Altbauten bieten großes Potenzial für Einsparungen

Bei energetischer Sanierung spielt die Dämmung eine große Rolle

Bei der Sanierung spielt Wärmedämmung eine große Rolle. Foto: dpa

20.08.2021

Wer neu baut, baut selbstverständlich nach modernsten energetischen Standards. Doch was tun, wenn man sich für ein altes Haus entscheidet, an dem der Zahn der Zeit nagt. Dann ist es Zeit für eine energetische Sanierung. Sie bringt geringere Energiekosten, ein angenehmeres Wohnklima, und nicht zuletzt eine Wertsteigerung.

Schwachstellenermitteln
Einen Altbau zu sanieren, statt neu zu bauen, heißt, sich auch für den Klimaschutz zu engagieren. Denn viele alte Häuser bieten großes Potenzial für Sanierungsmaßnahmen, die deutlich weniger Ressourcen erfordern als ein Neubau. Wärmebrücken können reduziert, Luftdichtheit verbessert, Fenster, Gebäudehülle und Heizungsanlage auf moderne Standards gehoben werden, ohne mehrere Tonnen Bauschutt zu verursachen. Je nach Alter und Beschaffenheit des Bauwerks kann sich eine sorgfältige Kosten-Nutzen-Kalkulation einzelner Maßnahmen lohnen. Aber auch die Reihenfolge kann hier entscheidend sein. Wo sind die größten energetischen Schwachstellen am Gebäude und wie schlagen sie im Jahresdurchschnitt zu Buche? Ob sich die Beseitigung einzelner „Energielecks” lohnt, ist abhängig von verschiedenen Faktoren: Je nachdem, wie groß die Fläche der Außenwände ist, ob es viele Verwinkelungen gibt oder ob Dachboden und Keller als Wohnräume genutzt werden, können unterschiedliche Maßnahmen miteinander verglichen und bewertet werden.

Dient etwa ein Keller nur als Abstellraum, reicht es meist, die Kellerdecke zu dämmen, um Wärmeverluste in den beheizten Wohnräumen zu begrenzen. Wird eine Perimeterdämmung notwendig, also die Dämmung der Kellerwände rund ums Haus und unterhalb des Sockels, ist der finanzielle Aufwand ungleich größer. Dieses Beispiel zeigt, dass es bei Sanierungsmaßnahmen kein allgemeingültiges Vorgehen gibt. Es ist also Sorgfalt geboten, um ausgehend von der Nutzfläche des Gebäudes, den persönlichen Bedürfnissen und nicht zuletzt dem finanziellen Budget mehrere Alternativen gegeneinander abzuwägen.

Natürlich muss für jedes Haus ein individueller Maßnahmenkatalog entwickelt werden – die eine sinnvolle Einzelmaßnahme gibt es nicht. Dennoch lassen sich einige grundsätzliche Aussagen treffen. So lohnt sich für Häuser, bei denen Dachboden oder Keller unbewohnt sind, oft die Dämmung der obersten beziehungsweise untersten Geschossdecke. Sie kann relativ kostengünstig und schnell umgesetzt werden.

Energieberatung
In vielen Fällen verspricht auch die Fassadendämmung großes Einsparpotenzial. Gedämmte Außenwände werden wiederum sehr häufig mit dichten Fenstern kombiniert, da sich so Wärmebrücken und Schimmel vermeiden lassen und die Fenster in die verbreiterte Wand eingepasst werden können. Ein verbesserter Schallschutz ist ein angenehmer Nebeneffekt moderner Fenster und kann ein weiteres Argument für diese Kombination sein. Der erste Schritt in der Entscheidungsfindung ist das Auffinden der Schwachstellen durch einen unabhängigen Energieberater. Er nutzt moderne Infrarot-Thermografie, die Wärmeverluste durch die Gebäudehülle sichtbar macht. Anhand der Wärmebilder kann der Experte Heizverluste bewerten und Ursachen festmachen.

Basierend auf diesen Ergebnissen lassen sich notwendige und weniger dringliche energetische Sanierungsmaßnahmen definieren. Eine möglichst einheitliche Gegenüberstellung der veranschlagten Sanierungskosten und der prognostizierten Einsparungen erleichtert die Entscheidung für oder gegen umfassende Sanierungsarbeiten.

Bei Altbauten ist eine Komplettsanierung aufgrund des hohen Einsparpotenzials besonders effektiv, weshalb hier staatliche Fördergelder in der Regel umfangreicher ausfallen. Doch auch einzelne Sanierungsvorhaben senken den Energieverbrauch und werden mit staatlichen Fördergeldern unterstützt.

Förderungen
Deshalb ist es ratsam, sich rechtzeitig vor Beginn der Sanierungsarbeiten einen Überblick über mögliche Fördermaßnahmen zu verschaffen. Infos zu Finanzierung und Förderung sowie eine Aufstellung möglicher Fördermittel erhalten interessierte Hausbesitzer auf dämmen-lohnt-sich.de und auf www.kfw.de. Je mehr Energie durch die Sanierung eingespart wird, desto höher fällt die Förderung aus. red