Mehr Sportlichkeit in allen Klassen

Porsche stellt den neuen 911 Turbo S mit 650 PS vor – Hyundai bringt den nächsten i20 und den überarbeiteten i30

Gut vier Zentimeter breiter ist die Karosserie des neuen 911 Turbo S im Vergleich zum „normalen“ Elfer. Die aktive Buglippe vorne und der große Spoiler hinten sorgen für den nötigen Abtrieb. Im Heck arbeitet ein potenter 3,8-Liter-Sechszylinder. Foto: Porsche
Gut vier Zentimeter breiter ist die Karosserie des neuen 911 Turbo S im Vergleich zum „normalen“ Elfer. Die aktive Buglippe vorne und der große Spoiler hinten sorgen für den nötigen Abtrieb. Im Heck arbeitet ein potenter 3,8-Liter-Sechszylinder. Foto: Porsche
Dem elektrischen Taycan haben sie einen Turbo angedichtet und in der 911-Nomenklatur haben sie den Lader bislang totgeschwiegen Doch nun geht Porsche in die Offensive und bringt zumindest für den Elfer die Welt wieder in Ordnung. Denn wenn im April zu Preisen ab 216 396 Euro das Topmodell des Sportwagens als Coupé und Cabrio (ab 229 962 Euro) an den Start geht, steht endlich auch wieder drauf, was drin ist: Vorhang auf für den neuen 911 Turbo S aus Zuffenhausen.
  


Leistungssprung
Die Nominalleistungen machen einen Sprung nach vorn – und zwar einen, wie es ihn selbst bei Porsche nur selten gibt: Nicht mehr 580, sondern satte 650 PS leistet künftig der 3,8 Liter große Boxer im Heck und liefert dabei ein maximales Drehmoment von 800 Newtonmetern (Nm). Das sind 50 Nm mehr als bisher. Der Verbrauch liegt bei 11,1 Litern, das entspricht einem CO2-Ausstoß von 254 Gramm pro Kilometer (g/km). Während das auf der Autobahn für die nötige Souveränität sorgt und im Ernstfall wie bisher für 330 km/h reicht, wirkt der Elfer damit bei letzten Abstimmungsfahrten auf der Landstraße noch spritziger und spontaner und zum Überholen reichen zur Not auch mal zwei, drei Fahrzeuglängen. Der Blick ins Datenblatt bestätigt diesen Eindruck. Denn von null auf 100 beschleunigt der Turbo S nun in 2,7 Sekunden und nimmt dem Vorgänger zwei Zehntel ab.
  
Kleinwagen in neuer Generation: Hyundai schickt den überarbeiteten i20 ab Spätsommer an den Start. Neben dem sportlicheren Design gibt es neue Motoren und viele Assistenzsysteme. Foto: Uli Sonntag/Hyundai/dpa-tmn
Kleinwagen in neuer Generation: Hyundai schickt den überarbeiteten i20 ab Spätsommer an den Start. Neben dem sportlicheren Design gibt es neue Motoren und viele Assistenzsysteme. Foto: Uli Sonntag/Hyundai/dpa-tmn
Zwei Gangarten
Geblieben sind allerdings die beiden Gesichter des Topmodells: Der Turbo S beherrscht die potente Souveränität eines luxuriöses Gran Tourismo genauso wie den Angriffsmodus eines Supersportwagens, der mit jedem Gasstoß lautstark „Attacke“ brüllt. Nur dass diese Pole jetzt noch weiter auseinander gerückt sind. Dafür haben sie in Weissach das Fahrwerk neu abgestimmt, eine neue Mischbereifung aufgezogen und die Aerodynamik verbessert. Der mächtige Spoiler am Heck ist deshalb zusammen mit der gut vier Zentimeter breiteren Karosse nicht nur das untrügliche Erkennungsmerkmal des Turbo in Zeiten, in denen man sich auf den Schriftzug alleine nicht mehr verlassen darf. Sondern im Teamwork mit der aktiven Buglippe gibt er dem Elfer den nötigen Abtrieb, der auch bei der wildesten Kurvenhatz den Abflug verhindert.

Potenter Gleiter und gieriger Kurvenbeißer – diese beiden Extreme hat der 911 Turbo schon immer bestens vereint. Aber in der neuen Auflage macht er es eben wieder ein bisschen besser. „Fahrbarkeit und Beherrschbarkeit“, standen für Baureihenchef Frank-Stefan Walliser ganz oben auf der Liste, erzählt der Ingenieur, während er seinen Prototypen förmlich mit dem kleinen Finger durchs Gebirge führt.

Geschärfte Gestaltung
Hyundai hat den neuen i20 vorgestellt. Im Spätsommer soll das Modell in den Handel kommen, teilte der Hersteller mit. Verbaut werden neue Motoren und viele Assistenzsysteme. Die Preise sind noch nicht bekannt. Aktuell startet die Baureihe bei rund 13 000 Euro. Das Blechkleid des rund vier Meter langen Autos haben die Koreaner sportlicher geschneidert. Der Kühlergrill vorn ist gitterartig durchbrochen, der Stoßfänger zerklüftet. Die C-Säule trägt nun einen prägnanten Winkel, dessen Form die neuen Heckleuchten aufgreifen. Das Dach ist 24 Millimeter niedriger, die Karosserie 30 Millimeter breiter. Der Kofferraum ist um 25 auf 351 Liter gewachsen.

Der Einstiegsmotor ist ein 1,2 Liter Vierzylinder mit 62 kW/84 PS. Darüber rangiert ein Dreizylinder mit knapp einem Liter Hubraum in zwei Leistungsstufen. Das schwächere Triebwerk leistet 74 kW/100 PS. Das stärkere produziert 88 kW/ 120 PS und wird mit 48-Volt-Mild-Hybridsystem ausgeliefert.

Zudem hat Hyundai nach drei Jahren die dritte Generation seines kompakten Verkaufsschlagers i30 aufgefrischt. Der neue i30 rollt laut Hersteller im Frühsommer zu noch ungenannten Preisen zu den Händlern. Bisher startet die Preisliste bei rund 18 000 Euro. Der Kompakte ist wahlweise als Fünftürer, Fließheck und Kombi im Angebot.

Optisch zeigen sich die Neuerungen vor allem an der Front: Der Kühlergrill mit neuem Wabendesign und Frontschürze wurde leicht modifiziert, aus der Front leuchten neue LED-Scheinwerfer. Schweller und Heckleuchten im neuen Design sind die größten Retuschen am Heck. Innen ist erstmals ein sieben Zoll großes Digitaldisplay als Cockpitanzeige zu bekommen, das ein rund zehn Zoll großer Bildschirm auf der Mittelkonsole ergänzen kann. Smartphones lassen sich einbinden und auf einer Ablage laden.

Motorenpalette
Die Motorenpalette umfasst Drei- und Vierzylinder: drei Benziner mit 81 kW/110 PS bis 118 kW/160 PS und zwei Diesel mit 85 kW/115 PS und 100 kW/136 PS. Neu ist nicht nur der Einstiegs-Vierzylinder mit 1,5 Liter Hubraum, sondern auch ein 48-Volt-Mild-Hybridsystem, das für den zweitstärksten Benziner zu haben ist. Im stärksten Benziner und im Topdiesel ist es serienmäßig vorhanden. Ein neues Sechsganggetriebe sortiert die Gänge mithilfe einer elektronisch geregelten Kupplung. Sie entkoppelt Motor und Getriebe in gewissen Fahrsituationen, um Sprit zu sparen. Verbrauchswerte für i20 und i30 stehen noch nicht fest.

Von Thomas Geiger und dpa