Familien stehen vor großen Herausforderungen

Region  Familien haben in der außergewöhnlichen Corona-Zeit schon vor den Ferien viel mehr Stunden zusammen verbracht als üblich. Die gemeinsame Zeit - sie ist vielerorts zur Belastung geworden.

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Gemeinsam geht es leichter. Eine Familie strampelt im Tretboot über den Finsterroter See. Foto: Guido Sawatzki

Ferien, das ist mehr Freizeit als sonst. Das ist Zeit mit den Eltern. Das sind Tage ohne Schule oder Kita. Ferien ist Urlaub. Im Corona-Jahr ist alles anders. Schulen und Kitas hatten erst wochenlang geschlossen, dann gab es einen eingeschränkten Regelbetrieb in den Kitas und Grundschulen. Die Älteren kamen zuletzt wechselweise in die Klassenzimmer. Dank Corona verbringen Familien jetzt schon so viel Zeit miteinander wie sonst nur in den Ferien.

Und: Reisen wird oft zum Luxus. Nicht alle geplanten Wunschziele sind zu erreichen, und wenn Mama oder Papa in Kurzarbeit sind, trüben finanzielle Sorgen die Aussicht auf erholsame Tage am Strand oder in den Bergen.

Entspannung finden, wenn doch vieles im Hinterkopf mitschwebt

Familien zwischen Eppingen und Mulfingen, Roigheim und Bönnigheim suchen Entspannung. Und viele können sich nicht zurücklehnen: Viele Eltern von angehenden Erstklässlern fragen sich, ob denn der Wechsel in die Grundschule tatsächlich gelingen kann, wenn doch das erste Kennenlernen mit der Schule nicht im üblichen Rahmen stattfinden konnte.

Mütter und Väter von Erstklässlern sind sich unschlüssig, ob denn tatsächlich ausreichend Schwungübungen gemacht wurden - und ob das Rechnen bis zehn tatsächlich klappt wie es soll. Vierer-Mamas und -Papas sorgen sich über den Übergang an die weiterführenden Schulen. Und dort fragen sich viele: Was wird aus meinem Abschluss? Entspannung wie gewohnt - sie gibt es selten.

Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) hat vorab vieles angesprochen: Die sogenannten Lernbrücken sollen schwächeren Schülern in den letzten beiden Ferienwochen helfen, im Stoff voranzukommen. Die ersten Wochen des neuen Schuljahrs dienen der Konsolidierung. Kritik daran und Bedenken an den Vorschlägen helfen auch nicht, mit ruhigem Gewissen in die kommenden Wochen zu starten.

Darum geht es in diesem Wochenthema

In unserer Schwerpunktwoche greifen wir verschiedene Aspekte auf. Expertinnen aus dem Kita-Bereich geben Tipps, wie denn die Familienzeit gelingen kann. Von Lehrern kommen Vorschläge, wann es mit dem Lernen genug ist. Und wir porträtieren eine Großfamilie, die Mut macht - Familienzeit ist Glück. Das gilt es, bis September zu genießen.


Simon Gajer

Simon Gajer

Autor

Simon Gajer kam im Jahr 2000 erstmals zur Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat und einem Jahr als freier Journalist in den USA ist er seit Herbst 2003 zurück in der Region: Zurzeit sucht er nach spannenden Themen im nördlichen Landkreis Heilbronn, vor allem aus den Städten Neckarsulm, Möckmühl und Neudenau.

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