Wer in Lehrensteinsfeld in die Sakristei geht, landet in einer Wirtschaft

Die Archivaufnahme zeigt den Wehrturm, der um die Jahrtausendwende ohne Fachwerkaufbau dastand, und daneben die Gaststätte "Zur Sakristei". Rechts an den Turm war das Kirchenschiff angebaut, das einst den Blick auf die Wirtschaft verdeckt hat. Foto: Archiv/Kugler  

Lehrensteinsfeld  Dass eine Gaststätte "Zur Sakristei" heißt, ist nicht gerade typisch. Wie kommt man auf diesen außergewöhnlichen Namen? Die Antwort liegt in einer Zeit, als das Ortsbild von Lehrensteinsfeld noch ein ganz anderes war.

Von Tobias Wieland

Es gibt da diese Anekdote eines Religionslehrers. Demnach verfolgte der Großvater des Religionslehrers den Gottesdienst stets im Stehen - gemeinsam mit anderen Männern im hinteren Teil der Kirche. So war es den Herren möglich, den Gottesdienst nach dem Segen auf kürzestem und schnellstem Wege zu verlassen. Der Frühschoppen war das sich anschließende Ritual. Kirche und Dorfwirtschaft? Die befinden sich vielerorts direkt nebeneinander.