Welche Texte die Menschen in und um Heilbronn im Jahr 2020 bewegt haben

Region  Klar, Texte über die Corona-Pandemie haben 2020 viele unserer Leser interessiert. Daneben gab es aber viele weitere Themen auf Stimme.de, die häufig angeklickt wurden. Einige davon überraschen.

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Auch ohne auf eine Postkarte gedruckt zu sein, würden die Bilder des Jahres 2020 jedem in Erinnerung bleiben. Fotos: HSt

Bei Nachrichtenportalen gingen die Zugriffszahlen im März 2020 sprunghaft nach oben. Der Grund? Offenbar sorgte das neuartige Coronavirus für großen Informationsbedarf in der Bevölkerung. Auch auf Stimme.de zeigte sich im Frühjahr ein steiler Anstieg. Doch es waren im Jahresverlauf nicht nur Texte über die Corona-Pandemie, die Aufsehen erregten. Ein nach Monaten geordneter Überblick über wichtige Themen 2020: 

 

  • Januar 2020

Ein Jahresrückblick, der die Corona-Pandemie nicht thematisiert? Das ist 2020 undenkbar. Allerdings war die Nachrichtenlage Anfang des Jahres noch nicht vom neuartigen Virus geprägt. Als unsere Kollegen Heilbronns OB Harry Mergel im Januar zum großen Interview trafen, waren ganz andere Themen vorherrschend: Der Wohnungsmarkt, die Zuganbindung, der öffentliche Nahverkehr, die Entwicklung der Innenstadt. Mergel sprach auch darüber, wie der Schwung aus dem Buga-Jahr 2019 erhalten bleiben soll - nichtsahnend, dass das Restjahr 2020 in Sachen Veranstaltungen und Kultur mau ausfallen wird. 

 

  • Februar 2020

Spielwaren Letzel und das Café Roth sind Institutionen in der Heilbronner Innenstadt. Klar, dass die Veränderungen, die bei beiden Betreibern publik wurden, unsere Nutzer interessiert haben. Spielwaren Letzel, das damals einzig verbliebene inhabergeführte Geschäft für Spielwaren in Heilbronns Zentrum, kündigte im Februar die Schließung an, der Räumungsverkauf zog sich - unterbrochen durch den ersten Corona-Lockdown - rund ein halbes Jahr. Noch nicht abzusehen war im Februar, dass es in dieser Branche auch gute Nachrichten geben sollte. Im Herbst kam ein neuer Akteur nach Heilbronn: Spielwaren Wiedmann. 

Die Situation bei der Traditionskonditorei Roth war anders gelagert. Hier übernahm eine langjährige Mitarbeiterin, Lisa Kühner, die Geschäfte von der Familie Roth. Dass der Außer-Haus-Verkauf wichtiger werden würde, das hatte die neue Chefin schon im Februar geahnt. Dass er durch die Corona-Krise und den damit verbundenen Lokalschließungen existenziell werden sollte, aber freilich nicht. 

 

  • März 2020: 

Spätestens jetzt ist das Coronavirus das bestimmende Thema in vielen Gesprächen und in den Medien. Auch bei Stimme.de zeigt sich anhand der Zugriffszahlen ein erhöhter Informationsbedarf. 400.000 Aufrufe und damit einen Jahreshöchstwert erzielte die Meldung, dass erste Reiseveranstalter pandemiebedingt pleite sind. Auch der Artikel über die Not von Reha-Einrichtungen, in der Region gibt es etwa in Bad Rappenau und in Bad Wimpfen welche, interessierte viele Nutzer. Einige Wochen später sorgten die massenhaften Infektionsfälle in einer Gesundheitseinrichtung für Aufsehen und Verunsicherung. Und Anfang Dezember waren Reha-Kliniken erneut massiv betroffen



 

  •  April 2020:

Sind Sie gerade darüber im Bilde, welche Corona-Vorschriften im Detail gelten? Im Jahresverlauf gab es ja - angesichts des sich mal abklingenden, mal verschärfenden Infektionsgeschehens - regelmäßig Aktualisierungen. Offenbar herrschte schon zur ersten Hochphase der Pandemie eine gewisse Unsicherheit diesbezüglich vor. Zumindest haben im April sehr viele Menschen das Interview mit einem Polizeisprecher aufgerufen, der versuchte, die damals geltenden Vorgaben zu erläutern. 

Abseits der Corona-Pandemie sorgte im April ein Bericht über ein Flugzeug für großes Leserinteresse. Jenes kreiste stundenlang über der Region. Wie die Nachforschungen des Stimme-Redakteurs ergaben, stellten sich die Flugbewegungen als Teil einer Bundeswehr-Übung heraus. 

 

  • Mai 2020: 

Es gibt, bei aller Tragik, durchaus auch nette Geschichten im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Zum Beispiel die unseres Kollegen, der sich die Haare schneiden ließ. An sich ist das keine aufregende Angelegenheit. Doch im ersten Corona-Lockdown waren Friseursalons geschlossen; gleich nach Ablauf der verordneten Zwangspause setzte eine Brackenheimer Friseurin beim Kollegen die Schere an. Wirklich anders sah er anschließend ja nicht aus, er war aber um einige Erkenntnisse reicher. Zum Beispiel die, dass es seine Tücken hat, wenn der Kunde im Salon die Maske aufbehalten muss. Einige Wochen später rückte die Branche erneut in den Fokus, als es um womöglich illegale Methoden von Barbershops ging

 

  • Juni 2020: 

Der Wunsch nach ein bisschen mehr Normalität könnte der Grund gewesen sein, warum die Auflistung von Corona-Lockerungen im Juni sehr viele Leser erreichte. In diesem Monat nahm das öffentliche Leben wieder an Fahrt auf. Restaurants und Kneipen durften Gäste wieder vor Ort bedienen, auch Bäder, Fitnessstudios oder Freizeitparks empfingen wieder Besucher. Ebenso lockerten die Bundesländer die Kontaktbeschränkungen und die Einschränkungen bei Veranstaltungen. 

 

  • Juli 2020:

Die Situation an den Badeseen der Region war das bestimmende Thema im Juli 2020. Vor allem der Breitenauer See stand im Fokus der Berichterstattung und des öffentlichen Interesses. Auslöser waren die Massen an Menschen, die sich am Ufer aufhielten - häufig ohne die weiterhin gebotenen Abstandsempfehlungen zu beachten. Das löste bei den Verantwortlichen aus dem Landratsamt und der Polizei sowie aus den Kommunen Obersulm und Löwenstein die Furcht aus, der See könnte sich zu einem Corona-Hotspot entwickeln.

Die Entscheidung, das Gelände zu schließen, sorgte für reichlich Kritik, die mal konstruktiv, mal beleidigend an die Behörden herangetragen wurde. Die Hoffnung, zum Beispiel über ein kurzfristig organisiertes elektronisches Ticketsystem mehr Übersichtlichkeit zu schaffen, zerschlug sich. Die aufgeheizte Stimmung hatte Folgen in den darauffolgenden Monaten. Obersulms Bürgermeister erklärte Anfang November seinen Rücktritt. Zwar begründete er dies nicht mit der ausufernden Kritik am Umgang mit der See-Problematik. Es wäre aber unwahrscheinlich, wenn jene bei seiner Entscheidung gar keine Rolle gespielt hätte. Auch Ende November war der See wieder in aller Munde, als die Stimme enthüllte, dass die Badesaison 2021 komplett ins Wasser fallen wird

 

  • August 2020:

Wie sich die Corona-Lage im Laufe eines Jahres permanent verändert, das zeigt der August sehr eindrücklich. Gegen Ende des Monats interessierten sich nämlich viele Stimme.de-Leser für das weitere Vorgehen, falls Heilbronn die kritische Marke von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche überschreitet. Diesem Wert kam die Stadt am 29. August mit 45,2 erstmals nahe. Bis zur tatsächlichen Überschreitung dauerte es aber noch eine ganze Weile, bis Mitte Oktober nämlich. Werte um die 50 wären inzwischen wünschenswert. Denn innerhalb weniger Tage im Oktober kletterte der Wert auf über 100. Am 22. November war er dann beim bis dato Höchststand von 260,7 angekommen. Aber auch das war noch nicht der höchste Punkt der Kurve: Für den 9. Dezember vermeldete das Landesgesundheitsamt: 298,6. Die 300er-Grenze war da schon nicht mehr fern. 

 

  • September 2020:

In den Schulen ist im Jahr 2020 nichts wie es einmal war. Prägte im Frühjahr der eilig einberufene und nicht überall funktionierende Heimunterricht das Geschehen, war nach Wiedereröffnung der Schulen bis zu den Sommerferien ein Wechselunterricht angesagt. Nach den großen Ferien warteten erneut die altbekannten Herausforderungen: Nach Corona-Fällen in Klassenzimmern kam es zu ersten Quarantäne-Maßnahmen. Ein Aufenthalt in Quarantäne hat in diesem Jahr auch unsere Kollegin erlebt. Glücklicherweise blieb sie Kontaktperson, ohne sich angesteckt zu haben. Ihr Bemühen um einen Corona-Test hat sie im Nachhinein zu Wort gebracht - und damit stieß sie bei vielen Lesern auf Interesse. 

 

  • Oktober 2020:

Welche Folgen der Status von Heilbronn als Corona-Hotspot für die Einwohner hat, das war der Text, der im Oktober die meisten Leser erreichte. Als Reaktion darauf, dass der Inzidenzwert nun über 50 lag, ordnete die Stadt Heilbronn per sogenannter Allgemeinverfügung eine Verschärfung der Corona-Regeln an. Und so galt fortan in weiten Teilen der Innenstadt eine Maskenpflicht, die wenig später allerdings aufgeweicht wurde. Auch für die Reisepläne von Heilbronnern hatte das Überschreiten des 50er-Grenzwerts Auswirkungen - wegen des teilweise geltenden Beherbergungsverbots für Menschen, die aus Risikogebieten im Inland stammen. Das anziehende Infektionsgeschehen sorgte zudem im Oktober für einen altbekannten Effekt: Die Bedeutung von Klopapier schien sich einmal mehr zu erhöhen. 

 

  • November 2020:

Von Grenzwert 50 zu Grenzwert 200: Letzteren überstieg Heilbronn bei der Sieben-Tages-Inzidenz im November - mit neuerlichen Konsequenzen zum Beispiel bei den Schulen. Dort sollte der von Kultusministerin Eisenmann nicht gerade innig geliebte Wechselunterricht oder gleich ein Fernunterricht wieder eingeführt werden. Bis zu den Weihnachtsferien war es aber ohnehin nicht mehr lange hin. Jene sollten nach Vorstellung einiger Politiker bereits am 18. und nicht erst am 22. Dezember, wie ursprünglich vorgesehen, beginnen - neuerliche Schwierigkeiten bei der Kinderbetreuung für Eltern inklusive. Einige Zeit später kam es zur Kehrtwende: Die Weihnachtsferien sollten nun doch nicht früher starten. Klar, dass dieses Hin und Her auf den Stimme-Kanälen ausgiebig diskutiert wurde. 

 

  • Dezember 2020

Auch der Dezember bietet reichlich Anlässe, um über Themen mit Corona-Bezug zu berichten: Die Regeln des Landes für Hotspot-Gegenden, die für Heilbronn bei Nacht vereinbarten Ausgangsbeschränkungen, die lokalen Impfzentren in Hohenlohe sowie in Stadt und Landkreis Heilbronn, die Reportage über die erste Nacht mit geltenden Ausgangsbeschränkungen in Heilbronn. Nach dem bundesweiten Lockdown ab dem 16. Dezember mit Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen war die Verunsicherung groß: Die stimme.de-Übersicht "wie darf man eigentlich noch Weihnachten und Silvester feiern?" war einer der meistbesuchten und meistgesuchten Artikel des ganzen Jahres. 

Doch dann gibt es da noch diesen einen Artikel, den viele Nutzer angeklickt haben, der in Zeiten der Kontaktbeschränkungen mit einer besonderen Form der Kontaktaufnahme zu tun hat: 

Last, but not least:, der spektakuläre SEK-Einsatz am 15.Dezember in Beilstein, bei dem ein gesuchter Mafiaboss aus Sizilien festgenommen werden konnte:

 

 

 


Tobias Wieland

Tobias Wieland

Onlineredakteur

Tobias Wieland kümmert sich um die onlinespezifische Aufbereitung eigener und fremder Artikel auf Stimme.de. Er erstellt Zeitleisten, Listicles, Grafiken und mehr.

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