Der Golf für ein neues Zeitalter: ID.3 im Heilbronner Autozentrum Hagelauer

VOLKSWAGEN - Unterwegs mit dem ID.3: Drei Batteriegrößen und bis zu 550 Kilometer Reichweite

Der ID.3 ist auf Anhieb als VW zu erkennen. Fotos: VW

28.09.2020

Selbst auf dem riesigen Werksgelände von Volkswagen in Wolfsburg bleiben die Menschen stehen und drehen sich nach dem Wagen um. Hier, wo es die Mitarbeiter gewohnt sind, stets die neuesten Modelle des weltgrößten Autobauers vorbeifahren zu sehen, erregt der ID.3 Aufsehen. Er ist eben nicht irgendein Auto, sondern der Gradmesser dafür, ob VW den Sprung in die Elektromobilität erfolgreich meistert. Geht es nach den Wolfsburgern, soll der ID.3 wie einst der Golf der Maßstab in seiner Klasse werden. Die Voraussetzungen dafür bringt er mit, wie die Autostimme bei ihrem ersten Test festgestellt hat.
   

Autozentrum Hagelauer GmbH & Co. KG

Viel Platz
Die große Überraschung folgt beim ersten Platznehmen. Mit einer Länge von 4,26 Metern rangiert der ID.3 außen in der Größe des Golf, innen bietet er aber annähernd so viel Platz wie ein deutlich größerer Passat. Da unter der Fronthaube kein Verbrennungsmotor sitzt, rückt das Cockpit weiter nach vorne, der Mitteltunnel entfällt und der kleine Elektromotor sitzt kompakt im Heck. Das sorgt in Summe für ein luftiges Raumgefühl. Hinten sitzen selbst Großgewachsene bequem. In den Kofferraum passen alltagstaugliche 385 Liter. Wer die Rücksitzbank umklappt, kann bis zu 1267 Liter einladen. Das sind Werte, die etwa auf dem Niveau des Golf liegen. Im Cockpit sucht man Knöpfe weitestgehend vergebens. Hier ist fast alles digital mit einem 5,3 Zoll großen Bildschirm direkt vor dem Fahrer und einem Zehn-Zoll-Touchscreen in der Mitte. Über ihn werden alle wichtigen Funktion per Drücken, Wischen, Gesten oder per Spracheingabe gesteuert.
   

Innen erwartet die Passagiere ein üppiges Raumangebot und ein digitales Cockpit.
Innen erwartet die Passagiere ein üppiges Raumangebot und ein digitales Cockpit.


Der ID.3 startet zunächst mit einer 58 kWh großen Batterie für bis zu 420 Kilometer. Ebenfalls verfügbar zur Markteinführung im Herbst ist das Topmodell mit einer 77 kWh- Batterie, die dann maximal 550 Kilometer mit einer Ladung ermöglichen soll. Bei diesen beiden Akkus leistet der E-Motor 150 kW/204 PS. Die Basis-Variante, die später im Jahr startet, wird 45 kWh bekommen und soll damit 330 Kilometer schaffen. Der E-Motor kommt hier auf 107 kW/146 PS.

Für die erste Ausfahrt stand die 150 kW/204 PS starke Variante mit der 58 kWh starken Batterie (Verbrauch 14,5 kWh/100 Kilometer, CO2-Ausstoß: 0 Gramm pro Kilometer) bereit. Wer denkt, dass E-Autos lahm unterwegs sind, wird schnell eines Besseren belehrt. Das maximale Drehmoment von 310 Newtonmetern steht aus dem Stand verzögerungsfrei bereit. Das reicht für einen Sprint von null auf 60 Sachen in 3,4 Sekunden. Mit 160 km/h Spitze schwimmt der ID.3 buchstäblich mit dem Strom. Aber es stimmt schon: In einem E-Auto entwickelt man rasch den Ehrgeiz, möglichst gut mit der Reichweite auszukommen.

Aufladen
Der kleinste Akku lässt sich mit maximal 100 kW laden, die großen mit bis zu 125 kW. An einem Schnelllader gibt es für die von uns getestete mittlere Batterie in nur 30 Minuten Energie für bis zu 350 Kilometer. An der heimischen Wallbox, die in der Regel 11 kW schafft, ist ein leerer Akku in rund sechs Stunden wieder komplett voll.

Bleiben die Preise. Los geht es mit dem Basismodell ID.3 Pro Performance für 35 574,95 Euro. Life – Style – Business – Family – Tech – Max: So heißen die sechs seit dem 20. Juli bestellbaren und ab Oktober lieferbaren vorkonfigurierten ID.3-Modelle. Je nach Vorlieben sind sie unterschiedlich ausgestattet. Die Varianten basieren auf dem Basismodell mit einer 58 kWh-Batterie für bis zu 420 Kilometer Reichweite. Zusätzlich gibt es eine weitere Variante, die auf den Namen Tour hört und mit der größten Batterie mit 77 kWh für bis zu 550 Kilometer ausgestattet ist. In der Basisausstattung kostet sie 40 936,31 Euro. Das Einstiegsmodell, der ID.3 Pure mit der kleinsten Batterie, wird in wenigen Monaten ebenfalls bestellbar sein. Die Preise sollen hier dem Vernehmen nach bei unter 30 000 Euro starten. Zieht man die Staats- und Herstellerförderung in Höhe von insgesamt 9480 Euro ab, kann man ab Herbst für gut 20 000 Euro mit einem Elektroauto unterwegs sein.

Von unserem Redakteur
Alexander Schnell