Kostenlose Corona-Tests für Lehrer und Erzieher

Region  Bis Ende September können sich alle Lehrer und Mitarbeiter in Kindertagesstätten zweimal kostenlos auf das Coronavirus testen lassen. Anders als sonst üblich werden die Tests auch dann durchgeführt, wenn die Personen keine Symptome haben.

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Ehe das neue Schuljahr beginnt, haben Lehrer und Erzieher die Möglichkeit, sich auch ohne spezifische Corona-Symptome auf das Virus testen zu lassen. Dieses Angebot gilt auch für alles weitere Personal an Schulen und Kindertagesstätten sowie in der Kindertagespflege.

"Mit einer Terminvereinbarung sollten die Personen aber nicht bis zum letzten Tag warten, da man sonst mit Wartezeiten für einen Abstrichtermin rechnen muss und das Testergebnis womöglich nicht bis Schulbeginn vorliegt“, appelliert Ursula Mühleck, Dezernentin für Familie, Bildung und Soziales, sich rechtzeitig mit dem Hausarzt oder einer der 17 Corona-Schwerpunktpraxen für einen Abstrich in Verbindung zu setzen. „Auch die Laborkapazitäten kommen so an ihre Grenzen.“

Noch bis 30. September kann man sich maximal zweimal testen lassen, ein dafür notwendiges Formular hat jeder Beschäftigte einer Schule oder Kindertageseinrichtung erhalten, beziehungsweise erhält es über den Träger. „Die Tests sind freiwillig. Wir als Schulträger unserer Kreisschulen haben bereits unser Personal auf die Möglichkeit der Testung aufmerksam gemacht. Klar ist aber: Die Ergebnisse stellen nur eine Momentaufnahme dar, Abstands- und Hygienemaßnahmen sind auch nach den Sommerferien unerlässlich.“

Wo wird in der Region getestet?

Die Abstriche im Hohenlohekreis übernehmen die Hausärzte, ein Kinder- oder Jugendarzt beziehungsweise die Schwerpunktpraxen. So sieht es auch in der Stadt Heilbronn und im Landkreis aus. Die Lehrer, erklärt GEW-Vertreter Harald Schröder, haben Gutscheine bekommen und können damit zu ihren Hausärzten oder in Schwerpunktpraxen.

Schröder weiß von Kollegen, die das aber erst dann in Anspruch nehmen wollen, wenn sie tatsächlich den Verdacht haben, sich infiziert zu haben. So wird er es auch handhaben: "Ich war quasi selbstisoliert im Hinterland bei Ziegen", fasst er seinen diesjährigen Sommerurlaub zusammen und den Versuch, auch mal Abstand vom Thema Corona zu bekommen. "Das ist aber in diesem Jahr nicht wirklich gelungen", sagt Schröder. Schon ein Blick aufs Handy habe genügt, um wieder in der Corona-Realität anzukommen.

Wie diese Realität aussehen wird? „Wir sind seit Pandemiebeginn in sehr gutem Austausch mit den niedergelassenen Ärzten. So haben wir auch gemeinsam die Ausrichtung für die derzeit anstehenden Tests wie auch eine mögliche zweite Welle besprochen“, lobt Annemarie Flicker-Klein, stellvertretende Amtsleiterin des Gesundheitsamtes Hohenlohekreis, die gute Zusammenarbeit mit der Ärzteschaft. Im Hohenlohekreis gibt es die gemeinsame Abstrichstelle in Belzhag, die aktuell ruht, aber jederzeit auch kurzfristig wieder in Betrieb genommen werden kann, wenn es die Lageentwicklung erfordert.

Bei Symptomen unbedingt Termin vereinbaren

Susanne Bublitz, Sprecherin der Kreisärzteschaft Öhringen, weist auf einen Punkt hin, der ihr und allen Kollegen wichtig ist: Wer Symptome habe und einen Termin für einen Abstrich möchte, soll keinesfalls einfach in die Praxis kommen, sondern auf jeden Fall einen Termin ausmachen. Das gelte besonders dann, wenn man typische COVID-19-Symptome entwickelt habe wie Fieber, Husten oder Geruchs- und Geschmacksverlust.

Info Eine Corona-Schwerpunktpraxis ist eine reguläre Haus- oder Facharztpraxis, die für Infektpatienten und Corona-Verdachtsfälle spezielle Sprechstunden vorhält. Besteht ein Coronaverdacht, gelten deutlich erweiterte Sicherheitsstandards und eine strikte Trennung von den übrigen Patienten der Praxis. Kann beispielsweise eine Hausarztpraxis die Betreuung des Patienten bei Atemwegsinfektionen nicht gewährleisten, weil der Arzt selbst zur Risikogruppe gehört, übernimmt die Schwerpunktpraxis die weitere Untersuchung und Behandlung von Verdachtsfällen auf Corona.

Eine Übersicht der ambulanten Corona Versorgungs- und Testeinrichtungen in ganz Baden-Württemberg ist unter http://coronakarte.kvbawue.de/ zu finden.

 


Yvonne Tscherwitschke

Yvonne Tscherwitschke

stv. Redaktionsleiterin Hohenloher Zeitung

Yvonne Tscherwitschke ist seit 1994 bei der Heilbronner Stimme. Als gebürtige Hohenloherin weiß sie, welche Geschichten die Hohenloher interessieren.

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