Bäder für Best Ager

Smart und schick für die Pflege im eigenen Zuhause

Altersgerecht und barrierefrei, aber gleichzeitig smart, schick und komfortabel: So kann ein renoviertes Bad aussehen, an dem nicht nur Best Ager ihre Freude haben. Foto: Bäderwelt Im Bauhaus

16.10.2020

Wer im Neubau ein Badezimmer plant oder als Best Ager sein Bestandsgebäude renovieren will, sollte heute schon an morgen denken. Auf der sicheren Seite ist, wer sein Bad so konzipiert, dass es bereits behindertengerecht und barrierefrei ist – oder schnell dazu ausgebaut werden kann. Dann sind alle Voraussetzungen für die Pflege daheim gegeben, schließlich wollen die meisten Pflegebedürftigen am liebsten in den eigenen vier Wänden bleiben.

Wenig Aufwand
Wer sich ein Komfortbad zulegt, kann aus ihm mit wenig Aufwand bei Bedarf ein Pflegebad machen. Denn die Abstände sind bereits großzügig bemessen, und ausreichend Platz ist das Wichtigste, wenn es um ein behindertengerechtes Badezimmer geht. Nur bei großzügiger Planung kann es zum zentralen Ort ambulanter oder häuslicher Pflege durch Angehörige werden. „Deshalb sollte ein Komfortoder Pflegebad stets von einem Fachbetrieb geplant sein“, betont Frank Ebisch, Pressesprecher des Zentralverbands Sanitär Heizung Klima.
  

Gute Planung
Der Fachhandwerker weiß auch, worauf es bei einer Badsanierung etwa bei der Koordination mit anderen Gewerken ankommt. Bei einer Planung durch den Fachbetrieb wird ein gehbehinderter Mensch im Falle eines Falles für seinen Rollstuhl oder seinen Rollator genügend Platz haben. Angehörige und Pflegekräfte können beim Toilettengang und insbesondere bei der Körperreinigung viel einfacher behilflich sein. Genügend Platz heißt nämlich auch, dass die Arbeitsuntensilien der Helfer adäquat untergebracht und Temperatur, Belüftung und Beleuchtung entsprechend angepasst werden.

Komfort- und Pflegebäder sind heute smart: Höhenverstellbare Systeme am Waschtisch und WC sowie eine intelligente Lichtsteuerung für die Pflege oder mit automatischer Notrufauslösung beziehungsweise Sensortechnik unter den Fliesen zur Sturzerkennung stehen für diesen Trend.

Wohlfühloptik
Auf eine moderne Wohlfühloptik und ein ansprechendes Design bei den Komponenten muss auch im behindertengerechten Bad nicht verzichtet werden. red

INFO Förderung

Umbaukosten werden durch die staatliche KfW-Förderbank im Programm „Altersgerechtes Umbauen“ mit bis zu 6250 Euro gefördert. Mehr unter www.kfw.de.

Altersgerecht

Stolperfreiheit, angenehme Wärme, gute Beleuchtung und hilfreiche Farbkontraste – eine altersgerechte Gestaltung geht auch ohne große Maßnahmen:

■ Stolperfallen: Vermeidung von Stolperstellen (wie Teppiche, Türschwellen, Badematten) auf dem Weg zum Bad und im Badezimmer
■ Wärme: zusätzliche Wärme durch Infrarot-Heizer oder Heizlüfter
■ Waschbecken: Handbrause am Waschbecken
■ Sitzhöhe: WC-Höhe oder Toilettensitzerhöhung anpassen, erreichbare Spülungstaste
■ Armaturen: mit Temperaturbegrenzer oder Durchlauferhitzer mit Temperatureinstellung
■ Licht: helle Beleuchtung ohne Schatten und Blendung
■ Farbe und Kontraste: Sie helfen bei der Orientierung (zum Beispiel farbige/farbig markierte Schalter, Toilettendeckel, Sitzhocker)
■ Sicherheit: Rutschfeste Fliesen und Beläge geben Sicherheit auch bei nassen Füßen
■ Haltegriffe: Sie schaffen Sicherheit. Handtuchhalter oder Duschstangen können bei stabilen Wänden gleich als Haltegriffe genutzt werden. red
  


Behindertengerecht

Für ein behindertengerechtes und barrierefreies Bad sollten folgende Ansprüche erfüllt sein:

■ Rund ums WC: Links und rechts der Toilette sollte 90 Zentimeter Platz sein. Zudem muss an beiden Seiten des WCs Platz sein für eventuell nötige Stützgriffe. Die Sitzhöhe sollte 46 bis 48 Zentimeter betragen. Ein Dusch-WC erleichtert die Reinigung nach dem Stuhlgang.
■ Waschbecken: Der Waschtisch sollte in einer Höhe von 85 Zentimetern montiert werden. Die Armaturen sollten einen Duschkopf mit flexiblem Schlauch enthalten, um so auch die Haare im Waschbecken waschen zu können.
■ Dusche: Der Einstieg ist, soll er alters- und behindertengerecht sein, ebenerdig zu gestalten. Bei einer Sitzdusche sollte die Sitzhöhe analog dem WC 48 Zentimeter betragen. Stützgriffe in der Dusche sind ebenfalls zu empfehlen. red