Von unserer Redakteurin Ulrike KübelwirthToll trieben es die Bewohner des heutigen Heilbronner Stadtteils Böckingen – und sie scherten sich in vergangenen Zeiten keinen Deut um die Anweisungen ihrer Obrigkeit. Weil sie taten, was sie wollten, wurden ihnen schließlich auch der Spitzname Seeräuber verliehen. Bei den Frankenbachern sieht es etwas anders aus. Während die Böckinger sich ihre Titulierung gemeinschaftlich redlich verdienten, geht der Uzname der Frankenbacher ganz und gar auf einen einzelnen ihrer Einwohner zurück.Böckinger SeeräuberVor Böckingern, so hieß es in früheren Zeiten, müsse man sich in Acht nehmen, trügen sie doch stets ein Messer in der Tasche und scheuten auch vor dessen Gebrauch nicht zurück. Echte Seeräuber eben – mit gewisser Vorliebe zum Rabaukentum und zur Aufmüpfigkeit.Vor langer Zeit, so heißt es in der ersten Version, soll es in dem Heilbronner Stadtteil einmal einen See gegeben haben, der nicht befischt werden durfte. Das war von oberster Stelle streng verboten worden. Doch der Böckinger scherte sich nicht darum und versorgte sich regelmäßig mit frischem Fisch aus dem Privatsee.Die zweite Version scheint plausibler: Bis ins 14. Jahrhundert lag der Ort Böckingen direkt am Ufer des Neckar-Hauptstroms. Bei einem Hochwasser im Jahr 1333 bahnte sich der Fluss einen neuen Weg. Der heutige Neckar-Altarm entstand und mit ihm im teilweise ausgetrockneten ehemaligen Flusslauf der Böckinger See. Dorthin hätten sich nach diesem Ereignis des öfteren Neckarschiffe verirrt. Die Böckinger machten sich diese Missgeschicke zunutze und raubten die dort gestrandeten Schiffe aus.Blunsabacher Ein Besuch auf dem Heilbronner Markt war anno dazumal ein richtiges Highlight, ein Erlebnis, das selbstverständlich auch zünftig begossen werden musste. So hatte wohl auch ein Frankenbacher bei seinem Besuch in der Stadt ein bisschen zu tief ins Glas geguckt – was den Heimweg umso beschwerlicher machte. Als er mit seinem Pferd schließlich an einen steilen Anstieg kam, beschloss der müde Mann, sich eine wohlverdiente Ruhepause zu gönnen. Allerdings plagte ihn die Sorge, dass dies nicht so ohne Weiteres gelänge. Besonders die Frage, ob der brave Gaul am Anstieg wohl auch stehen bleiben würde, trieb ihn um. Deshalb wollte er auf Nummer sicher gehen.Er packte seine auf dem Markt erstandenen Blutwürste – auch Blunsen genannt – aus, und schob sie schließlich dem Gaul als Bremsklötze der deftigen Art hinter die Hufe. Ob er damit tatsächlich großen Erfolg hatte, ist nicht überliefert. Klar ist hingegen, dass die Erhebung zwischen Böckingen und Frankenbach seitdem Blunsenbuckel und die Frankenbacher Blunsenbacher genannt werden.
Über Herkunft der Spitznamen kursieren gleich mehrere Versionen
Fahrplantipps
In Böckingen gibt es drei Haltestellen der Stadtbahnlinie S4, die eine schnelle Verbindung in Richtung Heilbronn herstellen. Außerdem bestehen Fahrtmöglichkeiten nach Öhringen oder nach Eppingen und Karlsruhe. Auch in Böckingen verkehren mehrere Regionalbuslinien, die eine Verbindung in den Landkreis ermöglichen.
Durch die Stadtbuslinien, die in Böckingen an verschiedenen Haltestellen verkehren, kann man in kurzer Fahrtzeit die verschiedenen Stadtteile Heilbronns erreichen.
In Frankenbach verkehren die Stadtbuslinien 8. 10, 30 und 60 und bieten somit eine gute Anbindung an die Heilbronner Innenstadt. An verschiedenen Haltestellen gibt es Umsteigemöglichkeiten auf die Stadtbahn oder Regionalzüge.
Auch die Nachtbuslinie N1 fährt noch spät in der Nacht nach Frankenbach. Zudem fährt die Regionalbuslinie 670, die die Heilbronner Kliniken mit Frankenbach und Massenbachhausen verbindet.
Am Heilbronner Hauptbahnhof bestehen Anschlussmöglichkeiten zu den Stadtbahnlinien S41 und S42 in Richtung Eppingen, Sinsheim und Karlsruhe, in Richtung Mosbach sowie in Richtung Öhringen. Außerdem fahren von dort aus Regionalzüge in Richtung Stuttgart, Würzburg, Heidelberg oder Mannheim. red
Reichsadler mit Brustschild in Rot-Silber-Blau

Das Heilbronner Stadtwappen zeigt einen schwarzen Reichsadler mit roter Zunge und einem Rot-Silber-Blau geteilten Brustschild. Die Herkunft dieser Farben ist bis bis heute nicht abschließend geklärt. Erstmals nachgewiesen wird die aktuelle Reihenfolge – Rot-Weiß-Blau wie auf der Stadtflagge – im Jahr 1560. In manchen Siegeln des 17. und 18. Jahrhunderts enthielt der Brustschild keine Farben, sondern nur die auf den Stadtnamen hinweisenden Großbuchstaben HB.
Der Reichsadler als Symbol der Reichsunabhängigkeit ist seit 1265 auf den Siegeln der Stadt belegt. Er erschien immer auf goldenem Schildgrund. Erstmals nachweisbar ist das Tier in einem Wappenfenster der Heilbronner Kilianskirche aus dem Jahr 1487.
Das heutige Design der Wappengrafik stammt aus der Feder des Heraldikers Alfred Dochtermann und ist auf das Jahr 1948 datiert; die endgültige Gestaltung kommt von dem Heilbronner Grafiker Adolf Willi Sauter, der 1949 das Wappen nach Dochtermanns Entwurf gestaltete. Am 14. Juli 1949 beschloss der Heilbronner Gemeinderat die Annahme dieses Designs. kü