Dauerhafte Wärme versus kurzes Feuerchen

Vor- und Nachteile zweier Heizvarianten

Der Bau eines Kachelofens ist aufwendig. Dafür hält der länger warm als ein Kaminofen (Bild unten). Fotos: dpa
Der Bau eines Kachelofens ist aufwendig. Dafür hält der länger warm als ein Kaminofen (Bild unten). Fotos: dpa
Kaminofen oder Kachelofen? Das ist nicht nur eine Frage des persönlichen Geschmacks. Denn beide Varianten haben Vor- und Nachteile. Wer einen Ofen in seiner Wohnung aufstellen will, hat vor allem die Wahl zwischen beiden Bauarten.

Wichtiger Unterschied
Der typische Kaminofen ist aus Metall gefertigt, klassisch aus Gusseisen, bei modernen Öfen zunehmend aus Stahlblech. Die Brennkammer besteht aus Schamottsteinen oder Keramikwerkstoffen. Anders als bei älteren Modellen sorgt heute eine feuerfeste Glasscheibe dafür, dass man die Flammen auch sehen kann. Ein Kachelofen wird dagegen nicht am Stück aufgestellt, sondern vom Ofenbauer an Ort und Stelle gemauert. Nur die Brennkammer besteht aus einem vorgefertigten Heizeinsatz. Den gibt es zwischenzeitlich auch mit relativ großen Scheiben, was aber die Wärmespeicherwirkung etwas herabsetzt. Aus der Bauweise ergeben sich die Vor- und Nachteile beider Ofen-Arten: Ein Kaminofen ist schnell aufgestellt. Er wird an den Kamin angeschlossen, was im schlimmsten Fall Stemmarbeiten an der Wand erfordert. Der Kachelofen ist dagegen ein aufwendiges Projekt für Ofenbauer. Soll die Feuerstelle einmal versetzt werden, ist das zwar auch mit einem Kaminofen schwierig, beim Kachelofen aber höchst kompliziert.

Die Konstruktionsunterschiede schlagen sich auch im Preis nieder. Brauchbare Kaminöfen gibt es bereits für knapp unter 1000 Euro. Dazu kommen noch einige hundert Euro für das Aufstellen und den Anschluss an den Kamin. Bei einem Kachelofen bleiben nur die kleineren Modelle unter 10 000 Euro, wovon ein erheblicher Anteil der Kosten auf den Ofenbauer entfällt.
  
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Vor allem in großen, offenen Wohnungen spielt der Kachelofen seine Vorteile aus. Er ist ein echtes Arbeitstier, das nicht nur Strahlungswärme abgibt, sondern je nach Konstruktion gezielt Luftströme aufnimmt, aufheizt und in den Wohnraum zurückleitet. Der massive Körper speichert die Hitze und gibt sie kontinuierlich an die Umgebung ab. Bei richtiger Dimensionierung muss er nur zwei- oder dreimal am Tag mit Holz versorgt werden, um rund um die Uhr eine angenehme Temperatur zu garantieren. Im Kaminofen muss erheblich öfter nachgelegt werden, und nach dem Verlöschen des Feuers wird es kühl im Raum. Einen etwas stärkeren Wärmespeicher-Effekt bringen hier massive Stein-Einfassungen.

Raumgröße
Kachelöfen sind also die bessere Wahl, wenn große Räume dauerhaft beheizt werden sollen. Wer dagegen nur abends für zwei, drei Stunden im Wohnzimmer am Feuerchen sitzen will, ist mit einem Kaminofen besser bedient.

Ein Aspekt wird übrigens bei allen Holzöfen immer wichtiger: die Belastung durch Feinstaub. Wer sich einen Ofen zulegen will, der sollte sich deshalb vom Fachhändler oder Ofenbauer bescheinigen lassen, dass sein Modell die aktuellen Grenzwerte einhält. red