Alles ist miteinander vernetzt

Haustechnik und Haushaltsgeräte arbeiten zusammen – Vielfältige Einsatzgebiete


9.11.2020
Informationstechnik Eberwein GmbH

Mit der wachsenden Verbreitung schneller Internetverbindungen, selbstverständlicher Nutzung von Smartphones und Apps sowie sinkenden Preisen bei sogenannten Smart-Home-Produkten, statten immer mehr Haus- und Wohnungsbesitzer ihre Gebäude mit entsprechenden Systemen aus. Smart Home ist dazu gedacht, die Haustechnik und Haushaltsgeräte miteinander zu vernetzen und so weit als möglich zu automatisieren. Das Haus soll mittels Fühlern oder Auswertung von Wetter-Apps aus dem Internet erkennen, ob geheizt oder gekühlt werden muss. Bei Dunkelheit wird Licht eingeschalten, die Rollos heruntergelassen, Schließzustände überwacht. Zugangskontrollen können durch Codes, Fingerprint oder an das Smartphone des Bewohners weitergeleitete Bilder aus der Video-Gegensprechanlage durchgeführt werden.

Die Anwendungsmöglichkeiten sind sehr vielfältig und die Geräte sogar von überall per Smartphone steuerbar. Mit immer mehr vernetzten Geräten, von der Glühbirne bis zur Waschmaschine, wird das Smart Home von einer Vision zu einer realen Möglichkeit. Zunächst setzten sich in den vergangenen Jahren vor allem einfache Funktionen wie die Steuerung von Lampen oder Steckdosen mit Hilfe von Sprachassistenten durch. Nun rüsten viele auf und gönnen sich aufwendigere Funktionen und entsprechende Geräte.

Kühlschrank
Im Supermarkt mal nachschauen, was zum Kochen noch fehlt – das klingt erst einmal ein wenig nach Science Fiction, geht aber ganz einfach mit einer Kamera im Innenraum. „Es ist schon schick, unterwegs nachschauen zu können, was zu Hause im Kühlschrank ist“, findet Claudia Oberascher von der Initiative Hausgeräte plus in Berlin. „Ob man das benötigt, muss jeder natürlich selbst entscheiden“. Trotzdem werden Hersteller im Zuge der Weiterentwicklung des Smart Home diese Funktion weiter ausbauen – und darüber hinauskönnen manche Kühlschränke ihren Besitzern Einkaufslisten und Rezeptvorschläge schicken.

Senioren
Apps kennen die Wechselwirkungen von Medikamenten, Bedienungshilfen machen Texte auf dem Handy leichter lesbar. Sensoren in der Wohnung lernen die Verhaltensweisen des Bewohners und melden ungewöhnliche Ereignisse an Pflegedienst oder Angehörige. Assistenzsysteme oder auch Smart-Home-Anwendungen sollen älteren Menschen und ihrem Umfeld den Alltag erleichtern.

Häufig beginnt die häusliche Pflege älterer Menschen nach einem Sturz. „Besser wäre es, Probleme in der Mobilität frühzeitig zu erkennen“, sagt Andreas Hein, Direktor des Departements für Versorgungsforschung an der Universität Oldenburg. Als einen wesentlichen Baustein der Versorgung älterer Menschen bezeichnet er Hausnotrufsysteme. Sie ließen sich mit Zusatzgeräten wie Uhren mit Beschleunigungssensoren, Brandmeldern sowie Tür- und Bewegungssensoren kombinieren. Auch Teppiche oder feste Bodenbeläge mit Sturzsensoren sind mit einem Alarmsystem koppelbar.

Öffentlicher Sektor
In der aktuellen Corona-Pandemie wird die Bedeutung der Digitalisierung besonders offensichtlich. Wer nicht digitalisiert, hat das Nachsehen. Das gilt vor allem auch für den öffentlichen Sektor. „Die Kombination aus Technologie und Stadtplanung hat das Potenzial für wegweisende Konzepte. Wir verbinden nicht nur Menschen, sondern auch Städte, Regionen und Daten für mehr Lebensqualität“, sagt Michael Frank, verantwortlich für den Bereich Smart City bei der Telekom. „Mehr Komfort im Alltag, ein grüner gesunder Lebensraum, den sinnvollen Einsatz von Ressourcen – all das steuert die Digitalisierung heute ganz entscheidend mit.“ Genau an dieser Stelle setzt die Telekom an: Zusammen mit dem Deutschen Städte- und Gemeindebund und United Smart Cities, einer Initiative der Vereinten Nationen, hat die Telekom den Co-Creation Ansatz entwickelt. Gemeinsam mit allen Beteiligten, an erster Stelle den Bürgern, der Wirtschaft und der Politik, werden die Ziele für den Einsatz smarter Technologien ausgewählt. Aber auch im privaten Bereich bietet die Telekom vielfältige Möglichkeiten. Voraussetzung dafür: optimales WLAN im ganzen Haus. Per Sprachsteuerung lässt sich zum Beispiel das Licht ein- und ausschalten, der Fernsehsender wechseln, ein Lied der Lieblingsband abspielen und vieles mehr. aos/dpa/red

Viele interessieren sich für smarte Technik

Jeder vierte Deutsche hat laut einer Umfrage mindestens eine Smart-Home-Anwendung im Haushalt installiert. Verbreitet seien vor allem intelligente Beleuchtungssysteme (17 Prozent), Video-Überwachung (14 Prozent) sowie Sprachassistenten (13 Prozent), teilte der IT-Verband Bitkom mit, der die repräsentative Studie in Auftrag gegeben hat. 70 Prozent der Befragten haben bereits von dem Begriff Smart Home gehört. Unter Smart Home versteht man die Vernetzung von Haushaltsgeräten oder Haushaltstechnik, etwa zur effizienteren Energienutzung oder Erhöhung des Komforts. 37 Prozent der Befragten planen, innerhalb der nächsten zwölf Monate ein Smart-Home-Gerät anzuschaffen, besonders gefragt sind dabei über das Internet gesteuerte Heizungsthermostate (29 Prozent). dpa