Gutes Licht kann Leben retten

Ab Oktober sind Autofahrer wieder aufgerufen, ihre Fahrzeugbeleuchtung in den Kfz-Werkstätten überprüfen zu lassen

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (rechts) hat Mitte des Jahres gemeinsam mit ZDK-Präsident Jürgen Karpinski die neue Licht-Test-Plakette für 2021 präsentiert. Foto: ProMotor

20.09.2021

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer hat gemeinsam mit Jürgen Karpinski, Präsident des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK), und Professor Kurt Bodewig, Präsident der Deutschen Verkehrswacht (DVW), die Licht-Test-Plakette für 2021 präsentiert. Damit kann die bundesweite Licht-Test-Aktion unter dem Motto „Gutes Licht! Gute Fahrt!“ an den Start gehen. Ab Oktober sind alle Autofahrer wieder aufgerufen, ihre Fahrzeugbeleuchtung in den Kfz-Werkstätten überprüfen zu lassen.

Schirmherr
Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer ist Schirmherr der Verkehrssicherheitsaktion. Scheuer: „Gutes Licht kann im Straßenverkehr Leben retten und ist für die Verkehrssicherheit enorm wichtig. Die Aktion Licht-Test hilft, dass die Fahrzeugbeleuchtung optimal funktioniert und Scheinwerfer richtig eingestellt sind.“ So mache der Licht-Test die Straßen für alle Verkehrsteilnehmer seit mehr als 60 Jahren sicherer.

„Sicherheit im Straßenverkehr ist für das Kfz-Gewerbe das A und O. Deshalb ist die jährliche Überprüfung des Auto-Lichts in den Werkstätten kostenlos. Dadurch geben die Kfz-Meisterbetriebe einen dreistelligen Millionenbetrag als geldwerte Leistung an die Autofahrer weiter“, betont ZDK-Präsident Jürgen Karpinski. DVW-Präsident Bodewig unterstreicht den Nutzen der regelmäßigen Überprüfung: „Gutes Licht bedeutet gute Fahrt, mehr Sicherheit und weniger Unfälle. Vor allem Fußgänger und Radfahrer werden bei Dämmerung und Dunkelheit schlechter wahrgenommen. Deshalb ist die Deutsche Verkehrswacht bei der Aktion von Anfang an dabei“. Das Kfz-Gewerbe und die Deutsche Verkehrswacht erwarten im Herbst mehrere Millionen Autofahrer, die ihre Fahrzeugbeleuchtung in den Kfz-Werkstätten überprüfen lassen. Ab Oktober bieten Kfz-Meisterbetriebe die Sichtkontrolle kostenlos an. Funktionieren alle Lampen und Leuchten einwandfrei, gibt es die Licht-Test-Plakette auf die Windschutzscheibe. Die Plakette signalisiert der Polizei bei Verkehrskontrollen: Licht ist geprüft! Es lohnt sich deshalb auf jeden Fall, in die Werkstatt zu fahren.

Mängelquote bei Pkw
Die Mängelquote beim Licht-Test 2020 hat sich mit 28,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr (28,8 Prozent) nicht verschlechtert. Das ergibt die Statistik des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) und der Deutschen Verkehrswacht (DVW), basierend auf über 100 000 ausgewerteten Mängelberichten der Kfz-Betriebe. Bundesweit waren dort im Oktober fast fünf Millionen Fahrzeuge auf Beleuchtungsmängel überprüft worden. Trotz der positiven Tendenz gibt es keine Entwarnung: Der Anteil der Blender, also der Fahrzeuge mit zu hoch eingestellten Scheinwerfern, ist auf neun Prozent leicht gestiegen (2019: 8,5 Prozent). Damit blendet fast jeder Zehnte den Gegenverkehr. Zu niedrig eingestellte Frontlichter sind mit 8,4 Prozent bemängelt worden (2019: 8,3 Prozent).

Insgesamt ist jeder Fünfte mit mangelhaften Scheinwerfern unterwegs, mit 19,8 Prozent stehen Hauptscheinwerfer immer noch an erster Stelle der Mängelstatistik (2019: 20,3 Prozent). Bei 3,2 Prozent der Fahrzeuge war ein Hauptscheinwerfer sogar komplett ausgefallen.

Einäugige Hochgerechnet auf den Fahrzeugbestand von 47 Millionen Pkw ergibt das rund 1,5 Millionen Fahrzeuge, die als „Einäugige“ auf den Straßen unterwegs sind. Verschlechtert hat sich auch der Zustand der rückwärtigen Beleuchtung, jeder Zehnte hatte damit Probleme (10,0 Prozent; 2019: 7,9 Prozent). Doch nur wenn Brems- und Rücklichter funktionieren, haben nachfolgende Fahrer die Chance, rechtzeitig zu reagieren und so Unfälle zu vermeiden. Ein weiterer erfreulicher Aspekt des Licht-Tests 2020: Es sind weit über 100 000 Mängelberichte aus den Werkstätten eingegangen. Damit haben sich wieder deutlich mehr Betriebe die Mühe gemacht, die geprüften Fahrzeuge zu erfassen und so eine aussagekräftige Statistik zu ermöglichen. Trotz Einschränkungen und erhöhtem Aufwand durch die Corona-Pandemie bleibt der Licht-Test für Autofahrer und Werkstätten eine wichtige und beliebte Aktion für mehr Sicherheit auf allen Straßen.

Nutzfahrzeuge
Die Mängelquote im Bereich Nutzfahrzeuge beim Licht-Test 2020 hat sich mit 31,4 Prozent etwas verbessert (Vorjahr: 32,4 Prozent). Das ergibt die Mängelstatistik, die der Zentralverband Deutsches Kfz-Gewerbe (ZDK) und die Deutsche Verkehrswacht (DVW) auf Basis von fast 5000 Mängelberichten aus dem Nutzfahrzeugbereich erstellt haben. Meisterbetriebe der Kfz-Innungen hatten im Oktober die Beleuchtung von insgesamt fast fünf Millionen Fahrzeugen (Pkw und Nfz) auf Mängel überprüft. Trotz der Verbesserung bei Transportern, Lkw und Bussen liegt die Mängelquote nach wie vor höher als bei Pkw(28,7 Prozent). Mehr als jeder fünfte Lkw (22,4 Prozent) hat Probleme mit den Scheinwerfern, 2019 waren es nur 21,5 Prozent. Fast jeder Zehnte blendet den Gegenverkehr, weil die Scheinwerfereinstellung zu hoch ist. Bei über vier Prozent der getesteten Fahrzeuge war ein Hauptscheinwerfer ausgefallen. Erneut weniger Defekte gab es mit 9,9 Prozent bei der rückwärtigen Beleuchtung (2019: 10,4 Prozent). Bei 4,2 Prozent war das Bremslicht nicht in Ordnung. Da Lkw die Sicht für die nachfolgenden Verkehrsteilnehmer einschränken, sind funktionierende Rück- und Bremslichter besonders wichtig, um rechtzeitig reagieren und einen Auffahrunfall verhindern zu können.

Den Licht-Test gibt es bereits seit dem Jahr 1956, er wird gemeinsam von ZDK und DVW organisiert. Schirmherr ist stets der Bundesverkehrsminister. red

@ Mehr im Internet
www.licht-test.de