Bahn-Quartett. Diese Strecken haben Chancen, wieder in Betrieb zu gehen

Region  Plötzlich ist wieder Zug dahinter: Eine Potenzialanalyse des Landes hat die Hoffnungen befeuert, dass stillgelegte oder im Sparbetrieb laufende Bahnstrecken in der Region eine Renaissance erleben. Wir beleuchten das Quartett der aussichtsreichen Kandidaten.

Email

Am 16. Oktober 1963 kommt ein Tross Berliner Journalisten mit der Zabergäubahn in Brackenheim an.

Fotos: privat

Eine Vorentscheidung ist das keinesfalls, aber ein Fingerzeig: Das Land hat untersucht, welches fahrgastpotenzial sie auf ausgewählten strecken sieht, wenn sie reaktiviert würden. In dieser Hinsicht ist die stillgelegte Bottwartalbahn zwischen Marbach und Heilbronn am vielversprechendsten.

Vier Strecken sind ganz gut im Rennen 

Ebenfalls gute Chancen auf eine Wiederinbetriebnahme werden der Kochertalbahn zwischen Waldenburg und Künzelsau sowie der Zabergäubahn zwischen Lauffen und Zaberfeld eingeräumt. Das tägliche Fahrgastaufkommen wird bei beiden Strecken als „hoch“ bewertet. 

Dann ist da noch die Krebsbachtalbahn zwischen Neckarbischofsheim und Hüffenhardt. Sie hat laut Land zwar nur ein mittleres Fahrgastpotenzial, trotzdem könnte sie ganz gut im Rennen liegen. Das liegt zum einen daran, dass es die Schienen schon gibt. Im Krebsbachtalbahn rollen in der Saison historische Züge im Ausflugsverkehr, schon lange aber gibt es die Hoffnung auf regulären Personenverkehr. Eine Machbarkeitsstudie, wie sie das Land für Strecken in dieser Kategorie gerne sähe,  ist in Arbeit.  Carsten Strähle vom Streckeneigentümer Erms-Neckar-Bahn AG (Enag) sieht die Krebsbachtalbahn sogar in der „Pole Position“. Klar ist: Ganz ohne Streckenneubau wird es nicht gehen. Die Einstufung als Strecke mit mittlerem Potenzial fußt auf der Prämisse, dass ein kleines, noch nicht realisiertes  Verbindungsstück bei Bad Rappenau den Anschluss an das Heilbronner Stadtbahnnetz schafft.

Kreistage befassen sich mit Zabergäu- und Kochertalbahn

Bei der Zabergäubahn gehen die Beteiligten davon aus, dass die Chancen für eine Reaktivierung noch nie so gut standen. Letztlich entscheidet die Berechnung zur Wirtschaftlichkeit.  Knackpunkt werden offenbar Verhandlungen mit der Trasseneigentümerin Deutschen Bahn über einen Verkauf der Strecke. Der Landkreis geht davon aus, dass dann die Investitionskosten sinken und die Wirtschaftlichkeit besser darstellbar ist. Kochertalbahn und Zabergäubahn beschäftigen diese Woche die jeweiligen Kreistage. Auch das zeigt. Beim Thema Reaktivierung ist Zug dahinter.


Kommentar hinzufügen