Putzen, wechseln und fit machen

So wird das Auto wieder startklar für die schöne Jahreszeit – Zeit für Reifenwechsel steht nun demnächst an

Streicheleinheiten: Wer dem Auto etwas Gutes tun will, befreit es sorgsam vom Winterschmutz und lässt ihm ein paar Pflegemaßnahmen angedeihen. Sind kleine Kratzer vorhanden gilt: Erst polieren, dann konservieren. Fotos: dpa

11.03.2021

Im Fußraum sammeln sich Split und Dreck, am Lack fressen die Streusalzreste: Der Winter kann am Auto seine Spuren hinterlassen haben. Wenn der Frühling naht und es wärmer wird, verdient der Wagen deshalb ein bisschen mehr Zuwendung. „Nach einem Winter mit Salz und Matsch sollte das Fahrzeug komplett gereinigt werden. Dazu zählt auch eine Unterbodenwäsche“, sagt Ulrich Köster vom Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe. Ehe man den Wagen in die Waschstraße fährt, spült man mit einem Hochdruckreiniger groben Schmutz vom Lack herunter. Andernfalls könnten hinterher die Waschbürsten den Dreck verteilen und für Kratzer sorgen.

Thomas Schreiner vom Auto- und Reiseclub Deutschland (ARCD) rät, die Scheinwerfer auf Kratzer und Risse und den Auspuff auf Rostspuren zu untersuchen. „Nach dem Winter vertragen alle Scharniere wie die der Türen Fett oder Kriechöl“, sagt er. Sind Wischerblätter rissig oder Gummilippen ausgefranst, sollte man sie wechseln.

Durchblick 
Nach einer Wäsche mit wasserabperlenden Produkten wie Heißwachs sollte nicht vergessen werden, die Frontscheibe feucht nachzuwischen. Ansonsten kann es beim ersten Einsatz der Scheibenwischer Schlieren geben. Solche feuchten Tücher geben manche Betreiber bei der Wahl eines entsprechenden Waschprogramms dazu. Ein gründlicher Scheibenputz innen und außen ist zusätzlich angeraten. Gut eignen sich dazu Glasreiniger und ein Mikrofasertuch für den Fensterputz. Von beiden Seiten saubere Scheiben beugen Blendeffekten durch die Sonne oder durch Scheinwerferlicht nachts entgegenkommender Autos vor.

Lackversiegelung 
Für stärkeren Schutz können Autofahrer nach der Wäsche eine Lackversiegelung auftragen. Der Schutz der Wachsschicht hält in der Regel etwa drei bis sechs Monate. Auch klebrige Blütenpollen können dann schlechter anhaften. Wer zum Pflegeprofi geht, kann bei der Versiegelung bis zu einem Jahr Schutzwirkung erwarten, so der Autoclub ADAC. Etwas Mehrarbeit steht allerdings an, wenn der Lack bereits stumpfer ist oder etwa kleine Kratzer hat, dann gilt in der Regel: Erst polieren, dann konservieren. Auch wer kleine Lackschäden nach dem Waschen entdeckt, benötigt mehr Handarbeit. Beschädigte Stellen sollten Autofahrer mit einem Lackstift abdecken, um Rostbildung und Reparaturen vorzubeugen.

Eiskratzer, Decken, Klappspaten oder Schneeketten wandern aus dem Kofferraum in den Keller oder die Garage. Damit ist es nicht getan. „Am besten entfernen Autofahrer alle Matten und schauen, ob sich darunter Nässe staut“, so Ulrich Köster. Feuchtigkeit verschwindet am einfachsten, wenn das Fahrzeug an einem warmen Tag mit leicht geöffneten Fensterscheiben durchlüftet. Oder man steckt für einige Tage Zeitungspapier unter die Fußmatten – dieses sollte man täglich austauschen. Für gute Luft an Bord sorgt ein neuer Innenraumfilter.

DOT-Nummer 

Bald sollte wieder auf Sommerbereifung getauscht werden.
Bald sollte wieder auf Sommerbereifung getauscht werden.

Der Frühling ist da – bald kommen dann auch bei vielen wieder die Sommerreifen ans Auto. Doch wo kann man eigentlich sehen, wie alt die sind? „Schauen Sie einfach an der Reifenflanke nach. Dort befindet sich die sogenannte DOT-Nummer – sie besteht meist aus drei Blöcken mit je vier Zeichen“, sagt ein Sprecher des ADAC. Der dritte Block sei dabei maßgeblich. Oft in ein Oval gefasst, stehen die ersten zwei Ziffern für die Kalenderwoche, in der der Reifen produziert wurde. Die letzten zwei nennen das Jahr. Also steht „3318“ beispielsweise für die 33. Kalenderwoche des Jahres 2018. Rein rechtlich gibt es in der Regel kein Höchstalter für Pkw-Reifen. Drehen sie sich aber an Anhängern und Wohnwagen, die eine Tempo-100-Freigabe haben, müssen sie ab einem Alter von sechs Jahren ausgetauscht werden. Der ADAC rät, Sommerreifen auch im tadellosen optischen Zustand und unabhängig vom Verschleiß nach spätestens acht bis zehn Jahren auszuwechseln und Winterreifen nicht länger als acht Jahre zu fahren.

Restprofil messen 
Denn auch wenn noch genügend Restprofil vorhanden ist, büßen gealterte Reifen an Fähigkeiten ein, härten etwa aus. Der Gesetzgeber nennt als Mindestprofil 1,6 Millimeter. Wer sich nicht daran hält, muss mit Bußgeldern zwischen 60 und 120 Euro sowie einem Punkt in Flensburg rechnen. Doch der ADAC rät, Sommerreifen schon bei nur noch drei Millimetern Restprofil auszutauschen. Reifen sollten grundsätzlich am besten mehr als vier Millimeter aufweisen. Wer eine Ein-Euro-Münze hat, kann die Profiltiefe abschätzen. Deren Rand ist drei Millimeter tief, sollte also von der Seite betrachtet im Profil verschwinden. Tut sie das aber nicht, hat der Reifen nicht mehr genügend Profil.   

Reifentests

Wer neue Sommerreifen braucht, sollte Tests studieren. Der ADAC hat gerade 32 Reifen in zwei Größen untersucht. Bei den Reifen in der Dimension 205/55 R16 schneiden drei Modelle „gut“ ab: Der „Continental Premium Contact 6“ (Note 2,2) für 94 Euro, der „Semperit Speed-Life 3“ (2,2) für 76 Euro sowie der „Bridgestone Turanza T005“ (2,3) für 87 Euro. dpa