Die neue Normalität im Schulalltag

Region  Nach den Sommerferien soll zu einem möglichst normalen Schulalltag zurück gekehrt werden. Doch was ist normal in Corona-Zeiten? Normal wird künftig sein, dass nichts so wirklich normal läuft. Schüler, Eltern und Lehrer werden sich darauf einstellen müssen, dass sich die Ausgangssituation von heute auf morgen ändern kann.

Email
Mit den neuen Schülern kehrt ein neuer Alltag in die Schulen ein. Foto: dpa

Bleibt es dabei, dass Masken nur im Bus zur Schule, auf dem Gelände und im Gebäude, nicht aber in den Klassenzimmern getragen werden müssen? Bleibt es dabei, dass die gesamte Klasse im Verband unterrichtet wird? Und wenn ja, von wem? Gibt es genug Lehrer? Fehlen tatsächlich nur um die sechs Prozent für den Präsenzunterricht? Oder wird sich die Zahl der nicht für das Klassenzimmer verfügbaren Lehrer wie zu Beginn von Corona wieder bei etwa 20 Prozent einpendeln? Zumal nun im Herbst, wenn Schnupfen und Husten wieder Saison haben und es sich nicht gleich ausschließen lässt, dass es sich um Corona handelt?

Antworten auf viele Fragen

Sind die seit Sommer geltenden Vorsichtsmaßnamen wie Einbahnstraßenregelungen, verschiedene Ein- und Ausgänge, der Verzicht auf Sport- und Musikunterricht, geschlossene Mensen und zusätzliche Desinfektionen ausreichend als Gesundheitsschutz? Sind fixe Lerngruppen die Antwort? Und machen sie Sinn, wenn die Kinder nachmittags in großen Gruppen zusammen auf dem Spielplatz toben? 

Viele Diskussionen wurden im August geführt. Und von Bundesland zu Bundesland durchaus unterschiedlich. So hat Nordrhein-Westfalen die Maskenpflicht auch im Unterricht eingeführt. Andere Länder wehren sich (noch) dagegen. Denn eines hat Corona seither gezeigt: Nichts ist von Dauer. Keine Absichtserklärung, keine Regelung.

Schnell reagieren

Deshalb ist schon jetzt klar: Die neue Normalität wird es sein, dass sich Schüler wie Lehrer, Schulleitung wie Eltern immer wieder schnell auf neue Begebenheiten einrichten müssen. Schulschließungen werden sich nicht vermeiden lassen. Mit ein bisschen Glück werden immer nur einzelne Klassen zeitweise in Quarantäne geschickt. Oder aber es werden einzelne Schüler fehlen und dem Unterricht bestenfalls vom heimischen Schreibtisch folgen. 

Flexibilität wird das Zauberwort sein. Abverlangt wird sie allen. Denen, die die Kinder beschulen und denen, die die Kinder betreuen, wenn sie nicht beschult werden können. Von heute auf morgen können sich Situationen ändern, je nach Infektionsgeschehen wird aus Präsenzunterricht wieder Homeschooling. Und es wird Zeiten geben, in denen an manchen Schulen und für manche Klassen beide Formen parallel notwendig werden.

Gut funktioniert

Der Bund hat Milliarden für die Digitaloffensive bereitgestellt. Doch nur ein Bruchteil der Gelder sind bisher abgerufen worden. Wie sieht es in der Region aus? An einzelnen Schulen hat Homeschooling auch dank bewundernswertem Einsatz der Lehrer sehr gut funktioniert. An wieder anderen Schulen haben schnelle Spenden geholfen, die schlechte Ausstattung mit Endgeräten zu verbessern. Und nicht zuletzt die Lernbrücken sollen nun helfen, entstandene Lücken zu schließen.

Doch ist das alles ausreichend? Muss noch mehr in die Fortbildung der Lehrer investiert werden? Wie weit ist der Aufbau einer bundesweiten Schulplattform? Wie haben andere Bundesländer den Schulstart gemeistert? Gibt es brauchbare Beispiele, die sich Baden-Württemberg abschauen kann? Auf was müssen Eltern und Schüler achten? Wann dürfen Kinder in die Schule oder die Kindertagesstätte? Wann nicht? Was ist, wenn dann ein Elternteil daheim bleiben muss? Wie sieht es mit kostenlosen Corona-Tests für Lehrer aus? Wie haben sich zu früheren Zeiten Kurzschuljahre wie das 2019/2020 auf die Karrieren der Schüler ausgewirkt? All diese Fragen versucht das Wochenthema zu beantworten.

  


Yvonne Tscherwitschke

Yvonne Tscherwitschke

stv. Redaktionsleiterin Hohenloher Zeitung

Yvonne Tscherwitschke ist seit 1994 bei der Heilbronner Stimme. Als gebürtige Hohenloherin weiß sie, welche Geschichten die Hohenloher interessieren.

Kommentar hinzufügen