Leserumfrage zum Muttertag: Von unverzichtbarer Tradition bis Umbenennung zu Elterntag

Region  „Ist der Muttertag noch zeitgemäß?“ Diese leicht provokante Frage haben wir unseren Stimme-Lesern gestellt. Ergebnis: Den allermeisten ist der Muttertag wichtig und er soll so erhalten bleiben, wie er ist. Aber nicht alle sehen das so. Es gibt auch kritische Sichtweisen.

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Ein Muttertagsherz mit Erdbeeren wird kommenden Sonntag vermutlich auf vielen Frühstückstischen stehen. Foto: Archiv/dpa

Ramona Nitsch gehört zu denjenigen, die auf den Muttertag nicht verzichten möchten. Zu unserer Umfrage schreibt sie: „Wir feiern selbstverständlich Muttertag! In meiner Familie und Verwandtschaft wird diese Tradition fortgeführt. Wir finden es toll, dass man sich an diesem Tag speziell Zeit nimmt und der Mutter eine Freude macht.“ Man könne gar nicht in Worte fassen was eine Mutter leiste, egal ob Haushalt oder Kindererziehung, schreibt sie. „Eine Mutter ist immer für ihre Kinder da – egal welchen Alters – und spürt genau, wenn etwas nicht stimmt. Dieser Tag gehört zu unserer Kultur und wir müssen diesen bewahren. Wir feiern übrigens Vatertag an Christi Himmelfahrt analog dem Muttertag.“

Den Muttertag infrage stellen? Niemals!

Andrea Müssig scheint die Tradition des Muttertags ebenfalls am Herzen zu liegen: „Der Muttertag sollte Muttertag bleiben. Warum sollte er nicht in eine Moderne Welt passen? Ich finde das völliger Quatsch überhaupt darüber nachzudenken.“ Markus Däschler sieht das ähnlich. Er schreibt unserer Redaktion: „Der Muttertag sollte so erhalten bleiben, wie er ist! Wir müssen unsere Traditionen und Gebräuche beibehalten und nicht alles wegen Gender-Unfug und anderen Dingen über den Haufen werfen! Ohne unsere Traditionen, Gebräuche, Werte und Kultur sind wir irgendwann niemand mehr.“ 

Für Rita Hofman ist der Muttertag aktueller denn je: „Natürlich ist der Muttertag noch zeitgemäß. Besonders in der Corona Krise wird sichtbar, dass sich nach wie vor hauptsächlich die Mütter für die Familie opfern. Ich persönlich tue es auch, und zwar sehr gerne. Eine Mutter ist und bleibt eben eine Mutter.“

Oliver Bürkle erzürnt es, dass der Muttertag in Frage gestellt wird. Er kontert: „Auf was soll die Gesellschaft noch alles verzichten? Alles was seit Jahren als gut, sinnvoll und kulturell wichtig gilt wird tausendmal umgedreht und gefragt, ob es noch in die neue heutige Gesellschaft passt. Man sollte die Kirche im Dorf lassen.“ Kindern mache es Spaß an Muttertag etwas für ihre Mamas zu basteln. Und die Freude unter den Müttern sei groß. Bürkle findet einen weiteren Aspekt des Muttertages wichtig: „Kinder lernen durch den Muttertag, ihre Mamas zu ehren für alles, was sie für die Familie leisten. Genau dafür sollten Kinder auch frühzeitig ein Bewusstsein bekommen.  

„Idee eines Elterntages ist toll“

Bei genauerer Betrachtungsweise ist die Frage berechtigt, ob der Muttertag denn noch in eine Gesellschaft passt, die sich größtenteils vom klassischen Rollenbild von Mann und Frau losgesagt hat –  und nicht ohne stolz darauf zu sein. Das zeigt der Beitrag von Annemarie (sie möchte nur mit dem Vornamen genannt werden). Sie ist Ingenieurin und Mutter von zwei Kindern. Derzeit befindet sie sich mit ihrem fünf Monate alten Kind in Elternzeit. Zuvor arbeiteten sie und ihr Mann in Vollzeit. Auf unsere Frage, ob der Muttertag denn noch zeitgemäß sei, schreibt sie: „Eltern müssen heutzutage meines Erachtens einiges leisten. Wir sind oft am Jonglieren. Man will das beste fürs Kind. Und so werden abends nach einem anstrengenden Tag noch Lätze genäht, Fotos ins Album geklebt, Spielsachen repariert und überlegt was es die nächste Woche Gesundes zu essen gibt. Und am nächsten Morgen müssen wir wieder fit sein für den alltäglichen Wahnsinn mit Job und Kind. Wir versuchen ständig, allem gerecht zu werden: der Familie und dem Beruf. Deshalb finde ich die Idee eines Elterntages toll.“ Der Vatertag wird in ihrer Familie gleichwertig zum Muttertag gefeiert. „Da basteln wir etwas Schönes für Papa.“ 

Wolfgang Weissinger hat eine eindeutige Meinung zum Thema Muttertag. Sein kurzer Kommentar auf unsere Frage: „Abschaffen, zusammen mit dem Vatertag.“


Sarah Arweiler

Sarah Arweiler

Autorin

Sarah Arweiler ist seit 2016 Redakteurin bei der Heilbronner Stimme. Sie arbeitet seit März 2021 in der Onlineredaktion. Zuvor war sie unter anderem im Redaktionsteam der Hohenloher Zeitung tätig.

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