, das einen Wasserfall simuliert. Und wer kennt nicht die ausziehbare Brause, die an ein Mikrofon erinnert? Die dritte Lösung heißt Wandarmatur. Der Klassiker unter den Wasserspendern ist etwas günstiger und sehr pflegeleicht.

Wie eine Design-Armatur erhöhen auch Griffe, Kissen oder fein gepolsterte Abdeckungen die Anschaffungskosten, bringen aber viele Vorteile wie Sicherheit beim Ein und Ausstieg sowie zusätzliche Relax- und Ablagemöglichkeiten.

Und: Für die kleine kuschelige Nackenrolle, die den Kopf nach einem langen Arbeitstag stützt, gibt das Budget fraglos immer etwas her. Dazu kommen noch mannigfaltige technische Ausstattungen. Soundsystem, Sprudelfunktion und Lichteffekte sind das i-Tüpfelchen für höchsten Badegenuss, lassen sich aber kaum oder nur schwer nachrüsten und sollten deshalb schon im Vorfeld in die Planungen einbezogen werden. red