Acker- und Weinbau: Das waren über Jahrhunderte hinweg die Haupterwerbsquellen von Abstatt und seinem Ortsteil Happenbach. Wie so viele Gemeinden in der Region waren die beiden Flecken lange Zeit überwiegend landwirtschaftlich geprägt. Kein Wunder, dass es dort viele vor Kraft strotzende junge Bauernburschen gab, deren Unternehmungslust sich über den Ortsetter erstreckten. Von den Nachbarn wurden sie deshalb nicht nur kritisch beäugt, sondern auch mit einem nicht gerade schmeichelhaften Spitznamen belegt: Rälling.AbstatterRälling - Dass die Kirschen aus Nachbars Garten besser schmecken als die eigenen, weiß jeder. Dass die Mädels in den Nachbarorten schöner waren als die eigenen, das vermuteten in früherer Zeit junge, männliche Abstätter. Der mündlichen Überlieferung zufolge, sollen sie sich nämlich regelmäßig in der Umgebung auf Brautschau begeben haben. Um die holde Weiblichkeit auf sich aufmerksam zu machen, hätten sie sich – so heißt es – unter das Fenster der Angebeteten gestellt und laut miaut. Wegen dieses akustischen Werbens habe man den jungen Burschen die Rälling verpasst. Denn ein Rälling ist nichts weiter als ein ralliger Kater auf Brautschau.Offenbar müssen die Abstätter einstmals nicht nur sehr liebeshungrig, sondern auch ein wenig geizig gewesen sein – was sie offenbar mit ihren Nachbarn aus Beilstein gemeinsam hatten – wie ein alter Spruch belegt: „D’Abstätter Rälleng, d’Beilschtemer Füchs, die haltet ihr Kirbe mit Ebireschnitz.“
Brautwerben der besonderen Art stand Pate für den Spitznamen
Die Gemeinde indes trägt ihren Spitznamen inzwischen mit Stolz. Lange Zeit wurde er für Werbung in eigener Sache genutzt – unter anderem als Aufkleber mit dem „Nur ein Katzen-Sprung nach Abstatt“. Und auch heute finden sich überall in der Gemeinde Kater – als bunte Kunstobjekte.
Happenbacher Lumpenpack - Auch die Happenbacher haben mittlerweile ein positives Verhältnis zu ihrem Uznamen. Während man noch vor ein paar Jahrzehnten Gefahr lief, Prügel zu beziehen, wenn man sie als Lumpenpack bezeichnete, so sind die Bewohner der Teilgemeinde heute mit ihrer Titulierung versöhnt. Verfolgt man die Entstehungsgeschichte, so hätten die Happenbacher auf jeden Fall eine nettere Bezeichnung verdient. Denn ihren Spitznamen erhielten sie offenbar mit dem Segen des Pfarrers. Und das kam so: Vor langer, langer Zeit sollte ein Pfarrersmägdelein im Rattenhauer Wald für ihren Dienstherren Eicheln sammeln – mit bescheidenem Erfolg. Der Überlieferung zufolge verbummelte sie den Tag. Als der Abend hereinbrach, stand die Magd deshalb noch immer vor ihrem leeren Leinensack – und fürchtete sich vor Konsequenzen. Deshalb überlegte sie sich, wie sie ihr Trödeln wohl dem Pfarrer erklären könne – und kam dabei auf eine geniale Idee.
Gardinenpredigt - Wieder bei ihrem Dienstherren, erzählte sie, dass ihr eine böse Bande von Happenbacher Buben den fast schon vollen Sack mitsamt der Eicheln gestohlen hätte, und sie deshalb habe mit leeren Händen ins Pfarrhaus zurückkehren müssen. Das wiederum wollte der Pfarrer nicht unkommentiert hinnehmen. Beim Gottesdienst am darauffolgenden Sonntag gab es eine Gardinenpredigt, die sich gewaschen hatte: Lauthals wetterte von der Kanzel herunter über die schlimmen Happenbacher Burschen, die nichts weiter seien als schlimmstes Lumpenpack. Hätten sie doch seiner fleißigen Magd im Rattenhauer Wald den Sack voll mit Eicheln gestohlen. Von unserer Redakteurin Ulrike Kübelwirth
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Bildlicher Hinweis auf die Stätte des Abts

Das Wappen zeigt im gespaltenen Schild einen linksgewendeten goldenen (gelben) Abtsstab vor rotem Grund. Rechts ist ein roter Löwe vor goldenem (gelbem) Grund dargestellt. Das Gerichtssiegel des löwensteinischen Amtsorts Abstatt von 1628 zeigte das Wappen der Grafen von Löwenstein mit dem auf einem Vierberg stehenden gekrönten Löwen. Später (1697 und 1786) ist das Wappentier nach links gewendet. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts erschien ein nach links steigender Löwe im Schultheißenamtssiegel.
Das Gemeindewappen geht auf einen Gestaltungsvorschlag der Archivdirektion Stuttgart zurück. Da Abstatt den Abtsstab als konfessionelles Zeichen zunächst ablehnte, machte die Direktion einen zweiten Vorschlag, der neben dem Löwen eine schwarze Hirschstange als Zeichen der Verbindungen zu Württemberg enthielt. Die Gemeinde entschied sich am 21. November 1907 dann doch für die erste Version, die neben dem Löwen als Unterscheidungsmerkmal den Abtsstab enthält. Er soll auf den Ortsnamen (Deutungsversuch: Abtsstatt) hinweisen und an früheren Besitz des Stifts Oberstenfeld erinnern. red