Rote Gummibärchen zum Selbermachen

Heilbronn  Die Experimentierküche der Experimenta bietet normalerweise Workshops für Schüler, in denen sie lernen, wie die beliebten Gummibärchen entstehen. Wegen der Corona-Pandemie müssen die Workshops vor Ort zwar ausfallen, die Fruchtgummis lassen sich aber auch ohne Probleme zu Hause herstellen.

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Foto: Ralf Seidel

Von der frischen Frucht zur kleinen, bunten Süßigkeit: Gummibärchen selbst herzustellen, ist zwar zum Teil eine etwas klebrige Angelegenheit, macht aber extrem viel Spaß. Und das beste an der Sache: Es ist kein Hexenwerk. Wie genau es geht, zeigt Karola Vögelein von der Heilbronner Experimenta in einem Workshop, exklusiv für stimme.de, in ihrer Experimentierküche unter strengen Hygiene-Vorschriften.

Normalerweise kommen Schüler zu diesen Workshops, um zu lernen, wie die süßen Bärchen entstehen. Wegen der Corona-Pandemie geht das im Moment aber nicht. Wer trotzdem Lust hat, den Kindern in der Lockdown-Zeit etwas Fruchtgummi-Abwechslung zu bescheren (oder selbst Süßigkeiten-Liebhaber ist), kann die Herstellungs-Schritte für zu Hause auch aus diesem Text herauslesen.

Fotos: Ralf Seidel (6), Annika Heffter (2)

 

  1. Erster Schritt: Für eine saubere und hygienische Küche sorgen

    Also dann, ran an die Bären! In der Experimentierküche der Experimenta ist schon das Betreten der Räumlichkeiten ein Erlebnis: Die Küche ist blitzeblank sauber, die Ausstattung hochmodern, die Hygiene-Vorschriften auch ohne zusätzliche Corona-Regeln streng.

    „Gesundheit prüfen, Hände und Unterarme von Schmuck befreien, Ärmel hochkrempeln, lange Haare zusammenbinden und Essen und Trinken nur im Essbereich“, steht da. Offene Wunden müssen abgedeckt werden, die Fingernägel sollten frei von Nagellack sein. Und Händewaschen und Desinfizieren gehören in der Experimentierküche sowieso schon immer dazu.

    Gummibärchen-Workshop: Saubere Experimentierküche

  2. Zweiter Schritt: Geschmacksrichtung auswählen

    Nach dem Umbinden der Kochschürze folgt dann die erste große Entscheidung: Welche Früchte sollen in die Gummibärchen hinein? Fast jeder hat eine Lieblingsfarbe oder Geschmacksrichtung, die zuerst aus der Packung gefischt wird.

    Für den Workshop hat die Experimenta die Lieblings-Gummibärchen-Farbe der Teilnehmer gewählt: rot. Himbeeren, Blaubeeren und Erdbeeren liegen in einem großen Topf, die Mischung ist jedem selbst überlassen.

    Gummibärchen-Workshop in der Experimenta

  3. Dritter Schritt: Saft herstellen

    300 Gramm der Beeren kommen in einen großen Topf, zusammen mit 20 Milliliter Wasser. Beim Aufkochen fängt es in der Küche schon an, wunderbar zu duften.

    Nach fünf Minuten, die die Beeren in dem Topf köcheln, werden sie durch ein großes Sieb gepresst und der Saft in einer Schüssel aufgefangen. Es wird so lange gedrückt und zermahlen, bis nur noch ein Beerenbrei übrigbleibt. Na also, der Gummibären-Saft ist schon einmal da.

    Gummibärchen-Workshop in der Experimenta

  4. Vierter Schritt: Jetzt wird es richtig süß

    Jetzt wird es für viele Eltern gruselig, denn nun kommt Zucker ins Spiel, eine große Menge Zucker. Genauer gesagt die Hälfte der Saftmenge.

    Wiegt der Saft zum Beispiel noch 150 Gramm, kommen 75 Gramm Zucker in den Topf. Dann noch einmal fünf Minuten einkochen und voilà: Es entsteht Frucht-Sirup.

    Gummibärchen-Workshop in der Experimenta

  5. Fünfter Schritt: Schleimige Gelatine, Sirup, Zitronensaft und Honig

    Als nächstes wird für die Konsistenz der Gummibärchen gesorgt: mit Gelatine-Blättern. Insgesamt werden acht Stück davon in kaltes Wasser eingelegt, solange bis sie nach zehn Minuten schleimig in der Hand liegen und ein wenig ausgedrückt werden können.

    In einem Topf ohne Wasser wird die gequollene Gelatine dann erhitzt, bis sie sich auflöst. Ihr zugegeben werden: Ein Teelöffel Honig, 80 Milliliter des Frucht-Sirups und ein Teelöffel Zitronensaft.

    Gummibärchen-Workshop in der Experimenta

  6. Sechster Schritt: Form wählen

    Sobald alles gut vermischt ist, ist die Gummibärchen-Masse fertig. Jetzt muss sie nur noch ihre beliebte Form bekommen. Am besten eignen sich dafür Silikon-Formen, die nicht unbedingt Bärchen-Form haben müssen. Mit einer Pipette lassen sich die Gummibärchen sehr gut in die Form einfüllen. Dann alles mit Butterbrotpapier abdecken und ab in den Kühlschrank damit.

    Gummibärchen-Workshop in der Experimenta

  7. Zwischenschritt: Wissen testen

    Bis die Masse fest genug ist, dass sich die Fruchtgummis herauslösen lassen, dauert es eine ganze Weile. „An dieser Stelle machen wir ein Gummibärchen-Quiz, das ist für die Kinder ein großes Highlight“, erzählt Karola Vögelein. Kein Wunder bei den Fragen: Warum gibt es keine blauen Gummibärchen? Seit wann gibt es sie überhaupt und was ist die beliebteste Farbe?

    Erstaunlich ist aber auch die Antwort auf die Frage, wie viele Gummibärchen beim Weltmarktführer hergestellt werden. „Jeden Tag sind das ungefähr 100 Millionen. Nebeneinandergestellt würde die tägliche Menge viermal um den Erdball reichen“, erklärt Karola Vögelein.

    Für sie ist bei den Workshops nicht nur der Koch-Spaß wichtig, sondern auch, dass die Kinder etwas aus der Erfahrung in der Experimentierküche lernen. „Es geht zum Beispiel darum, zu erklären, dass Gelatine Flüssiges fest machen kann, dass das aber auch umkehrbar ist“, sagt Vögelein. Das beste Beispiel dafür seien Gummibärchen, die man zu lange im Auto gelassen hat: „Sie schmelzen irgendwann zu einer Masse zusammen.“

    Gummibärchen-Workshop in der Experimenta

  8. Letzter Schritt: Genießen

    Nach dem Quiz kommt der große Moment: Die Gummibärchen können aus ihrer Form herausgedrückt werden und sehen tatsächlich sehr gut aus. Karola Vögelein berichtet, manche Kinder seien etwas enttäuscht, dass die selbstgemachten Bären klebriger sind als die industriell hergestellten.

    „Das liegt daran, dass die Fruchtgummis, die man kaufen kann, getrocknet und dann in einer großen Trommel mit etwas Bienenwachs überzogen werden, damit sie nicht aneinanderkleben.“

    Letztendlich zählt aber vor allem der Geschmack: Und der ist bei den selbstgemachten roten Beeren-Bären phänomenal.

    Gummibärchen-Workshop in der Experimenta


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Annika Heffter

Autorin

Annika Heffter arbeitet seit 2018 bei der Heilbronner Stimme und ist seit 2020 Redakteurin im Stadtkreisressort.

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