Ein Kinderspielplatz an der Ohrn ist nach ihm benannt. Und auch eine Öhringer Kneipe, die heuer schon über ein Vierteljahrhundert alt ist. Sein Denkmal steht außerdem inmitten eines Brunnens in der Bahnhofstraße. Und nicht zuletzt sorgt er seit über 100 Jahren für alljährliche Schlagzeilen zur Faschingszeit: Die Rede ist vom Hamballe.Männerturnverein Was den Schwaben der „Huatsempl“ oder aber auch ein „Lellabebbl“ ist, kommt dem Hohenloher „Hamballe“ wohl am nächsten. Ein Tölpel, ein Trottel, liebenswert und eigen, steht für diese Bezeichnung, die es bis in die Mundart-Wörterbücher geschafft hat. Ursprung des Öhringer Hamballe war wohl ein Geistesblitz des Männerturnvereins zu Beginn des letzten Jahrhunderts. Just zur Fastnacht wollten die sportlichen Herren eine eigene Narrenzeitung herausgeben und gaben ihr den Namen Hamballe. Eine erste historisch belegte Ausgabe erschien am „31. Februar“ 1908 unter dem schmucken Titel: „Der Hamballe – Jährlich erscheinendes Amts- und Intelligenz-Blatt mit General-, Lokal- und Skandal-Anzeiger“. Mit 73 299 Exemplaren war diese erste Auflage beziffert und betitelte die Leser im Vorwort noch mit: „teure Narrenbrüder“.
Was die Öhringer mit einem besonders liebenswerten Trottel verbindet
Die Zeiten änderten sich und aus dem Männerturnverein wurde die heutige TSG Öhringen, aus dem Hamballe-Titel von einst schließlich die „Faschingszeitung für die Hohenloher Schiefebene“.
Hamballiaden
Und so erscheint „Der Hamballe“ alljährlich und pünktlich immer zum Samstag vor Aschermittwoch und plaudert die Neuigkeiten und Nettigkeiten aus Öhringen (Hamballingen) und Umgebung eines ganzen Jahres aus: Wie war das noch mit der „heckenschneidenden Sängerin“? Den „Badefreuden eines Ehepaares“? Oder etwa den „Vandalen beim Rathaus“?

Wenn die(se) Gerüchteküche brodelt, ist das die Zeit des Runden Tisches bei der TSG Öhringen. Dann nämlich wählt ein Redaktionsteam, welches in der Öffentlichkeit namentlich geheim ist, Unglaubliches und Wahres, Gereimtheiten und Absurdes, Kurioses oder Alltägliches aus einem Berg von Einsendungen aus. Wobei: In letzter Zeit ist es stiller geworden um die „Fast-Nacht-Nummer der Region Öhringen“. Die Geschichten sprudeln nicht ganz so ergiebig wie zu früheren Zeiten und auch das Redaktionsteam habe sich altersbedingt verkleinert. 2020 gab es deshalb auch keine Faschingszeitung. Michael Dehn, Geschäftsführer der Turn- und Sportgemeinde Öhringen 1848 e.V. schaut dennoch zuversichtlich in die (Hamballe-) Zukunft und hofft „für neuen Schwung und für das kommende Jahr auf viele hamballereife Einsendungen“.
Frische Luft
Ob dem Hamballe frischer Wind gut tut? Der Skulptur in der Bahnhofstraße dürfte das wohl egal sein. Von Künstler Hermann Koziol bildhauerisch gestaltet, fand der liebenswerte Geselle als Bronzefigur 1986 seinen festen Platz mitten in Hamballingen. Und hier in seiner heimatlichen Residenz residiert der „Urtyp hochgeistiger Einfalt“ mitten in einem Brunnen und bringt seine Betrachter zum Schmunzeln: Mit seinem Schirm schützt er sich vor dem Regen und gießt dabei die Blumen.
Von Ute Böttinger
HNV-Fahrplantipps
Schlüssel des Heiligen Petrus

Das historische Stadtwappen der Großen Kreisstadt Öhringen ist ein „in Rot und Silber schräg geteiltes Schild mit einem schräg linken Schlüssel“. Das Wappen geht in seinem Ursprung auf den Apostel Petrus zurück, den Schutzpatron des früheren Chorherrenstifts. Der Schlüssel ist das Symbol des Heiligen Petrus. Der Vorläufer dieses vereinfachten Stadtwappens zeigte Petrus in voller Gestalt, in der rechten Hand den Schlüssel, in der linken ein Buch haltend. Zu beiden Seiten des Apostels war ein Ohr zu sehen, eine Anspielung auf den Namen der Stadt. Es entstand zu einer Zeit, als der Zusammenhang des Stadtnamens mit dem Flüsschen Ohrn schon in Vergessenheit geraten war. In noch älteren Siegeln kommt der Apostel nur in halber Figur vor, dafür ist er mit einem gewaltigen, bis an den äußeren Siegelrand reichenden Schlüssel abgebildet.
Offiziell ist Öhringen als Stadt wohl nie bewusst gegründet worden – sie hat sich über die Epochen vom Siedlungsplatz über einen römischen Militär- und Zivilstützpunkt bis heute weiterentwickelt. Im Stiftungsbrief wurde der heutige Name erstmals schriftlich genannt. red