Ausbauhaus als Alternative

Bauherrn können mit „Muskelhypothek“ einiges sparen – Fester Termin, fester Preis

Für junge Familien, die sich gerne den Traum vom Eigenheim erfüllen möchten, kann ein Ausbauhaus eine kostengünstige Alternative sein. Fnoto: Massahaus

18.11.2020

Der Traum vom Eigenheim ist das eine – seine finanzielle Umsetzung das andere. Gerade junge Familien verfügen oft über begrenzte finanzielle Möglichkeiten. Dennoch wollen sie sich und ihre langfristige Wohnsituation im ersten eigenen Zuhause nicht allzu sehr einschränken. Schließlich baut man meist nur einmal im Leben. Soll nicht an der Hausgröße, an den geplanten Räumen oder an der Haustechnik gespart werden, können Eigenleistungen die Kosten für den Hausbau im Zaum zu halten. Man spricht dabei von einem Ausbauhaus.

Kostengünstige Alternative
Bei einem Ausbauhaus liefert der Hersteller normalerweise die Gebäudehülle. Ein Großteil des Innenausbaus übernimmt der Bauherr in Eigenregie. Sorgen um die Bausubstanz und die Sicherheit des Hauses muss sich der Bauherr dabei nicht machen: Das Ausbauhaus wird bereits wetterfest montiert und ist abschließbar. Es erfüllt ebenso wie ein schlüsselfertiges Eigenheim in Holz-Fertigbauweise höchste Qualitätsanforderungen.

Zur Beantwortung der Frage, was ein Ausbauhaus ist, gehört auch der Begriff „Muskelhypothek“. Damit gemeint ist der Umfang der zu erbringenden Eigenleistung. Diese kann den gesamten Innenausbau umfassen, es ist aber auch möglich, nur einzelne Aufgaben zu übernehmen. Die dank dieser Arbeiten geringeren Ausgaben wirken sich auch auf mögliche Baukredite von Banken aus: Die Gesamtkosten für den Hausbau sinken und mit ihnen die Darlehenssumme. Ein geringeres Darlehen bedeutet in der Regel auch reduzierte Ausgaben für Zinsen. Welche Leistungen der Bauherr übernimmt, wird vertraglich festgelegt. Ein witterungsbeständiger Rohbau ist meist das Minimum an Arbeiten, die der Hersteller durchführt. Der Bauherr sollte gut und selbstkritisch überlegen, welche Arbeiten er einbringen kann. Diese Eigenleistungen werden vor Baubeginn vertraglich festgehalten. Wer sich für ein Ausbauhaus entscheidet, aber seine handwerklichen Fähigkeiten nicht richtig einschätzt, muss später womöglich doch mehr zahlen als geplant. Denn handwerkliche Fehler zu korrigieren ist immer mit Mehrkosten verbunden. Zudem bringt es den Zeitplan durcheinander und einzelne Gewerke sind womöglich nicht mehr wie gewünscht aufeinander abgestimmt. Im Einzelfall kann sich dadurch auch der Einzugstermin verzögern.

Das droht auch, wenn man zwar handwerkliches Geschick besitzt, dafür aber zeitlich sehr eingespannt ist. Das ist etwa bei Berufshandwerkern, die oft auf Montage sind, oder bei Managern, die aufgrund vieler externer Termine selten daheim sind, der Fall. All diese Risiken möglicher Mehrkosten werden bei einem schlüsselfertigen Fertighaus von Vornherein ausgeschlossen.

In Eigenregie
Typische Arbeiten, die die Baufamilie eines Ausbauhauses sehr gut in Eigenregie erledigen kann, sind unter anderem Tapezier- und Malerarbeiten sowie das Verlegen von Fußböden wie Parkett oder Laminat. Anders sieht es bei der Installation von Wasser- und Stromleitungen aus. Wer hier nicht selbst Fachmann ist oder einen Profi im Freundes- oder Bekanntenkreis hat, sollte diese Arbeiten dem Haushersteller beziehungsweise einer Fachfirma überlassen. Denn sie gewährleisten nicht nur die ordnungsgemäße Umsetzung, sondern kennen auch die einzuhaltenden Bauvorschriften. Ebenfalls eine sehr beliebte Eigenleistung ist die Gestaltung des Gartens und der Zuwege zum neuen Zuhause. Wer an den richtigen Stellen Hand anlegt, kann bei einem Ausbauhaus also effektiv sparen. Bei der Auswahl und Absprache der Eigenleistungen bekommt die Baufamilie die Unterstützung des Herstellers oder eines unabhängigen Bausachverständigen.

Ein Ausbauhaus in Holz-Fertigbauweise ist – so wie jedes andere Fertighaus der führenden deutschen Hersteller – ausgiebig qualitätsgeprüft. Gemeinsam passen Hersteller und Baufamilie Architektur, Grundriss, Ausstattung und Co. des Hauses individuell an. Die Kosten sind niedriger als bei einem schlüsselfertigen Eigenheim, denn der Bauherr übernimmt wie beschrieben Leistungen selbst.


Schlüsselfertig
Die meisten Fertighaushersteller bauen sowohl schlüsselfertige Häuser als auch Ausbauhäuser zum Festpreis. Einige Hersteller haben sich sogar auf Ausbauhäuser spezialisiert. Zum fest vereinbarten Preis kommt auf Wunsch ein vertraglich zugesicherter Fertigstellungstermin. Beides kann im Bauvertrag verbindlich vermerkt werden. Das Ausbauhaus zum Festpreis wird vorab im Werk vorgefertigt und dann zum Baugrundstück geliefert. Dort errichtet der Haushersteller binnen ein bis zwei Tagen den Rohbau, der abschließbar und wetterfest ist. Welche weiteren Leistungen im Ausbauhaus-Preis inbegriffen sind und wann die Arbeiten des Bauherrn beginnen, wird ebenfalls vertraglich festgelegt. red